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Weltverfolgungsindex
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Der Weltverfolgungsindex wird jährlich vom international tätigen Missions- und Hilfswerk Open Doors ermittelt und veröffentlicht. Der Index ist eine Liste von über 100 Ländern, in denen Christen am schlimmsten aufgrund ihres Glaubens verfolgt oder benachteiligt werden. Veröffentlicht werden 50 Länder im Index.
Über 200 Millionen Menschen leiden wegen ihres christlichen Glaubens unter Benachteiligung oder unter Christenverfolgung – sei es in islamischen Ländern, totalitären Staaten oder in Gebieten, in denen Gewalt herrscht. Sie gelten häufig als Menschen zweiter Klasse, denen selbst elementare Grundrechte verweigert werden.
Open Doors ist ein christliches überkonfessionelles Missions- und Hilfswerk, das sich in 45 Ländern der Welt für Christen einsetzt, die aufgrund ihres Glaubens benachteiligt und verfolgt werden.
Inhaltsverzeichnis |
Entstehung
Um den Weltverfolgungsindex zu ermitteln, benutzt Open Doors einen eigens hierfür erstellten Fragebogen aus 50 Fragen. Die Antworten werden mit einer Punktzahl bewertet. Die Gesamtsumme der Punkte für ein Land bestimmt dessen Position im Weltverfolgungsindex. Recherchiert werden verschiedene Aspekte der Religionsfreiheit.
Unterschieden wird dabei zum Beispiel zwischen …
- … dem rechtlichen und offiziellen Status von Christen
- Ist Religionsfreiheit in der Verfassung und/oder den Landesgesetzen verankert?
- Haben die Bürger das gesetzliche Recht, zum Christentum zu konvertieren?
- … der tatsächlichen Situation der im Land lebenden Christen
- Werden Christen ihres Glaubens wegen getötet?
- Werden Christen ihres Glaubens wegen zu Gefängnis- oder Arbeitslagerstrafen verurteilt bzw. in die Psychiatrie eingewiesen?
- … der Freiheit und den Einschränkungen der Kirche in der Gesellschaft
- Dürfen Christen christliche Literatur drucken und verbreiten?
- Werden christliche Veröffentlichungen in diesem Land zensiert/verboten?
- … den Faktoren, die die Religionsfreiheit in einem Land untergraben können
- Werden Versammlungsorte von Christen oder deren Häuser aus antichristlichen Motiven angegriffen?
Index 2007: Die ersten zehn Länder im Index
Die ersten zehn Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden:
Platz 1 Nordkorea: Das abgeschottete, kommunistische Nordkorea steht nun schon seit fünf Jahren an der Spitze des Index. In keinem anderen Land der Welt wird so massiv gegen die Religionsfreiheit verstoßen, werden Christen so erbarmungslos verfolgt.
Platz 2 Saudi-Arabien: Das strikt islamische Königreich hält auch in diesem Jahr den 2. Platz.
Platz 3 Iran: Im vergangenen Jahr stand die islamische Republik noch auf Platz 5.
Platz 4 Somalia: Für Somalia hat es ebenfalls keine Veränderung zum Vorjahr im Ranking gegeben.
Platz 5 Malediven: Auch die Malediven halten ihre Platzierung vom Vorjahr.
Platz 6 Jemen: Der Jemen ist von Platz 8 um zwei Ränge nach oben gerückt, und belegt nun den 6. Rang.
Platz 7 Bhutan: Bhutan verbesserte sich um einen Rang auf Platz 7 (2006: Platz 6)
Platz 8 Vietnam: Auch die sozialistische Republik Vietnam verbesserte ihre Position vom 7. auf den 8. Platz.
Platz 9 Laos: Leicht verbessert hat sich die Religionsfreiheit auch in Laos, das jedoch unverändert an neunter Position steht.
Platz 10 Afghanistan: Afghanistan, im vorherigen Index noch an 11. Stelle, rückte auf Platz 10 vor und beschließt die TOP TEN der Länder, in denen Christen am meisten verfolgt werden. Bereits im Jahr 2005 belegte die islamische Republik diese Position im Weltverfolgungsindex.
