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Weltfestspiele der Jugend und Studenten
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Chronik der Weltfestspiele
Der am 10. November 1945 gegründete WBDJ beschloss, Weltjugendtreffen zu veranstalten; diese Treffen sollten „die internationale Freundschaft und Verständigung der Jugendlichen der verschiedenen Länder entwickeln und verstärken, einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau der Welt und zur Erhaltung des Friedens leisten und mit allen geeigneten Mitteln das Leben, die Tätigkeit, die Bestrebungen der Jugend der verschiedenen Länder zeigen“.
Auf den Weltfestspielen wird diskutiert und gefeiert, man hört und bietet Musik und Vorträge. Die Veranstaltungen sind politisch und kulturell geprägt. Besonders in der Zeit des Kalten Krieges waren sie immer wieder Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen, vor allem 1959 und 1962 als sie in westlichen Ländern stattfanden, sowie 1968, als die Studentenrevolte und der Prager Frühling auch das Festival in Sofia beeinflussten.
Weltfestspiele:
- 1947 in Prag
- 1949 in Budapest
- 1951 in Berlin (Ost)
- 1953 in Bukarest
- 1955 in Warschau
- 1957 in Moskau
- 1959 in Wien
- 1962 in Helsinki
- 1968 in Sofia
- 1973 in Berlin (Ost)
- 1978 in Havanna
- 1985 in Moskau
- 1989 in Pjöngjang
- 1997 in Havanna
- 2001 in Algier
- 2005 in Caracas
Die Weltfestspiele in der DDR
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Die ersten in der DDR veranstalteten Weltjugendspiele fanden im Jahre 1951 in Ost-Berlin statt. Etwa 26.000 Teilnehmer aus 104 Ländern kamen in die „Hauptstadt der DDR“. Die junge DDR nutzte die Weltfestspiele intensiv als Gelegenheit, sich internationales Ansehen zu schaffen. Die Festivalhymne „Im August blüh'n die Rosen“ ging in das populäre Liedgut der DDR ein und wurde auch im Westen ein erfolgreicher Schlager.
Die junge Welt berichtete damals, dass teilnahmewillige Jugendliche aus Westdeutschland teilweise durch BRD-Behörden an der Ausreise gehindert worden wären. Eine 10 km tiefe Sperrzone entlang der Zonengrenze wäre eingerichtet worden, um Jugendliche daran zu hindern, in die DDR zu gelangen. 450 Hamburger Jugendliche wären vom BGS am Grenzübergang Lübeck verprügelt und misshandelt worden, als sie versuchten, in die DDR zu gelangen, um an den Weltfestspielen teilzunehmen. Bei dem Versuch, nach Berlin zu gelangen, ertrank der Leiter der Falkengruppe „Geschwister Scholl“, Werner Tiegel, auf der Flucht vor dem BGS in der Elbe. Trotzdem hätten mehr als 35.000 junge Menschen aus der BRD und aus Westberlin am Festival teilgenommen. [1]
Aufgrund von Versorgungsenpässen folgten viele Jugendliche der Einladung des West-Berliner Bürgermeisters, Ernst Reuter sich an den provisorischen West-Berliner Suppenküchen zu versorgen. Der FDJ-Vorsitzende Erich Honecker schickte daraufhin Mitglieder der FDJ in den Westen, wo sich diese Straßenschlachten mit der West-Berliner Polizei lieferten. [1]
In der DDR fanden die Weltfestspiele ein weiteres Mal im Jahre 1973 statt. Dort kamen in neun Tagen etwa 8 Millionen Besucher mit 25.600 Gästen aus 140 Staaten zusammen, darunter 800 Jugendliche aus der Bundesrepublik. Auf 95 Bühnen gab es Beat- und Rockmusik und Lieder von Singeklubs. Das in einem Preisausschreiben siegreiche Festivallied war: „Die junge Welt ist in Berlin zu Gast, und sie schert sich nicht darum, ob es dem Feinde passt“. Stellvertretender Leiter des Organisationskomitees war der damalige Mitarbeiter im FDJ-Zentralrat und spätere Dresdener Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer.
Durch das Ministerium für Staatssicherheit wurde bis zum 28. Juni 1973 die Reise von 2720 sogenannter „negativer Personen“ nach Ost-Berlin verhindert und gegen 2.073 Personen Haftbefehl erlassen. Um die Überlegenheit der ostdeutschen Jugendlichen bei kontroversen Diskussionen sicherzustellen, wurden als FDJler verkleidete Mitarbeiter des MfS eingeschleust. Diese hatten bei kritischen Situationen die Politik der Partei und der Regierung der DDR zu vertreten. Sie sollten auch gefährliche Flugblätter einsammeln und dokumentieren sowie regelmäßig detaillierte Berichte über ihre Arbeit abliefern. Zusätzlich wurden die Teilnehmer der Jugendorganisation der SED vor den Weltfestspielen ideologisch geschult. [1]
Ein kleines Kuriosum am Rande: Anlässlich der Weltfestspiele 1973 benannte die DDR-Regierung den in der Nähe gelegenen U-Bahnhof Walter-Ulbricht-Stadion (heute: Schwartzkopffstraße), der seit dem Mauerbau ein sogenannter Geisterbahnhof war, in Stadion der Weltjugend um, was nur für vorbeifahrende West-Berliner U-Bahn-Fahrgäste sichtbar war, denn auf DDR-Stadtplänen waren die Geisterbahnhöfe nicht verzeichnet.
Siehe auch:
Weblinks
- Deutsche Webpräsenz
- Chronik der Weltfestspiele
- Das Weltjugendlied von 1947
- Wien 1959
- Havanna 1997
- Weltbund der demokratischen Jugend
- Weltfestspiele 2005 in Venezuela
