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Wendel Hipler
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Wendel Hipler (* 1465 in Neuenstein; † September 1526 in Heidelberg) leitete im Mai 1525 mitten im Bauernkrieg als Bauernkanzler das große Bauernparlament in Heilbronn. Hiplers Programm, bekannt geworden durch die „Heilbronner Tagesordnung“, sah sowohl eine Volksvertretung als auch eine Opposition vor.[1]
Hipler ergriff den Beruf des Juristen. Er folgte in seiner Karrierelaufbahn seinem Vater und wurde wie er Sekretär der Grafen von Hohenlohe, später sogar Kanzler und Vertrauensperson der Grafen. Trotzdem fiel er später beim Grafen in Ungnade und wurde Kanzler des Odenwälder Bauernhaufens. Zusammen mit Florian Geyer, Georg Metzler, Jäcklein Rohrbach und Götz von Berlichingen leitete er ein Bauernheer und nahm Öhringen ein.
Gemeinsam mit dem Heilbronner Prokurator Hans Berlin, der das Vertrauen sowohl des Stadtrats zu Heilbronn als auch der Bauern genoss, und dem Rentamtmann Friedrich Weigandt aus Mainz erarbeitete Hipler die Amorbacher Erklärung zu den Zwölf Artikeln der deutschen Bauernschaft. In der Erklärung wurden die Artikel den örtlichen Gegebenheiten angeglichen. Damit sollte der Weg zu einer Reformation geebnet werden.[2]
Im Mai 1525, mitten im Bauernkrieg, leitete Hipler als Bauernkanzler das große Bauernparlament in Heilbronn. Seine Heilbronner Tagesordnung sah sowohl eine Volksvertretung als auch eine Opposition vor und wollte Münzen, Maße und Gewichte vereinheitlichen. Die Tagesordnung sah auch die Abschaffung die inneren Zölle vor. Letztendlich sollte die Handelswirtschaft im Gegensatz zur Feudalwirtschaft gefördert und somit privates Eigentum statt des feudalen Großgrundbesitzes gestärkt werden. Damit wurde ein Programm dargelegt, das „um die Durchführung des Möglichen“[3] bemüht war. Hipler war dabei „einer der wenigen politischen Köpfe im Bauernkrieg“.[4]
Am 12. Mai 1525 erlitten die Bauern gegen den Schwäbischen Bund bei Böblingen eine Niederlage. Die Stadt Heilbronn schickte Hans Berlin zum Truchsessen von Waldburg, um mit ihm über die Übergabe der Stadt zu verhandeln. Wendel Hipler musste daher nach Würzburg fliehen. Aber auch Würzburg öffnete am 7. Juni 1525 dem Truchsessen die Tore, und Hipler geriet in Gefangenschaft, wo er im September 1526 starb.
Quellen
- ↑ Heilbronn, Kultur- und Wirtschaftschronik. 1. Auflage. Kunstverlag Josef Bühn, München 1973. Seite 24
- ↑ Christhard Schrenk, Hubert Weckbach, Susanne Schlösser: Von Helibrunna nach Heilbronn: eine Stadtgeschichte. Theiss, Stuttgart 1998 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn; 36), ISBN 3-8062-1333-X. Seite 53
- ↑ Günther Franz: Der deutsche Bauernkrieg. 4. Auflage. Gentner, Darmstadt 1956
- ↑ Bernd Wunder: Die Reichsstadt Hall im Franzoseneinfall 1688. In: Württembergisch Franken 45.1964, S. 29–59
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hipler, Wendel |
| KURZBESCHREIBUNG | Bauernführer im Bauernkrieg 1525 |
| GEBURTSDATUM | 1465 |
| GEBURTSORT | Neuenstein (Hohenlohe) |
| STERBEDATUM | September 1526 |
| STERBEORT | Heidelberg |
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