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Welle-Teilchen-Dualismus
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Unter Welle-Teilchen-Dualismus versteht man einen klassischen Erklärungsansatz der Quantenmechanik, der besagt, dass Objekte aus der Quantenwelt sich in manchen Fällen nur als Wellen, in anderen als Teilchen beschreiben lassen. Mit der Interpretation der statistischen Wahrscheinlichkeiten im Rahmen der Kopenhagener Deutung bekam der Begriff eine etwas andere Bedeutung: jede Strahlung hat sowohl Wellen- als auch Teilchencharakter, aber je nach dem durchgeführten Experiment tritt der eine oder der andere in Erscheinung.
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Die Wellennatur des Lichts
Auf die Frage, ob Licht aus Teilchen oder Wellen besteht, hat man im Laufe der Jahre unterschiedliche Antworten gefunden: Newton entwickelte im 17. Jahrhundert die geometrische Optik unter der Annahme, das Licht bestehe aus Teilchen. Anfang des 19. Jahrhunderts zeigten aber Experimente von Young und Fresnel, dass Licht sich zur Interferenz bringen lässt, was ein eindeutiges Indiz für dessen Wellencharakter ist. Mit der Formulierung der Maxwellgleichungen Ende des 19. Jahrhunderts und der sich daraus ergebenden Existenz elektromagnetischer Wellen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, war die Wellennatur des Lichtes allgemein anerkannt.
Einstein und die Photonen (Lichtquanten)
Im Jahre 1905 postulierte Albert Einstein zur Erklärung des Photoeffektes wiederum, dass Licht aus Licht"quanten" (Photonen) bestehen solle. Dabei bezog er sich auf Arbeiten von Planck zum Hohlraumstrahler aus dem Jahr 1900, in denen dieser erstmals eine Quantisierung von Energiewerten des harmonischen Oszillators annahm - aus zunächst nur mathematischen Erwägungen. Das Photon stellt eine einzelne, also "diskrete", Energieportion E dar (Quantisierung), so dass das Licht Energie nur in ganzzahligen Vielfachen dieser Menge aufnehmen oder abgeben kann. Die Energie E eines Photons ergab sich aus Plancks Untersuchungen zu
wobei h das Plancksche Wirkungsquantum und f die Frequenz des Photons ist.
Diese Beziehung gilt auch für mechanische Wellen, wie etwa für Gitterschwingungen in einem Festkörper.
De Broglie und der Wellencharakter von Teilchen
Louis-Victor de Broglie erkannte im Jahre 1923, dass auch massebehaftete Teilchen einen Wellencharakter besitzen. Er fand heraus, dass ein Teilchen mit dem Impuls p eine Wellenlänge λ von
besitzt. Diese Gleichung umfasst auch die sich aus der speziellen Relativitätstheorie ergebende Gleichung für Photonen, für die gilt
,
womit für die Wellenlänge
folgt. Hierbei ist c die Lichtgeschwindigkeit.
De Broglies Formel wurde 1927 experimentell durch Beugung eines Elektronenstrahls an einem Nickel-Kristall durch Clinton Davisson und Lester Germer und schließlich durch das Doppelspaltexperiment mit Elektronen von Claus Jönsson im Jahre 1961 bestätigt.
Auflösung des Welle-Teilchen-Dualismus in der Quantenmechanik
Jedes Teilchen wird in der Quantenmechanik durch eine Wellenfunktion beschrieben. Die Wellenfunktion eines Teilchen ist komplexwertig und somit keine Messgröße. Lediglich ihr Betragsquadrat kann als Aufenthaltswahrscheinlichkeit des Teilchens gedeutet und im Experiment bestimmt werden. Die zeitliche Entwicklung der Wellenfunktion des Teilchens und somit die Veränderung seiner Aufenthaltswahrscheinlichkeit wird durch die Schrödingergleichung beschrieben.
Quantenmechanik und statistische Physik
Im mikroskopischen Bereich ist der Welle-Teilchen-Dualismus die Erklärung für einige physikalische Phänomene. So hängt nach de-Broglie die Wellenlänge eines Teilchens von seiner Geschwindigkeit und somit auch von seiner Temperatur ab. Bei niedrigen Temperaturen können die de-Broglie-Wellenlängen von Atomen größer werden als der Atomdurchmesser und sich überlappen, wodurch teilweise die Effekte der Suprafluidität von Helium-3 und Helium-4 erklärt werden können.
Der Wellencharakter der Teilchen zeigt sich nicht bei makroskopischen Gegenständen, was zwei prinzipielle Ursachen hat:
- Selbst bei langsamer Bewegung haben makroskopische Gegenstände aufgrund ihrer großen Masse eine Wellenlänge, die erheblich kleiner ist als die Abmessungen des Gegenstandes. In diesem Fall kann man nicht mehr den gesamten Gegenstand als ein quantenmechanisches Objekt behandeln, sondern muss seine Bestandteile separat beschreiben.
- In makroskopischen Gegenständen laufen permanent thermodynamisch irreversible Prozesse ab, und es werden Photonen (Wärmestrahlung) mit der Umgebung ausgetauscht. Beides führt zur Dekohärenz des Systems, was bedeutet, dass ein anfangs möglicherweise interferenzfähiger Zustand sich sehr schnell in einen nicht interferenzfähigen umwandelt, der sich dann wie ein klassisches Teilchen, also nicht wie eine Welle verhält.
Siehe auch: Thermische Wellenlänge
Siehe auch
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