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Weselin Topalow

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Weselin Topalow (bulgarisch Веселин Топалов, wiss. Transliteration Veselin Topalov; * 15. März 1975 in Russe) ist ein bulgarischer Schach-Großmeister und war von Oktober 2005 bis Oktober 2006 FIDE-Weltmeister.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Topalows Vater Alexander war Ökonom, seine Mutter Sneschina Ärztin. Im Alter von 7 Jahren erlernte Weselin Topalow Schach und machte außergewöhnlich schnell Fortschritte. Sein erster Trainer war Dimitar Sinabow, ab 1987 dann Petko Tanassow.

Leistungen

Mit seinem Sieg beim WM-Turnier der FIDE im argentinischen San Luis 2005 erreichte er den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere. Das anschließende WM-Vereinigungs-Match 2006 verlor er gegen Wladimir Kramnik.

1989 gewann Topalow die U14-Weltmeisterschaft in Aguadilla, Puerto Rico. 1992 wurde er Großmeister. Seit Mitte der 90er Jahre zählt er zu den Super-Großmeistern und ist dank seines kompromisslosen Kampfstils ein gern gesehener Teilnehmer bei den gegenwärtigen Top-Turnieren der Schachwelt. Seine längste Erfolgsserie hatte er im Jahre 1996, als er in Madrid (1.-2.), Amsterdam (1.-2.), León (1.-2.), Nowgorod (1.), Wien (1.-3.) und Dos Hermanas (1.-3.) siegte. 2002 gelangte er im Dortmunder Braingames-Kandidatenturnier in das Finalmatch, in dem er Peter Leko mit 1,5-2,5 (+1-2=1) unterlag. Eine der meistkommentierten Partien überhaupt ist seine Annahme von Kasparovs Turmopfer 1999 in Wijk aan Zee.

Äußerst erfolgreich verlief für Topalow das Jahr 2005: im Januar belegte er in Wijk aan Zee den alleinigen 3. Platz, hinter Peter Leko und Viswanathan Anand, und besiegte den amtierenden Weltmeister Wladimir Kramnik mit den schwarzen Steinen in 20 Zügen. Einen Monat später gelang ihm einer der größten Erfolge in seiner Karriere, als er das "Wimbledon" des Schachs, das Turnier in Linares, gewann (geteilt mit Garri Kasparow, den er in der letzten Runde schlug). Im Mai 2005 setzte er seine Siegesserie fort und gewann das Weltklasseturnier in Sofia mit einem Punkt Vorsprung auf Viswanathan Anand. Ihm gelang hier zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Sieg mit den schwarzen Steinen gegen Wladimir Kramnik.

Bild:Veselin Topalov Sofia Airport 24.10.2005.pic-01.jpg
Weselin Topalow bei seiner Ankunft in Sofia im Oktober 2005 nach dem Gewinn der FIDE-WM

Den bis dato größten Erfolg feierte Topalow im Oktober 2005 in San Luis (Argentinien), als es ihm gelang, die erstmals seit 1948 wieder in einem Rundenturnier ausgespielte FIDE-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Er zählte zu den Favoriten auf den Titel und gewann das Turnier in souveräner Manier. Durch seinen im ersten Durchgang des doppelrundigen Turniers erzielten Vorsprung (er gewann im ersten Durchgang 6 Partien und machte ein Remis) stand er bereits eine Runde vor Schluss als Sieger fest und wurde ohne Niederlage neuer FIDE-Weltmeister.

Einen weiteren großen Erfolg konnte er im Januar 2006 feiern, als er das Spitzenturnier Corus Wijk aan Zee zusammen mit Viswanathan Anand gewann. Im April gewann er in Bukarest einen Wettkampf gegen den Europameister Liviu-Dieter Nisipeanu mit 3-1, im Mai erneut das M-tel Masters in Sofia.

Nach Beendigung des Turniers von San Luis ließ Topalow durch seinen Manager Silvio Danailow verlauten, dass er zu einem Wettkampf (allerdings nicht um den WM-Titel) gegen den klassischen Schach-Weltmeister, Wladimir Kramnik, bereit sei. Kramnik seinerseits bot Topalow einen Vereinigungswettkampf an. Dieser fand im September-Oktober 2006 in Elista statt. Nachdem es nach dem letzten regulären Spiel 6:6 unentschieden stand, konnte Kramnik sich in den anschließenden Schnellschach-Tiebreaks mit 2,5:1.5 durchsetzen und ist damit unumstrittener Schach-Weltmeister.

Nach einem sehr schwachen Turnier in Hoogeveen Ende des Jahres 2006 konnte Topalow zu Beginn des Jahres 2007 mit dem gemeinsamen Turniersieg mit Lewon Aronjan und Teimour Radjabov beim sehr stark besetzten Großmeister-Turnier in Wijk aan Zee wieder ein Glanzlicht in seiner Karriere setzen.

Topalows aktuelle Elo-Zahl beträgt 2772 (Stand: April 2007); damit ist er die Nr. 2 der Weltrangliste.[1]

Liste der Turnierergebnisse (ohne Schnellschach)

Turnier Ort Ergebnis/Punktezahl Rang
1989
U14-Weltmeisterschaft Aguadilla (Puerto Rico) ? 1. Platz
1992
Terrassa (Italien) 6,5/9 1. Platz
1993
Madrid (Spanien) 6,5/9 2. Platz
1994
Las Palmas (Spanien) 5,5/9 3. Platz
1995
Polanica Zdroj (Polen) 7,5/11 1. Platz
Elenite (Bulgarien) 6/9 1. Platz
Belgrad (Serbien-Montenegro) 6/11 4. Platz
1996
Amsterdam (Niederlande) 6,5/9 1. Platz
Dos Hermanas (Spanien) 6/9 3. Platz
Madrid 6,5/9 1. Platz
Leon (Spanien) 3,5/6 1. Platz
1997
Madrid 6,5/9 1. Platz
Dortmund 5,5/9 3. Platz
2001
Sarajevo (Bosnien-Herzegowina) 6/9 2. Platz
Dortmund 6,5/10 2. Platz
2002
Cannes (Frankreich) 6/9 1. Platz
2003
Leon 4/8 2. Platz
Benidorm (Spanien) 7/10 1. Platz
2004
FIDE Weltmeisterschaft 11,5/16 3. Platz
2005
Linares 8/12 1. Platz
Sofia (Bulgarien) 6,5/10 1. Platz
FIDE Weltmeisterschaft San Luis (Argentinien) 10/14 1. Platz (Topalow wird FIDE-Weltmeister)
2006
Corus Wijk aan Zee Wijk aan Zee (Niederlande) 9/13 1. Platz
Linares und Morelia (Mexiko) 8/14 3. Platz
Mtel Masters Sofia (Bulgarien) 6,5/10 1. Platz
Weltmeisterschaftskampf gegen Wladimir Kramnik Elista (Kalmückien, Russland) 5/11 (+2,-3,=6) 6-6 unentschieden, dabei ein kampfloser Gewinn, dann 2,5-1,5 im Schnellschach-Tiebreak für Kramnik
10th Essent Hoogeveen Niederlande 2,5/6 (+2,-3,=1) 3. Platz
2007
Corus Wijk aan Zee Wijk aan Zee (Niederlande) 8,5/13 1. Platz

Partien

Quellen

  1. Die Spieler mit den 100 höchsten Elo-Bewertungen der FIDE

Weblinks

Wikipedia
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