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Weltsprache

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Als Weltsprachen werden Sprachen bezeichnet, die weltweit von vielen Menschen verstanden werden. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die englische Sprache die für Nordamerika, Europa, Indien und den pazifischen Raum bedeutendste Weltsprache. Da die Übergänge von Weltsprachen zu Verkehrssprachen fließend sind, werden weiter verbreitete Verkehrssprachen oft auch als Weltsprachen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung der Weltsprachen

Die Grafiken zeigen die Verbreitung der einzelnen Weltsprachen.

Merkmale

Eine Weltsprache zeichnet sich vor allem durch folgende Merkmale aus:

  • Sie hat eine hohe Sprecherzahl an Muttersprachlern.
  • Auch unter Nicht-Muttersprachlern beherrschen viele diese Sprache als Fremd- oder Zweitsprache.
  • Sie wird in vielen Ländern, auf mehreren Kontinenten und in mehreren Kulturkreisen verstanden.
  • Sie wird in vielen Ländern als Fremdsprache an Schulen unterrichtet.
  • Sie ist Amts- oder Verkehrssprache von multinationalen Organisationen, multinationalen Firmen oder internationalen Konferenzen.

Abgrenzung

Nicht relevant dagegen ist, in wie vielen Staaten eine Weltsprache Amtssprache ist. Französisch war neben Englisch eine der wichtigsten Weltsprachen bis in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein, aber Amtssprache nur in sieben nennenswerten Ländern (Frankreich, Monaco, Französisch-Guyana, Schweiz, Belgien, Luxemburg, Kanada und franz. Inselgebiete). Deutsch war bis zum ersten Weltkrieg in den USA sehr verbreitet (ähnlich wie heute Spanisch), Verkehrssprache in Ost- und Mitteleuropa und in der Wissenschaft die vorherrschende Sprache.

Eine Lingua Franca muss im Gegensatz zur Weltsprache nur regionale Bedeutung über Sprachgrenzen hinweg haben; daher ist jede Weltsprache auch eine (weltweite) lingua franca, aber nicht jede lingua franca eine Weltsprache.

Nach den Regeln des Kommunikativen Netzwerkes moderner Sprachen zeichnen sich Weltsprachen dadurch aus, dass

  • sie sowohl als Erst-, wie auch als Zweitsprachen gesprochen werden,
  • mehr als 100 Mio. Sprecher haben,
  • die Sprachgemeinschaft nicht an eine besondere Ethnie gebunden ist,
  • sie Staats- oder Amtssprache in zahlreichen Ländern ist,
  • in internationalen Handelskontakten eine Rolle spielen,
  • als Amtssprache in internationalen Organisationen fungieren,
  • sie einen privilegierten Status als Fremdsprache in der Schulausbildung haben,
  • sie als Wissenschaftssprache fungieren,
  • sie maßgeblichen Anteil an der Vermittlung von Wissen haben und
  • sich mit ihnen Prestigewerte verknüpfen.

Als Weltsprachen werden demnach heute gemeinhin angesehen (in Klammern die Summe der Primär- und Zweitsprachler, Stand 1997) (alle UNO-Amtssprachen außer Deutsch und Portugiesisch):

Mandarin ist die wichtigste der chinesischen Sprachen und hat etwa 850 Mio. Muttersprachler, das sind mehr Muttersprachler als Englisch Mutter- und Fremdsprachler zusammengenommen hat, sowie etwa 350 Mio. Zweitsprachler: in China und in Taiwan müssen sowohl alle nicht-mandarinsprechenden Chinesen, wie die Wu, Yue (Kantonesisch), Jin, Xiang, Min Nan, Hakka, usw. sowie alle nicht-chinesischen Minderheiten wie die Uiguren, Mongolen, Tibeter, Mandschuren, Koreaner, usw. Mandarin in der Schule lernen. Mandarin ist Amtssprache in China und Taiwan, in Singapur eine der vier Amtssprachen. Mandarin ist auch eine der sechs UNO-Amtssprachen. In praktisch allen Ländern der Welt finden sich chinesische Minderheiten, die oft in sog. Chinatowns konzentriert sind und in denen Mandarin und Kantonesisch die vorherrschenden Verkehrssprachen sind. Mandarin spielt nicht nur im internationalen Handel, sondern auch im Schulunterricht vieler Staaten eine immer größere Rolle, z.B. in Japan und in Australien, da alle Länder, die Handel mit China treiben, jetzt enormen Bedarf an Leuten mit guten Mandarinkenntnissen haben.

Auch Hindi hat mehr Muttersprachler als Englisch, ist aber nur regionale Lingua Franca in Südasien.

Blutiger Ruhm

Die meisten Weltsprachen entstanden bisher nicht durch friedlichen Beschluss der Völker. Viele Weltsprachen der modernen Zeit sind ehemalige Kolonialsprachen, die ihre Verbreitung auf anderen Kontinenten vor allem oft brutaler Kolonisation verdanken. Im Grunde hat der Besitz eines großen Kolonialreichs allen Kolonialmächten des 19. und 20. Jahrhunderts fast schon automatisch den Aufstieg ihrer Nationalsprache zur Weltsprache garantiert. Eine Ausnahme ist die niederländische Sprache, da die Niederlande in ihrer riesigen Kolonie Indonesien eine auf den lokalen Dialekten aufbauende Ausgleichssprache, Bahasa Indonesia einführten.

In einer umgekehrten Entwicklung verlor Deutsch, das seit etwa 1860 fast neunzig Jahre lang die dominierende Weltsprache in Wissenschaft und Kunst war, diesen Status nicht durch die abnehmende Bedeutung der deutschen Wissenschaftler, sondern durch die Niederlage in den zwei Weltkriegen. Allerdings ist Deutsch wieder auf dem Weg nach oben. Unter anderem verdrängte es Französisch auf den dritten Platz und ist somit in Europa auf dem zweiten Platz nach Englisch. Auch nach der Lage der Weltwirtschaft gewinnt Deutsch als Zweitsprache immer mehr an Bedeutung.

So schwingt in dem Begriff Weltsprache ein gewisser imperialer Anspruch mit, der von Sprechern kleinerer Sprachen als negativ empfunden werden kann. Dies galt bereits für die Weltsprache der klassischen Antike, das Altgriechische, dessen Verbreitung sich vor allem auf den Feldzug Alexanders des Großen zurückführen lässt.

Antike Weltsprachen

In der Antike erhoben vor allem das Griechische, das Lateinische und davor noch das Reichs-Aramäische den Anspruch, Weltsprachen zu sein.

Alternativen

Plansprachen wie beispielsweise Esperanto wurden bislang von keiner staatlichen Organisation als Verkehrssprachen eingeführt, obwohl in den UNESCO-Resolutionen von 1954 und 1985 ausdrücklich Esperanto als geeignetes Mittel zur internationalen Verständigung anerkannt wurde und in der Resolution von 1985 die Mitgliedsstaaten von der Generalkonferenz eingeladen wurden, Studien zum Sprachenproblem und zu Esperanto in den Schulen und höheren Bildungseinrichtungen durchzuführen (The General Conference … invites the Member States … to promote the introduction of a study programme on the language problem and Esperanto in their schools and higher educatinal institutions).

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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