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Wesergebirge

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Bild:Karte-Wesergebirge.PNG
Lage des Wesergebirges
Bild:Wesergeb34.jpg
Wesergebirge von Westen gesehen, rechts Rinteln, links Bad Eilsen, dahinter die Bückeberge, im Hintergrund das Weserbergland, rechts das Tal der Weser, links das der Bückeburger Aue

Das Wesergebirge ist ein bis 340 m ü. NN hohes Mittelgebirge des Weserberglands in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (Deutschland).

Das dicht bewaldete Wesergebirge zählt zu den Nordausläufern der deutschen Mittelgebirge am Südrand des Norddeutschen Tieflands und wird im Westen vom Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge und im Osten vom Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln eingenommen.

Weithin bekannt ist das Wesergebirge durch die Schaumburg, die auf dem Nesselberg (225 m ü. NN unweit östlich von Rinteln) steht und das Wahrzeichen des Schaumburger Landes ist.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Wesergebirge, das in den Landkreisen Minden-Lübbecke, Schaumburg, Hameln-Pyrmont liegt, erstreckt sich etwa in West-Ost-Richtung von der Stadt Porta Westfalica bzw. vom Weser-Durchbruchstal Westfälische Pforte im Westen über Rinteln nach Hessisch Oldendorf im Osten, wo es nahtlos in den in Nordwest-Südost-Richtung verlaufenden und zugleich höheren Süntel übergeht. Es ist Teil der Abgrenzung des Weserberglands und damit einer Teilregion der deutschen Mittelgebirge im Süden zur Norddeutschen Tiefebene im Norden.

Nördlich des Wesergebirges gibt es nur noch wenige Höhenzüge und Gebirge wie die nahen Höhenzüge Harrl und Bückeberge. Westlich und damit jenseits der Westfälischen Pforte setzt sich das Wesergebirge im Wiehengebirge fort, das geologisch betrachtet ähnlich aufgebaut ist und sich bis nach Bramsche (nordwestlich von Osnabrück) erstreckt.

Südlich des Wesergebirges und in etwa parallel zu ihm fließt die Weser von Hessisch-Oldendorf im Osten über Rinteln in Richtung Vlotho im Westen, um dann in Richtung Nordosten bzw. zur Stadt Porta Westfalica abzuknicken. Diese dem Gebirge südlich vorgelagerten nördlichen Bereiche des Oberen Wesertals sind alter Besiedlungsraum, der durch die auf dem Nesselberg stehende Schaumburg markiert wird. Ab dem Durchbruchstal Westfälische Pforte wendet sich der Fluss nach Norden, um in die südlichen Bereiche der Norddeutschen Tiefebene einzufließen. Nördlich des Gebirges erstreckt sich das Oberlauftal der in etwa in Ost-West-Richtung verlaufenden Aue („Bückeburger Aue“).

Geologie

Während das kammartige Wesergebirge, das aus Kalksandstein (Korallenoolith) aufgebaut ist und als ein bedeutendes Kalksteingebiet Niedersachsens gilt, an seiner Südabdachung steile Gebirgsflanken aufweist, fällt seine Nordabdachung eher allmählich ab.

Geschichte

Nördlich des Bergs Roter Brink, der sich süd-südwestlich von Nammen befindet, liegt im Wesergebirge in einer Vertiefung der Bereich des „Nammer Lagers“, das früher bei kritischen und kriegerischen Lagen im Rahmen einer Burganlage eine Rückzugsmöglichkeit für die Bevölkerung der Umgebung darstellt.

Flora und Fauna

Das wald</b>reiche Wesergebirge ist ein bedeutendes Buchen</b>waldgebiet in Niedersachsen.

Naturschutz und -parke

Teile des Wesergebirges stehen im Bereich des Hohensteins unter Naturschutz. Nur die Südhänge der bewaldeten Bergzüge mit teilweise seltenen Pflanzengesellschaften sind Landschaftsschutzgebiete.

Während sein äußerster Westteil (südwestlich von Bückeburg) noch zum Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge gerechnet wird, gehören die mit Abstand größeren Mittel- und Ostteile zum Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln.

Aktionsgemeinschaft „Rettet die Weserberge“

Eine unabhängig und überparteilich organisierte Interessengemeinschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Wesergebirge und den Süntel vor einer vollständigen Zerstörung durch Gesteinsabbau zu bewahren, ist die Aktionsgemeinschaft „Rettet die Weserberge“.

Berge

Das Wesergebirge ist geprägt durch etwa zwei Dutzend Berge, die sich kammartig aneinander reihen und die im Osten mit dem Hohenstein bis 340 m ü. NN erreichen. In seinem Mittelteil, westlich der Bundesautobahn 2, sind sie mit der Wülpker Egge maximal 278 m und mit dem westlichsten Berg des Wesergebirges, dem Jakobsberg, der sich östlich der Westfälischen Pforte befindet und auf dem der „Fernmeldeturm Jakobsberg“ steht, 235,2 m hoch.

