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Welkenraedt
Aus Kefk.
| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:Sin escudo.svg Hilfe zu Wappen | |
| Basisdaten | |
| Region: | Wallonien |
| Provinz: | Lüttich |
| Arrondissement: | Verviers |
| Fläche: | 2.246 ha |
| Einwohner: | 9.223 (01.07.2006) |
| Bevölkerungsdichte: | 377 Einw./qkm |
| Höhe: | (min.) - 354 (max.) üNN |
| Postleitzahlen: | 4840, 4841 (Henri-Chapelle) |
| Vorwahl: | 087 (aus Deutschland 003287) |
| Geografische Lage: | 50°39' N, 5°58' O |
| Stadtverwaltung: | Rue d'Ecole 6, B-4840 Welkenraedt |
| Offizielle Website: | http://www.welkenraedt.be |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Claude Klenkenberg (PS/IC) |
Welkenraedt (deutsch Welkenrath, niederländisch Welkenraat) ist eine belgische Gemeinde in der Provinz Lüttich, Arrondissement Verviers, mit 9.223 Einwohnern (01.07.2006) und einer Fläche von 2.446 ha. Sie liegt unweit der deutschen Grenze, etwa 15 km von Aachen entfernt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Bis 1797 zur Hochbank Baelen und zum Herzogtum Limburg gehörend, wurde Welkenraedt 1797 als Gemeinde (bestehend aus den Orten Herbesthal, Welkenraedt und Lantzenberg/Lanceaumont) im Ourthe Département gegründet (durch die römischen Funde in Lantzenberg/Lanceaumont lässt sich die Besiedlung des Welkenraedter Gebietes noch weiter zurück datieren). Nach der Niederlage Napoleons in der Schlacht bei Waterloo und dem Wiener Kongress 1815 wurde im Zuge der Neuordnung Europas die Gemeinde Welkenraedt 1816 zwischen dem Königreich Preussen und der Vereinigten Niederlande aufgeteilt. Herbesthal wurde ausgemeindet und kam nach Preussen, Welkenraedt kam zuerst an die Vereinigte Niederlande, 1830 nach Belgien. Damit war Welkenraedt bis 1918 der erste belgische Ort westlich der preussisch-belgischen Grenze, direkt gegenüber dem preussischen Grenzbahnhof Herbesthal gelegen, und bekam mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Aachen - Lüttich 1843 seinerseits den belgischen Grenzbahnhof zu Preussen. Von Herbesthal aus marschierten im 1. Weltkrieg die deutschen Truppen am 4. August 1914 in Welkenraedt (und Belgien) ein.
Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Baelen und Plombières gehört Welkenraedt zur sogenannten "Platdütschen Region", deren Bevölkerung seit alters her einen deutsch-limburgischen Grenzdialekt spricht. Dieser Umstand hatte im 2. Weltkrieg zur Annexion dieses Gebietes (1940 - 1944) durch die Nationalsozialisten und in der Absicht einer völligen Germanisierung der Bevölkerung zum Verbot des französischen Sprachgebrauchs geführt. Bei der umstrittenen Sprachenzählung von 1947 gaben weniger als 15% der Einwohner der Gemeinde Welkenraedt Deutsch als Muttersprache an, wobei nicht nur der durch die frankophone Gemeindeverwaltung ausgeübte administrative und politische Druck, sondern auch die aus Okkupation bzw. Annexion erwachsene Aversion gegen die Deutschen dieses Ergebnis verursacht haben dürfte.
1963 kam Welkenraedt im Zuge der Festlegung der Sprachgrenzen zum frankophonen Gebiet, jedoch wurde per Gesetz die Möglichkeit offen gelassen, später noch gewisse sprachliche Erleichterungen für die niederländisch- und/oder deutschsprachigen Einwohner einzurichten. Diese Fazilitäten sind bis heute nicht offiziell eingeführt, jedoch beschloss der Gemeinderat vor Jahren, Fazilitäten in Verwaltungsangelegenheiten auf freiwilliger Basis für die deutschsprachigen Einwohner einzuführen. Schon seit 1963 besteht per Gesetz die Möglichkeit, den Schulunterricht in einer anderen Sprache als französisch zu erteilen (s. