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Westfälisches Wörterbuch

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Das Westfälische Wörterbuch erfasst den westfälischen Wortschatzes. Es schließt geographisch die Lücke zwischen dem bereits abgeschlossen vorliegenden Rheinischen Wörterbuch und den beiden noch im Erscheinen begriffenen Werken aus Niedersachsen (Niedersächsisches Wörterbuch) und Hessen (Hessen-Nassauisches Wörterbuch).

Das Sammelgebiet des Westfälischen-Wörterbuch-Archivs ist nicht nach heutigen politischen Kriterien definiert, sondern nach sprachlichen und historischen Faktoren. Das Schwergewicht der Sammlung liegt in der ehemaligen preußischen Provinz Westfalen (Gebiet des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe), allerdings ohne das Siegerland, da dort mitteldeutsche Mundarten gesprochen werden. Ausgeweitet wurde das Gebiet vor allem nach Norden (ehemaliger Regierungsbezirk Osnabrück, Vechta Cloppenburg, Diepholz, Schaumburg etc.), aber auch nach Südosten (niederdeutschsprachige Gebiete in Nordhessen).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ansätze für eine Sammlung des mundartlichen Wortschatzes Westfalens gibt es schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts, als Johann Christoph Strodtmann 1756 sein Idioticon Osnabrvgense veröffentlichte. Danach kam es immer wieder zu privaten Initiativen, die meist nur zu kleinräumigen Sammlungen führten. Erst in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre ließen es die äußeren Umstände in Westfalen zu, ein institutionell verankertes Archiv für eine umfassende Sammlung zu gründen.

Quellen und Materialbasis

Das Archivmaterial ist durch mündliche Befragungen sowie durch Auswertung schriftlicher Quellen zustande gekommen: insbesondere Fragebogen, unveröffentlichte Wortsammlungen, gedruckte und handschriftliche Wörterbücher. Wegen der eingeschränkten Lokalisierbarkeit ist mundartliche Literatur aus Westfalen nur in geringer Menge herangezogen worden. Völlig unberücksichtigt bleiben im Gegensatz zu anderen lexikographischen Unternehmen historische Quellen, die einen früheren Sprachzustand repräsentieren.

Die Mundartwörter sind mit Angabe von Bedeutung und Herkunft allein oder mit ähnlichen Belegen auf Zettel übertragen. Auf diesen inzwischen etwa 1,6 Millionen Zetteln dürfte die Zahl der Einzelbelege schätzungsweise mehr als sechs Millionen betragen. Das umfangreiche Zettelarchiv hat wie das zu erstellende Wörterbuch keine streng alphabetische, sondern eine sog. "nestalphabetische" Anordnung: Etymologisch zusammengehörende Wörter (Komposita und Ableitungen) sind einem Hauptlemma zugeordnet. Seit einigen Jahren liegt ein aus mehr als 100.000 Lemmaansätzen mit dazugehörigen Bedeutungsangaben bestehender Datenbestand elektronisch gespeichert vor. Dieser Datensatz, der ständig aktualisiert wird, bildet die Grundlage für ein (intern verwendetes) Lemmaverzeichnis sowie eine dBase-Datenbank.

Publikationsstand

Die Publikation des "Westfälischen Wörterbuchs" setzte 1969 mit dem Erscheinen des Beibandes ein, der die für den Benutzer des Wörterbuchs notwendigen Informationen (etwa zur Anlage der Artikel, zur verwendeten Notation der Mundartbelege usw.) bereitstellt. Zudem enthält er die sogenannte "Lauttabelle", in der für etwa 700 westfälische Orte den Lauttypen die mundartlichen Realisierungen zugeordnet sind.

Im ersten Band mit seinen neun bisher erschienenen Lieferungen (1973-1991) wurde eine möglichst genaue Dokumentation des Archivmaterials angestrebt. Diese Zielsetzung wurde in den 90er Jahren aufgegeben. Ab dem zweiten Band (des nunmehr auf fünf Bände plus einen Registerband angelegten Werkes) liegt der Akzent der Darstellung eher auf einer repräsentativen Auswahl des Archivmaterials. Das "Westfälische Wörterbuch" definiert sich nun als ein Wörterbuch der niederdeutschen Mundarten im Gebiet des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und des nordhessischen Raums um Waldeck; die niedersächsischen Gebiete werden nicht mehr berücksichtigt. Die erste nach der neuen Konvention erarbeitete Lieferung erschien Ende 1997.

Weblinks

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