Wheelie
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Ein Wheelie ist eine Fahrtechnik, bei der ein zweiachsiges Fahrzeug allein auf der Hinterachse gefahren wird. Dies kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden: Je nach Leistung und Schwerpunkt der Maschine kann entweder ein Gaswheelie oder ein Kupplungswheelie gemacht werden.
- Gaswheelie bezeichnet das plötzliche Aufreißen des Gashahnes. Bei ausreichender Leistung wird das Vorderrad bei ungefähr 2/3 der maximalen Drehzahl abheben. Hierbei ist besonders darauf zu achten, das Gas beim Abheben leicht zu drosseln, da sonst die Maschine sehr schnell nach hinten umkippt.
- Kupplungswheelie, der früher als Kavalierstart bezeichnet wurde, kann im Prinzip jedes Motorrad auf die Hinterachse zwingen. Je nach Leistung und Schwerpunkt fährt man bei etwa der halben Nenndrehzahl, kuppelt aus, lässt die Drehzahl auf rund 3/4 der Nenndrehzahl ansteigen und kuppelt dann sehr zügig wieder ein. Vorsicht, das Vorderrad kann mit dieser Technik sehr schnell hochkommen.
Der Schwerpunkt der Maschine ist fürs Wheelen von entscheidender Bedeutung: Je niedriger er liegt, desto mehr Kraft wird für einen Wheelie benötigt. Dies führt bei verschiedenen Modellen wie Chopper oder schweren Tourern schlicht dazu, dass sie nicht aufs Hinterrad gehen, ohne technisch modifiziert worden zu sein. Sollte die benötigte Kraft nicht mehr durch den Antriebsreifen übertragen werden können, kommt es dazu, dass der Hinterreifen durchdreht (Slide/Rolling Burnout).
Des Weiteren gibt es den so genannten Powerwheelie, der oft im Rennsport zu sehen ist. Dabei kommt es beim Herausbeschleunigen aus Kurven zum ungewollten leichten Anstieg des Vorderrades durch die starke Leistung des Motorrades.
Eine weitere Form des Wheelies ist der Doohan-Wheelie, benannt nach dem legendären Motorradrennfahrer Mick Doohan. Dabei wird die Maschine hochgezogen und ein Bein über die Maschine geschwungen, so dass der Fahrer nur noch mit einem Bein auf der Fußraste steht und das andere dahinter in die Luft streckt.
Bei höheren Geschwindigkeiten, zu niedriger Leistung oder zu niedrigem Schwerpunkt kann der Vorgang durch Reißen am Lenker erleichtert werden. Speziell beim Gaswheelie kann auch die Federung genutzt werden: Plötzliches Schließen des Gashahnes lässt die Maschine nach vorne in die Federn gehen; wippt sie wieder zurück, öffnet man den Hahn und das Vorderrad kommt hoch. Bei leichten Maschinen geht das sogar ohne Gaswegnehmen nur mit dem Körpergewicht und etwas Reißen am Lenker.
Ein Umkippen nach hinten kann man auf zwei Arten verhindern: Bei 4-Zylinder-Maschinen reicht oft die Motorbremsung aus und durch leichtes Drosseln der Treibstoffzufuhr geht das Vorderrad herunter oder man betätigt die Hinterradbremse. Will man am Kippunkt fahren, so muss man dazu die Hinterradbremse und das Gas feinfühlig miteinander kombinieren. Hierzu bedarf es jedoch viel Übung.
Motorradakrobaten gelingt es auf diese Weise problemlos, Hunderte von Metern in dieser Fahrzeugstellung zurückzulegen.
Für Normalfahrer ist Wheelen nur mit Vorsicht zur Nachahmung empfohlen, da die ständige Gefahr eines Überschlags besteht oder die Kontrolle über das Fahrzeug verloren gehen kann. Generell sollte der Wheelie bei geringen Geschwindigkeiten auf geschlossenen Flächen geübt werden. Das frühe Erlernen des Umgangs mit der Hinterbremse erspart zudem den einen oder anderen Überschlag.
Weblinks
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