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Wendelstein (Memleben)
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Wendelstein ist eine teilweise noch bewohnte Ruine einer mittelalterlichen Burg aus dem 14.Jahrhundert, zum andern der sich dieser unmittelbar anschließende Ortsteil von Memleben im Burgenlandkreis im südlichen Sachsen-Anhalt. Burgruine und Ortschaft liegen auf einer Erhebung, die unmittelbar an der Unstrut schroff abfällt.
Die Lage auf dem 30 m hohen Gipsfelsen macht eine Burganlage bereits für das frühe Mittelalter als Grenzfeste der Sachsen gegen die Franken wahrscheinlich; diskutiert wird sogar, ob die ottonische Kaiserpfalz Memleben auf diesem Orte gelegen haben könnte.
Urkundlich bezeugt ist die Burg erstmals 1312, als Wendilsteyn 1322. Sie gehörte zunächst den Grafen von Weimar, diese mussten sie aufgrund ihrer hohen Schulden an den landgräflichen Hofrichter von Witzleben verkaufen. Durch diesen erfolgte der Ausbau. 1560 und 1590 erfolgten weitere Umbauten zum Wohnschloss.
1623 geriet der Wendelstein in den Besitz des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen. Während des 30jährigen Krieges wurde er 1632 von den Pappenheimern, 1632 und 1640 von den Schweden verwüstet, danach wurden nur noch einfachere Fachwerkbauten errichtet.
Im 18. Jahrhundert entstand eine weithin berühmte Pferdezucht aus Pferden polnischer, türkischer und tartarischer Rassen. Während der Freiheitskriege wurde das Gestüt am 26. Mai 1813 durch Lützower Jäger unter einem Kommando von Theodor Körner seiner Pferde beraubt.
Das Gestüt wurde nicht wieder besetzt; nachdem Wendelstein 1815 Preußen zugeschlagen wurde, verfiel die Domäne.
1981 wurden Sanierungsarbeiten an der Burgruine durchgeführt und Wohnungen in den noch erhaltenen Gebäuden des West- und des der Unstrut zugekehrten Südflügels eingerichtet. Der aus der späten Renaissancezeit stammende Nordflügel ist nur noch teilweise erhalten, bietet aber immer noch ein imposantes Bild. Der älteste Teil der Burg mit trutzigen Mauern und Türmen ist dem Westflügel vorgelagert, hier sind auch Reste einer romanischen Kapelle zu besehen. Die Burganlage wird von einem stattlichen, in mehreren Stufen abfallenden Burggraben umgeben, der wiederum von einem Wall mit Kasematten abgegrenzt wird.
Das vor Zeiten wehrhafte Bild wird nun durch üppig gedeihenden Grünwuchs gemildert, Wall und Graben sind von Gras überwachsen und von Bäumen umsäumt, die den Blick zum Ortsteil Wendelstein hin versperren; hingegen ist der Blick von Süden durch den kahlen steilragenden Gipsfelsen gepägt.
Mittlerweile besteht im Ort wieder eine Pferdezucht von Friesenpferden und Deutschem Warmblut.
Literatur
- Fritz Kühnlenz "Städte und Burgen an der Unstrut", Greifenverlag, 1. Auflage 1992, ISBN 3-7352-0293-4 oder Sondereinband - Verlagshaus Thüringen 1999, ISBN 3896831216
- Saale-Unstrut-Jahrbuch, Herausgeber Saale-Unstrut-Verein für Kulturgeschichte und Naturkunde e.V., Druckhaus Naumburg
Koordinaten: 51° 16′ 39" n. Br., 11° 27′ 59" ö. L.
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