In sechs der ersten zehn Länder des Indexes ist der Islam die Religion der Mehrheitsbevölkerung bzw. Staatsreligion: in Saudi-Arabien, dem Iran, in Somalia, auf den Malediven, im Jemen und in Afghanistan. Drei Länder haben kommunistische Regierungen: Nordkorea, Vietnam und Laos. Bhutan ist das einzige buddhistisch geprägte Land unter den Spitzenreitern des diesjährigen Weltverfolgungsindexes.
Verstärkte Christenverfolgung
Verschlechtert hat sich die Glaubensfreiheit im Jahr 2006 für Christen in Nordkorea, Usbekistan und Eritrea, auf den Komoren, im Irak, in Nordnigeria, Algerien und Mauretanien, in der Türkei, in Äthiopien und in Nordost-Kenia. In fünf dieser Länder - dem Irak, Nordnigeria, Türkei, Äthiopien und im Nordosten Kenias – kam es nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung zu religiösen Spannungen.
- Nach den blutigen Ereignissen im Mai 2005 in Andischan kam es in Usbekistan (aktuell Platz 11; 2006: 12) zu einer politischen Kehrtwende. Die Regierung begann mit einer systematischen Christenverfolgung, die bis ins Jahr 2006 andauerte. Einige ausländische kirchliche Mitarbeiter wurden des Landes verwiesen. In Fernsehsendungen wurden Christen negativ dargestellt, was den Druck – besonders von der Verwandtschaft und den örtlichen Behörden – auf die Gläubigen verstärkte.
- Im ostafrikanischen Eritrea (Platz 13; 2006: 14) schränkt die Regierung die Religionsfreiheit für staatlich nicht erlaubte Glaubensgruppen massiv ein und verletzt sogar die Rechte einiger registrierter Gruppen. Die Situation der Christen verschlechterte sich im Jahr 2006 noch weiter. So wurden bei Erstellung des Indexes mehr als 2.000 Christen wegen ihrer religiösen Überzeugungen auf Polizeiwachen, in Militärlagern und in Gefängnissen festgehalten. In vielen Fällen werden die inhaftierten Christen von den Beamten geschlagen und körperlich misshandelt. Zwei Christen starben unter der Folter. Sie wurden verhaftet, weil sie in einem Privathaus einen Gottesdienst abhielten.
- In der islamischen Republik auf den Komoren (Platz 15; 2006: 15) wurden im Mai 2006 vier Männer wegen ihrer christlichen Gesinnung zu einer Haftstrafe verurteilt. Die Polizei schlug die Männer und versuchte sie dazu zu bewegen, ihren christlichen Glauben zu widerrufen. Zwar ist die gesellschaftliche Ausgrenzung von Christen weit verbreitet, doch hat es seit Ende der 1990er Jahre von den Komoren keine Berichte über derartige Übergriffe auf Christen gegeben.
- Im Jahr 2006 kam es verstärkt zu religiösen Spannungen im Irak (Platz 21; 2006: 23). Abgesehen von den blutigen Kämpfen zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen und der Tatsache, dass viele Angriffe bereits alltäglich geworden sind, gab es Berichte über eine Zunahme von gewalttätigen Übergriffen speziell auf Christen. 2006 sind einige Christen ermordet, beleidigt und entführt worden. Zudem wurden Kirchen beschossen oder Bombenan-schläge auf Kirchen oder christliche Einrichtungen verübt.
- Mindestens zwölf nördliche Bundesstaaten in Nigeria (Platz 27; 2006: 28) haben in den vergangenen sechs Jahren das islamische Recht, die Scharia, eingeführt. Seitdem kam es wiederholt zu Ausbrüchen religiös motivierter Gewalt, die tausende von Menschenleben gefordert haben. Dieser Trend hat sich 2006 fortgesetzt. Christen wurden getötet, Versammlungsstätten angegriffen, die friedliche Weitergabe des Evangeliums an Muslime wurde in vielen Fällen als Beleidigung angesehen und der Islam mit Gewalttaten verteidigt.
