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Wiehltalbrücke

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Wiehltalbrücke und Firmengelände des Edelstahlwerks Kind & Co. im Vordergrund
Wiehltalbrücke und Firmengelände des Edelstahlwerks Kind & Co. im Vordergrund

Die Wiehltalbrücke ist eine 1971 fertiggestellte Talbrücke der Autobahn A 4 zwischen Köln und Olpe über das Wiehltal bei Gummersbach im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Die zu Wiehl gehörende Ortschaft Weiershagen liegt unterhalb der Balkenbrücke. Die Brücke ist 30,25 m breit, 705 m lang und hat eine Fläche von 21.326 m². Ihre größte Höhe über Grund beträgt 60 m. Bei dem Überbau handelt sich um eine Stahlkonstruktion für beide Fahrtrichtungen, deren Rollen-Lager auf Stahlbetonpfeilern ruhen.

Inhaltsverzeichnis

Schwerer Unfall

Bild:Wiehltalbruecke Unfall August 2004.jpg
Wiehltalbrücke 26. August 2004, der explodierte Tankzug neben den benachbarten Häusern

Am 26. August 2004 um 10:40 Uhr stürzte nach einem schweren Unfall ein mit 32.000 Litern Kraftstoff beladener Tanklastwagen von der Brücke und explodierte. Die Leitplanken und die dort eingelassenen Fangseile konnten den Lastwagen nicht abfangen, da sie nur für Fahrzeuge bis maximal 13 Tonnen ausgelegt waren. Der LKW-Fahrer kam bei der Explosion ums Leben. Beim anschließenden Brand in rund 30 Metern Entfernung zu den nächsten Wohnhäusern wurde nur ein Bienenhaus zerstört, aber Teile der Brücke durch die Hitze so stark beschädigt, dass die Brücke wegen mangelnder Tragfähigkeit gesperrt werden musste. Der 26-jährige Verursacher, der mit seinem BMW zwischen Zugmaschine und Anhänger des Lastzuges geraten war und damit den Unfall ausgelöst hatte, stand unter Einfluss von Cannabis und besaß keinen Führerschein.

Das Wiehltalbrücken-Unglück war nach Angaben der Versicherung mit 30 Millionen Euro der bis dahin teuerste Verkehrsunfall in der Bundesrepublik Deutschland.[1]

Reparatur

Die Reparatur begann in den Sommerferien des Jahres 2006, die Aufträge wurden Anfang Januar 2006 vergeben. Die Kosten der Reparatur sollen 7,2 Millionen Euro betragen. Damit will der Landesbetrieb Straßen NRW die Verkehrsbehinderungen möglichst gering halten.

Nach dem Abbau des provisorischen Gerüstes im März 2005 wurde es außerdem möglich, die durch das Tanklasterunglück verseuchte Erde auch unter der Brücke auszutauschen. Für die Reparatur der Brücke wurde ein neues Gerüst aufgebaut. Bei der Instandsetzung wurde ein 600 m² großes Brückenteil entfernt und durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt. In dieser Größenordnung war es ein einmaliges Vorhaben, das bisher noch nie irgendwo stattgefunden hat. Gleichzeitig wurde unter Anderem die Fahrbahndecke der Brücke saniert.

Die Autobahn war daher vom 28. Juni bis 22. August 2006 voll gesperrt. Der Verkehr wurde über Landesstraßen umgeleitet.

Mittlerweile wurde der nicht so stark verformte Teil der Brücke wieder gerichtet und das am meisten beschädigte Teilstück der Brücke ausgetauscht. Die Brücke ist aber zur Zeit nur eingeschränkt befahrbar, da noch Sanierungsarbeiten, vor allem am Mittelstreifen durchgeführt werden. Diese werden voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern.

Reaktionen

Die öffentliche Anteilnahme am Tod des 34-jährigen LKW-Fahrers, der seine Frau und zwei Töchter hinterließ, war auch noch Wochen nach dem Unglück überraschend hoch. Aus einer nachbarschaftlichen Sammlung entstand eine überregionale Spendenaktion, zu der auch im Internet aufgerufen wurde. Rund 20.000 Euro konnten für die Familie gesammelt werden, die sich fern des Unglücksortes ein neues Leben aufbauen will. Dazu beigetragen haben auch Benefiz-Sport-Veranstaltungen öffentlicher Sponsoren. Die Dorfgemeinschaft, unmittelbarer Anlieger der Unglücksstätte, plant, ein dauerhaftes Denkmal zu errichten.

Der Verursacher Mustapha A. wurde vom Amtsgericht Gummersbach wegen fahrlässiger Tötung am 15. September 2005 zu 22 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Das Urteil wurde im Februar 2006 rechtskräftig. Die Haftpflichtversicherung hat in einem Interview mit dem WDR bereits Regressansprüche gegen ihren Versicherungsnehmer, den Bruder des Verursachers, angekündigt.

Zuständigkeit

Die Wiehltalbrücke liegt in Nordrhein-Westfalen. Daher ist der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen für die Instandhaltung zuständig. Er koordiniert auch die zur Zeit notwendigen Sanierungsmaßnahmen an der stark beschädigten Brücke. Hierzu zählen die provisorische Reparatur mit 27 zusätzlichen Stahlstreben und die Auskofferung von bislang rund 10.000 Tonnen kontaminiertem Erdreich.

Einzelnachweise

  1. Weltpremiere an der Wiehltalbrücke. WDR.de, 13. Juli 2006, abgerufen 15. April 2007

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Wikinews: Verursacher des Wiehltal-Autobahnbrückenunfalls zu Haftstrafe verurteilt – Nachrichten

Koordinaten: 50° 58′ 29" n. Br., 7° 29′ 25" ö. L.

Wikipedia
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