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Wielbark-Kultur

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Bild:Chernjachov.PNG
Die ungefähre Ausdehnung der Wielbark-Kultur (rot) und der Chernjachov-Kultur im 3. Jahrhundert (orange).

Die Wielbark-Kultur ist eine archäologische Kultur vor allem im heutigen Polen aus dem ersten bis fünften Jahrhundert. Vermutlich stellt diese Kultur den Ursprung der Goten dar.

Ausdehnung

Die Wielbark-Kultur entwickelte sich im 1. Jahrhundert östlich der Weichsel, etwa im Gebiet der heutigen Städte Danzig und Chełmno ohne signifikante Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen und verdrängte die vorangegangene Öxhöft-Kultur. Aus ihrem Entstehungsbereich dehnte sich die Kultur in Richtung Südosten aus und umfasste bald die Gegend um das heutige Posen sowie die Kaschubei. Um 200 n. Chr. erreichte sie die heutige Ukraine, dehnte sich an der Ostseeküste, nach Masowien und Kleinpolen aus. Diese Expansionen waren jedoch nicht nachhaltig. Die später in Rumänien und nördlich des Schwarzen Meeres entstandene Cernjachov-Kultur schließt an die Wielbarkkultur an. Vermutlich entspricht dies der Wanderbewegung der gotischen Stämme. Das ursprüngliche Siedlungsgebiet wurde dagegen verlassen. Letzte archäologische Reste, die dieser Kultur zuzuordnen sind, sind bis etwa 400 n.Chr. an der Weichselmündung nachgewiesen.

Die Funde lassen darauf schließen, dass sich die Goten in dieser Region aus vielen kleineren Stämmen unterschiedlicher Ethnien bildeten, was der seit der Antike verbreiteten Vorstellung widerspricht, die Goten seien als bereits formierter Stamm aus Skandinavien eingewandert.

In der hohen römischen Kaiserzeit bildet die Wielbarkkultur den östlichen Rand der mitteleuropäischen Kulturzone - die den Germanen zugerechnet wird - zwischen dem römischen Limes im Westen und der Weichselmündung im Osten.

Charakteristiken

Die Wielbark-Kultur weist sowohl Erd- als auch Feuerbestattungen auf. Die Grabausstattungen weisen im Unterschied zu benachbarten Kulturen keine Waffen, sondern lediglich Bekleidung und Schmuck auf sowie vereinzelt Sporen. Ähnlich wie skandinavische Kulturen dieser Zeit errichteten die Menschen der Wielbark-Kultur steinbedeckte Erdhügel, Steinkreise, Bautasteine und gepflasterte Areale. Weitere Charakteristiken war die Metallverwendung: Aus Bronze wurden häufig Gebrauchs- und Schmuckgegenstände hergestellt, seltener wurde Silber verwendet, Gold und Eisen nur in Ausnahmefällen.

Namensgebung

Ihren Namen hat die Kultur von der polnischen Stadt Wielbark, in deren Nähe ein Friedhof mit rund 3000 Gräbern entdeckt wurde.

Die Wielbarkkultur bzw. Willenberger Kultur wurde früher „gotische-gepidische Kultur“ und danach „ostpommersch-masowische Kultur“ genannt.

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