- In Algerien (Platz 31; 2006: 37) trat ein Gesetz in Kraft, das die Mission unter Muslimen unter Strafe stellt und der Regierung das Recht gibt, jeden Aspekt der christlichen Praxis zu regulieren. Einheimische Informanten bestätigen, dass sich die Lage in Algerien im vergangenen Jahr verschlechtert hat. Die Behörden versuchen, die einheimischen Christen zu isolieren.
- Die islamische Republik Mauretanien belegte im Jahr 2006 noch den 40. Platz des Indexes. Im diesjährigen Ranking liegt das Land auf Position 32. Der Grund für diese Verschlechterung liegt zum einen darin, dass Open Doors mehr Informationen über dieses Land erhalten hat. Zum anderen kam es im vergangenen Jahr zu einer Zunahme der Drangsalierung einheimischer Christen bzw. von Gemeinden afrikanischer Ausländer.
- Verglichen mit dem Vorjahr scheint die religiöse Toleranz gegenüber Nichtmuslimen in der Türkei (Platz 35; 2006: 36) abgenommen zu haben. Ein römisch-katholischer Priester wurde getötet und andere Geistliche bedroht und angegriffen. Open Doors erfuhr von vier gewalttätigen Angriffen auf katholische Geistliche und von zwei Übergriffen auf türkische Leiter protestantischer Gemeinden. Auf eine protestantische Kirche wurde im November 2006 ein Brandanschlag verübt.
- In Äthiopien (Platz 37; 2006: 38) stießen Christen in mehrheitlich islamischen Regionen auf massiven Widerstand von Ortsbehörden und radikalen Muslimen. Muslimische Extremisten attackierten einige Kirchen sowie eine christliche Organisation, und verprügelten Konvertiten. Zwischen Muslimen und Mitgliedern der äthiopisch-orthodoxen Kirche kam es zu einem Gewaltausbruch, bei dem Christen wie auch Muslime starben. Häuser wurden niedergebrannt, 2.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben und manche Christen wurden gezwungen, zum Islam überzutreten.
- In überwiegend muslimischen Gebieten im Nordosten von Kenia (Platz 47; 2006: 50) werden Christen wegen ihrer Glaubenseinstellung benachteiligt und schikaniert. Der Druck auf sie nahm im Jahr 2006 etwas zu. Im März wurden drei Missionare des Landes verwiesen, als einige Muslime zum Christentum konvertierten. Radikale Muslime griffen im Mai eine christliche Radiostation an und steckten Teile des Senders in Brand. Bei dem brutalen Überfall starb ein Wachmann und drei Personen wurden verletzt.
Verbesserte Situation für Christen
Im Jahr 2006 verbesserte sich die Lage der Christen in Marokko, Indonesien und Nepal.
- In Marokko (Platz 33; 2006: Platz 20) wurden weniger Christen von der Sicherheitspolizei verhört. Wie einheimische Kontaktpersonen mitteilten, hat die Regierung Christen gegenüber eine offenere Haltung als früher eingenommen. Dennoch sind Christen bei der Ausübung bzw. Weitergabe ihres Glaubens weiter eingeschränkt.
- In stark islamisch geprägten Gebieten Indonesiens (Platz 41; 2006: 35) sehen Christen mehr Verfolgung entgegen als in gemäßigten Regionen. Indonesiens Position auf dem Index hat sich im Laufe der vergangenen Jahre jedoch verbessert. Zwar wurde die Ermordung eines Christen bekannt, jedoch keine neuen Verhaftungen von Christen.
- Das neue Regime in Nepal (Platz 48; 2006: 34) hat die Verfassung geändert. Danach ist Nepal kein hinduistisches Königreich mehr. Im vergangenen Jahr ist die Kirche schnell gewachsen und Open Doors erreichten keine Berichte über antichristliche Angriffe auf Personen oder Kirchen. Die Folge ist, dass in Nepal heute mehr Religionsfreiheit herrscht, als vor einem Jahr.
Weblinks
- Index 2007
- Offizielle Website von Open Doors Deutschland
- Offizielle Website von Open Doors International
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