Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Wessel Freytag von Loringhoven
Aus Kefk.
Wessel Freiherr Freytag von Loringhoven (* 10. November 1899 in Groß Born, Kurland; † 26. Juli 1944 in Mauerwald, Ostpreußen) war Oberst im Generalstab der deutschen Wehrmacht. Er war Mitglied des militärischen Widerstandes gegen Adolf Hitler und befreundet mit Claus Graf Schenk von Stauffenberg, der das Attentat vom 20. Juli 1944 ausübte.
Leben
Wessel Freytag von Loringhoven entstammte dem baltischen Zweig einer alten westfälischen Adelsfamilie, und wuchs auf Adiamünde (Skulte) in Livland auf. Nach dem Abitur trat er 1918 in die Baltische Landeswehr ein, mit deren Umwandlung in das 13. Infanterieregiment der Lettischen Armee er lettischer Soldat wurde. 1922 verließ er als Deutsch-Balte die neugegründete Republik Lettland, um in die deutsche Reichswehr einzutreten. Seine militärische Laufbahn führte ihn 1943 als Oberst i.G in das OKW. Anfangs ein Sympathisant des Nationalsozialismus schloss er sich aufgrund seiner Erlebnisse während des Ostfeldzuges und der damit verbundenen deutschen Verbrechen dem Widerstand an. 1943 wurde er auf Betreiben von Admiral Canaris als Oberst i.G. zum Oberkommando der Wehrmacht nach Berlin abgeordnet.
Wessel von Freytag-Loringhoven besorgte den Sprengstoff, mit dem Claus Graf Schenk von Stauffenberg das Attentat am 20. Juli 1944 unternahm. Er hatte den Sprengstoff unbemerkt aus Beutebeständen der Abwehr entnehmen können. Es handelte sich um englisches Bombenmaterial mit zwei englischen Spezial-Zündern. Ernst Kaltenbrunner (RSHA) gelang es Freytags Täterschaft aufzuklären. Am 26. Juli 1944, unmittelbar vor seiner Verhaftung durch die Gestapo, setzte Freytag-Loringhoven seinem Leben selbst ein Ende, da ihm als Offizier der militärischen Abwehr die zu erwartenden Verhörmethoden bekannt waren. Nach seinem Tod wurde seine Frau zusammen mit den anderen Frauen des 20. Juli gefangengesetzt. Seine vier Söhne wurden von ihrer Mutter getrennt und in Sippenhaft genommen. Sie wurden erst durch die Siegermächte befreit.
Werke
Als Nachrichtenchef der Heeresgruppe B legte er vor der Schlacht um Stalingrad Anfang Oktober 1942 eine Denkschrift vor, die den russischen Großangriff am Don erwartete, wo er am 19. November auch tatsächlich losbrach. Die kommende Kesselschlacht sah er darin untrüglich voraus, doch der Inhalt der Denkschrift hinterließ im Führerhauptquartier und bei Hitler keinerlei Wirkung.
Literatur
- Astaf von Transehe-Roseneck u.a.: Genealogisches Handbuch der Baltischen Ritterschaften. Band Livland, Görlitz 1929, S. 416ff.
- Bernd Freytag von Loringhoven: Freytag von Loringhoven. Eine kurzgefaßte Familiengeschichte, München 1986
- Ulrich Cartarius: Opposition gegen Hitler. Deutscher Widerstand 1933-1945 Berlin 1984, ISBN 3-88680-110-1
- Harald Steffahn: Die Wahrheit über Stalingrad, in: Christian Zentner: Adolf Hitler, Hamburg 1979
- Kaltenbrunner-Berichte an Bormann und Hitler über das Attentat vom 20. Juli 1944, in: Hans-Adolf Jacobsen (Hrsg.): Spiegelbild einer Verschwörung, Stuttgart 1961
- Sven Steenberg: Wlassow - Verräter oder Patriot?< Köln 1968
- Peter Hoffmann: Widerstand, Staatsstreich, Attentat. Der Kampf der Opposition gegen Hitler, München 1969
- Wessel Baron Freytag von Loringhoven. Zum 25. Jahrestag des 20. Juli 1944, in: Nachrichtenblatt der Baltischen Ritterschaften< 11. Jg. (1969), Heft 2 (Juni)
- 20. Juli 1944, hrsg. von der Bundeszentrale für Heimatdienst, Bonn 1960
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Loringhoven, Wessel Freiherr Freytag von |
| KURZBESCHREIBUNG | war Oberst im Generalstab der deutschen Wehrmacht |
| GEBURTSDATUM | 10. November 1899 |
| GEBURTSORT | Groß-Born, Kurland |
| STERBEDATUM | 26. Juli 1944 |
| STERBEORT | Mauerwald, Ostpreußen |
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wessel_Freytag_von_Loringhoven, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
