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Wendeltreppe

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Bild:Rembrandt Harmensz. van Rijn 038.jpg
Wendeltreppe in Rembrandts Gemälde Der Philosoph, 1633 (linksdrehend)
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Spindeltreppe

Die Wendeltreppe ist eine platzsparende Treppe, bei der die Wegführung einer Schraubenlinie gleicht. Durch diese Bauart bleibt die bebaute Grundfläche unabhängig von der Höhe der Treppe. Deshalb eignen sich Wendeltreppen insbesondere für den Einbau in Türmen.

Von der Wendeltreppe ist die Spindeltreppe zu unterscheiden. Diese hat eine durchgehende Säule in der Mitte; bei einer Wendeltreppe ist die "Säule" wie ein Korkenzieher spiralförmig gedreht.

Die Wendeltreppe windet sich schraubenförmig um einen zentralen Stützpfeiler. Die Mittelachse kann aber auch ausgespart sein, was zur offenen Wendeltreppe mit Treppenauge führt. Durch Wendelungen kann der Weg vom Anfang der Treppe bis zu ihrem Austritt der oberen Stufe wesentlich verkürzt werden. Im Mittelalter wurden oft solche Treppen bis hoch in die einzelnen Türme der Schlösser gebaut.

Rechtsdrehende Wendeltreppen

Alte Wendeltreppen in engen Türmen sind immer rechtsdrehend (von unten kommend). In der Technik entspricht das einem Links-Gewinde.

Es spielte eine große Rolle, ob die Treppe links- oder rechtsherum gewunden war. Ein Ritter konnte sich bei der Flucht nach oben besser mit dem Schwert in der rechten Hand in einer rechts windenden Treppe verteidigen. Die Angreifer – mit dem Schwert in der rechten Hand – wurden dabei durch den Stützpfeiler in der Mitte behindert. Zusätzlich hatte der Verteidiger noch einen taktischen Höhenvorteil. Er konnte also von oben mit dem Schwert in der rechten Hand auf den Verteidiger eindreschen, der mit der linken Hand nur seinen Schild bequem benutzen konnte.

Der Wehrturm in mittelalterlichen Burgen war der letzte Zufluchtsort, wenn alle Mauern gefallen waren. Er hatte oft eine Tür, die mehrere Meter über dem Boden lag und nur über eine Leiter zu erreichen war. In solchen Wehrtürmen sind die Wendeltreppen prinzipiell rechtsdrehend. Wenn es aber erst einmal so weit gekommen war, dass man sich im Wehrturm verteidigen musste, war die Lage für den Verteidiger nicht mehr besonders rosig.

In Augsburg gibt es eine Sonderform der Wendeltreppe. Im alten Wasserturm am roten Tor kann man eine gegenläufige Wendeltreppe bestaunen. Erbaut wurde sie vom damaligen Stadtbaumeister Caspar Walter (Amtszeit: 1701–1769).

In der Burg von Graz gibt es eine Doppelwendeltreppe. Die Grazer nennen die Treppe "Versöhnungsstiege". Getrennte Wege führen wieder zusammen.

Bild:Schloss Chambord Wendelstein.jpg
Der zentrale doppelläufige Wendelstein des Corps de Logis im Schloss Chambord, der vermutlich auf Leonardo da Vinci zurückgeht
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