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Westwood Studios

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Die Westwood Studios waren ein von Brett W. Sperry und Louis Castle gegründetes Spieleentwicklungs-Unternehmen. Das bekannteste Werk stellt die Command & Conquer-Serie dar, welche den Durchbruch für das Echtzeit-Strategie-Genre einläutete.

Firmengeschichte

Die Westwood Studios wurden im Jahre 1985 in Las Vegas, Nevada als eine typische Garagenfirma, zunächst unter dem Namen Westwood Associates, gegründet. In den frühen Jahren machten die jungen Programmierer erste Erfahrungen mit Unterhaltungssoftware, indem sie für die eingesessenen Firmen Epyx und Strategic Simulations (SSI) verschiedene Spieletitel von 8- auf 16-Bitsysteme wie Commodore Amiga und Atari ST portierten.

Nachdem Westwood Associates durch Systemportierungen erste finanzielle Mittel und Know-How gesammelt hatte, wagten sich Brett W. Sperry und Louis Castle an ihr erstes eigenes Spiel, Mars Saga – eine Auftragsarbeit von Electronic Arts. Mars Saga wurde 1988 veröffentlicht.

Weitere frühe Projekte waren Battletech, DragonStrike und Eye of the Beholder. Letzteres war der erste große Erfolg Westwoods; das Spiel erschien 1990 und stellte ein Rollenspiel auf der Basis von Dungeons & Dragons dar, das von Strategic Simulations vertrieben wurde. Zu den weiteren Publishern von Westwood zählten auch Infocom und Disney.

Bis zum Jahre 1992 war Westwood Associates durch erste Erfolge und hochwertige Auftragsarbeiten bekannt geworden, weshalb das Unternehmen 1992 einen Vertrag mit Virgin Interactive Entertainment abschloss und sich in Westwood Studios umbenannte. Der Vertrag gab Westwood die Möglichkeit seine selbst entwickelten Computerspiele weltweit vermarkten zu können. Noch im selben Jahr veröffentlichte Westwood Fables & Fiends: The Legend of Kyrandia: Book One und das Spiel Dune II: The Building of A Dynasty (in Europa: Dune II: Battle for Arrakis), welches das Echtzeitstrategiegenre nachhaltig prägen sollte.

1993 veröffentlichte Westwood den ersten Teil ihrer Rollenspiel-Trilogie Lands of Lore, welche auch heute noch eine große Fangemeinde hat und Einfluss auf spätere Titel anderer Spieleschmieden hatte.

Der nächste, wohl größte und gewagteste Schritt der Westwood Studios folgte mit der Entwicklung von Command & Conquer: Tiberian Dawn (in Deutschland: Command & Conquer: Der Tiberiumkonflikt), welches 1995 für PC erschien. Command & Conquer: Tiberian Dawn hatte zusammen mit dem Konkurrenzprodukt WarCraft den Boom der Echtzeit-Strategiespiele ausgelöst und nachfolgende Computerspiele maßgeblich beeinflusst.

Command & Conquer: Tiberian Dawn und dessen Sequels sind die bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten Produkte der Westwood Studios gewesen.

1997 entwickelten die Gamedesigner von Westwood das Adventure-Spiel Blade Runner zum gleichnamigen Film, welches bis heute als eine der besten Filmumsetzungen gilt. Im selben Jahr brach die Command & Conquer-Serie erstmals die 10-Millionen-Verkaufsgrenze. Westwood legte aufgrund des enormen Erfolges der Serie und des immer wichtiger werdenden Internets einen weiteren C&C-Titel (Sole Survivor) als Onlinespiel nach, welches wegen spielerischer Unzulänglichkeiten floppte und deshalb nie in Europa erschien.

Im Jahre 1998 wurde Westwood Studios von dem einflussreichen Unternehmen Electronic Arts aufgekauft. Viele Mitarbeiter von Westwood erachteten dies als einen untragbaren Schritt, da es einen starken Einfluss von Electronic Arts sowohl auf die entwickelten Spiele als auch auf die Marke selbst bedeutete.

Etliche Programmierer, Designer und weitere Mitarbeiter von Westwood verließen das Unternehmen.

1999 erschien C&C: Tiberian Sun; allein in der ersten Woche wurden über 10 Millionen Stück verkauft. Jedoch waren viele Fans der Serie enttäuscht und machten den Aufkauf von Westwood Studios durch Electronic Arts für die mindere Qualität verantwortlich.

Alarmstufe Rot 2, ein weiteres Spiel der Command & Conquer-Serie erschien 2000 und war ebenfalls kommerziell erfolgreich. Die Kritiken an diesem Spiele-Titel waren weit besser als die von Tiberian Sun.

Ein weiterer Titel der Command & Conquer-Serie erschien 2002. Renegade griff das Konzept der Serie auf, war jedoch als Shooter außerhalb des Strategie-Genres angesiedelt. Der Erfolg von Renegade war gut, konnte aber nicht überzeugen - die Fertigstellung eines zweiten Teils wurde zugunsten des Projektes Generals abgebrochen.

Im März 2003 wurde Westwood Studios geschlossen und von Electronic Arts komplett in die eigenen Abteilungen in Los Angeles übernommen. Die zur Übernahme in die EA-Studios bereiten Mitarbeiter entwickelten unter der Leitung von Harvard Bonin und Mark Skaggs das Echtzeitstrategiespiel C&C: Generals.

Die Spiele Earth & Beyond und Command & Conquer: Generals stellen die letzten Spiele der Belegschaft von Westwood dar.

Zurzeit verlassen weiterhin viele ehemalige C&C-Entwickler EA Los Angeles, unter anderem auch die Erfinder der ersten C&C-Spiele.

Mehrere Mitarbeiter der ursprünglichen Westwood-Belegschaft entwickeln nun in anderen Spielefirmen bzw. haben ihre eigenen Firmen gegründet.

Eine relativ große Gruppe der Kernentwickler der C&C-Reihe, unter ihnen z.B. auch Frank Klepacki, der für die musikalische Untermalung verantwortlich war, hat sich als Petroglyph Games neu zusammengefunden; sie entwickelten das Echtzeit-Strategiespiel Star Wars: Empire at War.

Weitere Projekte

Weblinks

Wikipedia
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