Zu den Bergen des Wesergebirges in West-Ost-Richtung betrachtet gehören (beim höchsten Berg ist die Höhe fett gedruckt; Höhe in Meter über Normalnull):

  • Jakobsberg (235,2 m; u. a. mit „Fernmeldeturm Jakobsberg“, „Schlageter Denkmal“ u. „Porta Kanzel“; nord-nordöstlich von Porta Westfalica an der Westfälischen Pforte)
  • Königsberg (ca. 225 m; nordöstlich von Porta Westfalica)
  • Roter Brink (ca. 225 m; mit „Nammer Lager“; süd-südwestlich von Nammen)
  • Nammer Kopf (266 m; mit „Nammer Klippen“; süd-südöstlich von Nammen)
  • Wülpker Egge (268 m; mit einem Steinbruch; südlich von Wülpke)
  • Rote Klippe (ca. 220 m; mit einem Steinbruch; südlich von Kleinenbremen)
  • Papenbrink (303 m; mit Sendeanlage und einem Steinbruch; nord-nordwestlich von Todenmann)
  • Lange Wand (im Staatforst Hainholz, 320 m; nordöstlich von Todenmann)
  • Frankenburg-Berg (ein Vorberg der Langen Wand, 235 m; mit Resten der Frankenburg; nördlich von Rinteln-Todenmann)
  • Luhdener Klippe (300 m; mit 19,80 m hohem Klippenturm; nord-nordöstlich von Rinteln)
  • Hirschkuppe (250 m; nordöstlich von Rinteln)
  • Messingsberg (270 m; mit einem Steinbruch; nord-nordöstlich von Rinteln-Steinbergen)
  • Westendorfer Egge (295 m; mit einem Steinbruch; nord-nordöstlich von Rinteln-Westendorf)
  • Oberberg (325 m; mit „Springsteinen“; nördlich von Rinteln-Schaumburg)
  • Heutzeberg (226 m; ein Vorberg des Oberbergs, nördlich von Schaumburg)
  • Nesselberg (225 m; ein Vorberg des Mönchebergs, mit der Schaumburg, östlich von Schaumburg)
  • Möncheberg (336 m; mit dem Gasthaus „Paschenburg“ zwischen Schaumburg und Hessisch Oldendorf-Rohdental)
  • Hünenburg (252 m; nördlich von Rohdental)
  • Baumgartenberg (232 m; nördlich von Hessisch Oldendorf-Segelhorst)
  • Amelungsberg (321 m; nordöstlich von Segelhorst)
  • Iberg (ca. 300 m; zwischen Auetal-Rannenberg und Hessisch Oldendorf-Langenfeld)
  • Schrabstein (ca. 300 m; zwischen Rohdental und Langenfeld)
  • Mittelberg (297 m; nördlich von Hessisch-Oldendorf-Barksen)
  • Riesenberg (ca. 310 m; mit einem Steinbruch; südlich von Langenfeld)
  • Ramsnacken (ca. 305 m, mit den „Moosköpfeklippen“, südwestlich von Langenfeld)
  • Wendgeberg (auch „Wenchenberg“ genannt; 223 m; nord-nordöstlich von Hessisch Oldendorf-Zersen)
  • Hohenstein (340 m; mit „Grünem Altar“, „Hirschsprung“ u. „Teufelskanzel“ u. nahem „Kreuzstein“; zwischen Langenfeld und Zersen)
  • Westerberg (249 m; nördlich von Hessisch Oldendorf-Bensen)

Ortschaften

Zu den Ortschaften im bzw. am Wesergebirge gehören die Stadt Porta Westfalica, die sich westlich des Gebirges bzw. südöstlich der Westfälische Pforte (am Übergang zum Wiehengebirge) befindet, und die Stadt Minden, die etwas nördlich dieses Durchbruchtals liegt. Nördlich vom Mittelteil des Wesergebirges befindet sich die Stadt Bückeburg, südlich davon die Kleinstadt Rinteln und südwestlich des Gebirges liegt die Stadt Vlotho.

Diese und weitere Ortschaften am Wesergebirge sind (alphabetisch sortiert):

Sehenswürdigkeiten

Verkehrsanbindung

Das Wesergebirge wird südwestlich von Bad Eilsen zwischen Todenmann und Schermbeck bzw. den Bergen Papenbrink und Lange Wand(Hainholz) im „Schermbecker Paß“ (ca. 220 m ü. NN in Südwest-Nordost-Richtung von der Bundesautobahn A 2 durchschnitten. Die Autobahn ist in diesem Bereich 6-spurig ausgebaut, was eine starke bauliche Einschneidung in die Wald- und Gebirgslandschaft darstellt, die es erdgebundenen Tieren kaum möglich macht, diese Barriere zu passieren. Wo die Autobahn nicht durch Lärmschutzwände umbaut ist, ist die Lärmbelastung für Mensch und Tier enorm hoch.

Das Wesergebirge wird von Abschnitten einiger Bundesstraßen passiert oder durchschnitten: An der westlich des Gebirges gelegenen Westfälischen Pforte wird es von den Bundesstraßen B 61 und B 482 und nördlich des Gebirges von der B 65 passiert. Durch den Mittelteil diese Gebirges führt die B 83, auf die bei Steinbergen die B 238 stößt. Über die B 83, B 238 und B 482 besteht jeweils Anschluss an die A 2.


Koordinaten: 52° 13' N, 9° 5' O

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