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Werner J. Cahnman
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Werner Jacob Cahnman (* 30. September 1902 in München; † 27. September 1980 in Forest Hills/New York) war ein deutscher, dann US-amerikanischer Soziologe.
Inhaltsverzeichnis |
Leben, Werk und Wirkung
Werner Cahnman studierte an den Universitäten München und Berlin und promovierte 1927 zum Dr. rer. publ. Dann arbeitete er an der Berliner Industrie- und Handelskammer und am Kieler Institut für Weltwirtschaft und Seeverkehr. wurde Dozent am jüdischen Lehrhaus in München und wirkte nach der Machtübernahme der Nazis im Jahr 1933 als Syndikus des Landesverbandes Bayern im Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, bis er 1938 ins KZ Dachau eingeliefert wurde. Dank einer Intervention seines akademischen Lehrers Karl Haushofer daraus befreit, emigrierte er 1940 in die USA. Dort war er zunächst Visiting Ph. D. an der Universität Chicago und lehrte dann Soziologie an der Fisk University, der Atlanta University und anderen Hochschulen, zuletzt an der Rutgers University. Nach dem Krieg war er auch Gastprofessor an der Universität München (dort emeritiert 1968). Er arbeitete ferner an der Conference of Jewish Social Studies mit und war Mitbegründer des Committee for Sociological History, auch Mitherausgeber der Zeitschrift Reconstruction. Das U.S. State Dept. gewann ihn zeitweise als wissenschaftlichen Analysten.
Beeinflusst von Ferdinand Tönnies, von Max Weber – dessen Typenlehre er übernahm – und von George Herbert Mead, legte er zahlreiche Studien zu Bereichen sozialer Vorurteile vor. Seine Hauptarbeitsgebiete waren die Soziologie der Juden, die Historische Soziologie generell und die Geschichte der Sozialwissenschaften. Als akademischer Lehrer war der schmächtige Gelehrte auf dem Podium subtil und klar, als Verhandler eindrucks- und wirkungsvoll.
Ausgewählte Publikationen
- 1931: Der ökonomische Pessimismus und das Ricardosche System
- 1943: „The Mediterranean and Caribbean Regions“, in Social Forces
- 1952: „The Cultural Consciousness of Jewish Youth“, in Jewish Social Studies
- 1964 (mit A. Boskoff): Sociology and History: Theory and Research
- 1969: „The Three Regions of German-Jewish History“, in Jubilee. Volume dedicated to Curt C. Silberman
- 1971 (mit Rudolf Heberle): Ferdinand Toennies on Sociology: Pure, Applied and Empirical
- 1973: Ferdinand Toennies: A New Evaluation
- 1974: „Pariahs, Strangers and Court Jews“, in American Sociological Review
- 1974: Friedrich Wilhelm Schelling über die Judenemanzipation“, in Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte
- 1981: „Tönnies und die Theorie des sozialen Wandels. Eine Rekonstruktion“, in: L. Clausen/F. U. Pappi, Ankunft bei Tönnies
Literatur
- Rudolf Heberle, „Nachruf“, in: Zeitschrift für Soziologie, 1981(X), H. 1
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cahnman, Werner J. |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher, dann US-amerikanischer Soziologe |
| GEBURTSDATUM | 30. September 1902 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 27. September 1980 |
| STERBEORT | Forest Hills/New York City |
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Kategorien: Soziologe | Deutscher | US-Amerikaner | Mann | Geboren 1902 | Gestorben 1980 | Wikipedia
