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Wiege der Menschheit (anthropologisch)
Aus Kefk.
Als Wiege der Menschheit im anthropologischen Sinn gilt heute Ostafrika. Dort entstand nach Meinung der meisten Wissenschaftler der moderne Mensch (Homo sapiens). Anthropologisch bedeutet hier meist biologisch bzw. evolutionär. Man versucht, anhand von Fossilien-Funden und genetischen Spuren abzulesen, welche Spezies sich wann wo entwickelt hat. Die "Wiege" ist deshalb als Ort zu verstehen, an dem der anatomisch moderne Mensch erstmals auftrat.
Ein Verfahren, mit dem dieser geografische Raum bestimmt werden kann, ist die Untersuchung der mitochondrialen Desoxyribonukleinsäure. Da diese vermutlich nur von der Mutter vererbt wird, treten hier weit weniger Unterschiede als im nuklearen Erbgut auf, denn es wird nicht rekombiniert. Man vergleicht also, wo Unterschiede auftreten und wie oft.
Die ersten modernen Menschen waren zunächst sesshaft. Bald gingen allerdings kleinere Gruppen auf Wanderschaft. Das genetische Reservoir der "Wanderer" war naturgemäß kleiner als das der Zurückgebliebenen und Mutationen im Erbgut waren bei den (vermutlich) afrikanischen Hominiden wahrscheinlicher als bei den Auswanderern. Da nun Afrikaner die stärksten Diversifizierungen der mitochondrialen Desoxyribonukleinsäure aufweisen, wird von vielen Experten angenommen, Afrika sei die Wiege der Menschheit. Die so genannte Out-of-Africa-Hypothese ist zur Zeit die am häufigsten zitierte und durch fossile Funde gut belegt. Der Homo Sapiens könnte sich jedoch auch mit anderen Hominiden vermischt haben oder gar erst während seiner Wanderungen entstanden sein. Dank des Humangenomprojektes (HGP) und besserer genetischer Untersuchungsmethoden sind in den nächsten Jahren weitere Erkenntnisse über die tatsächlichen Ursprünge des modernen Menschen zu erwarten. Neueste Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass der moderne Mensch vor ca. 65.000 bis 25.000 Jahren vom subsaharischen Afrika aus die anderen Kontinente besiedelte.[1]
Vor ca. 4 Millionen Jahren entstanden in Afrika die vermutlichen Vorläufer des Menschen, die Australopithecinen ("Südaffen"). Die Abspaltung dieses Zweigs der Primaten (Hominisation) begann vor rund 7 Millionen Jahren, neueren Forschungen und Berechnungen zufolge schon vor 10 Millionen Jahren. Erst im Pleistozän, vor rund 0,7 Millionen Jahren begann die Ausbreitung der Hominiden aus Afrika auf andere Kontinente.
Bedeutende Fundstellen der verschiedenen Vorläufer des Menschen in Afrika befinden sich in der Olduvai-Schlucht nahe der Serengeti, im Rift Valley, einem Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs und in Äthiopien.
Referenzen
- ↑ Hofmeyr-Schädel unterstützt "Out of Africa"-Theorie - Presseinformation der Max-Planck-Gesellschaft vom 12.1.2007
Siehe auch
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