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Wendelsteinbahn

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Auf den Wendelstein in den oberbayerischen Kalkalpen führen zwei Bergbahnen, die eigentliche Wendelsteinbahn, eine Zahnradbahn, und die Wendelstein-Seilbahn. Beide werden von der Wendelsteinbahn GmbH unterhalten.

Bild:Wendelsteinbahn.jpg
Die Wendelsteinbahn beim Passieren der "Hohen Mauer"

Geschichte

Der Bau der Wendelsteinbahn, einer elektrischen, meterspurigen Zahnradbahn (mit einigen Adhäsionsabschnitten), betrieben mit Strom aus Wasserkraft, war die Vision des Geheimen Kommerzienrates Dr. h.c. Otto von Steinbeis, 1839-1920, eines Industriellen, der neben der Forst- und Landwirtschaft im Voralpenland Holzeinschlag in Bosnien im großen Stil betrieb und parallel dazu ein ausgedehntes Kleinbahnnetz aufbaute. 1908 veröffentlichte er seine Pläne, am 4. Februar 1910 setzte Prinzregent Luitpold seine Unterschrift auf die Konzessions-Urkunde zum Bau der Wendelstein-Zahnradbahn. Baubeginn war nach Überwindung diverser Widerstände und Schwierigkeiten der 29. März 1910. Die Baukosten betrugen circa 3 Millionen Goldmark, welche vom Erbauer vollständig aus eigenen Mitteln erbracht wurden. Nach heutigem Maßstab sind das etwa 15 Millionen Euro. Am 12. Mai 1912 befuhr der erste Zug die Strecke, und am 25. Mai wurde die Bahn feierlich eingeweiht. Die Wendelsteinbahn ist damit die älteste Zahnradbahn Bayerns, die älteste noch aktive Zahnradbahn Deutschlands ist die am 13. Juli 1883 in Betrieb genommene Drachenfelsbahn.

Stationen und Kunstbauwerke
Bild:BSicon exKBFa.svg 0,0 Brannenburg
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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wendelsteinbahn, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Bild:BSicon exSTR.svg ehemals Anschluss an die Bahnstrecke München–Kufstein
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Bild:BSicon xKBFa.svg 2,3 Waching 508 m ü.d.M.
Bild:BSicon ABZlf.svg Abzweig zum Depot
Bild:BSicon STR.svg Beginn des Zahnstangenabschnittes
Bild:BSicon BHF.svg 6,4 Kreuzungsstelle Aipl 972 m ü.d.M.
Bild:BSicon HST.svg 7,5 Mitteralm 1210 m ü.d.M.
Bild:BSicon TUNNEL2.svg Tunnel 1 (34 m)
Bild:BSicon TUNNEL2.svg Tunnel 2 (40 m)
Bild:BSicon TUNNEL2.svg Tunnel 3 (50 m)
Bild:BSicon TUNNEL2.svg Tunnel 4 (30 m)
Bild:BSicon TUNNEL2.svg Tunnel 5 (16 m)
Bild:BSicon BRÜCKE.svg Hohe Mauer
Bild:BSicon TUNNEL1.svg Tunnel 6 (119 m)
Bild:BSicon TUNNEL2.svg Tunnel 7 (35 m)
Bild:BSicon KBFe.svg 9,9 Wendelsteinhaus 1723 m ü.d.M.

Über zwei Jahre waren rund 800 Arbeiter überwiegend aus Kroatien und Italien im Einsatz, um unter schwersten Bedingungen die 9,95 km lange, von Brannenburg aus weitestgehend über die Ostseite des Berges führende Strecke mit einer Vielzahl von Kunstbauten (7 Tunnel, 8 Galerien, 12 Brücken) zu errichten. Um den Bahnbetrieb auch im Winter aufrechterhalten zu können, wählte man statt der naheliegenden leichteren Route an den Abhängen der Mitter- und Reindler Almen die schwierigere Trasse, die an den steilen Felswänden des Wildalpjochs und des Soin entlangführt. Dieser Weg musste dem Berg buchstäblich abgerungen werden. Allein für die so genannte Hohe Mauer, einen 127 m langen und 17 m hohen, auch heute noch beeindruckenden Damm kurz vor dem Bergbahnhof, benötigte man 10.000 Kubikmeter behauenes Gestein. Insgesamt kamen 35 Tonnen Sprengstoff zum Einsatz. Für die bis 1961 9,95 km lange Strecke brauchte man eine Fahrzeit von 75 Minuten. Zunehmender Individualverkehr machte es ab 1961 notwendig, zwischen dem Bahnhof Brannenburg und dem heutigen Talbahnhof im Brannenburger Ortsteil Waching auf die Gleisführung, die die Bundesstraße kreuzte, zu verzichten. Die Fahrzeit verkürzte sich hierdurch um 20 Minuten bei einer Streckenlänge von nunmehr sieben Kilometer, allerdings verlor man mit dieser Maßnahme den Anschluss an das Bahnnetz der DB.

In den Folgejahren wurde deutlich, dass ein rentabler Betrieb der Bahn nicht aufrechterhalten werden konnte, daher errichtete man 1970 die von Bayrischzell-Osterhofen zum Wendelsteingipfel führende Wendelstein-Seilbahn, die langfristig die Zahnradbahn ablösen sollte. Man erkannte jedoch noch rechtzeitig die Anziehungskraft der Zahnradbahn für den zunehmenden Tourismus und erhielt den Betrieb weiterhin aufrecht.

Mit Hilfe des Freistaates Bayern, der Anliegerkommunen, des Landkreises Rosenheim und der Muttergesellschaft Lechwerke AG begannen 1987 die 17 Millionen DM kostenden Modernisierungsmaßnahmen. Nach deren Abschluss 1991 betrug die Kapazitätssteigerung nahezu 100 %, die Fahrzeit verringerte sich dank zweier moderner Doppeltriebwagen auf 20 Minuten für die Bergfahrt und auf 30 Minuten für die Talfahrt, die Züge fahren seither im Halbstundentakt. Heute arbeiten bei der Zahnradbahn noch ca. 20 Mitarbeiter, doch ist die Bahn immer noch auf Ausgleichszahlungen angewiesen.

Neben der Wendelstein-Zahnradbahn gibt es in Bayern nur noch eine Zahnradbahn, die Bayerische Zugspitzbahn.

Details

  • Streckenlänge bei Inbetriebnahme: 9,95 km
  • seit 1961: 7,66 km, davon sind 6,15 km Zahnstangenabschnitte
  • Streckenlänge Abzweigweiche - Lokschuppen: 0,589 km
  • größte Steigung: 23,7 Prozent
  • Spurweite: 1000 mm, System Strub
  • Talbahnhof Brannenburg/Waching: 506 m ü. NN
  • Bergbahnhof Wendelsteinhaus: 1.723 m ü. NN
  • Höhenunterschied: 1217,27 m

Weblinks

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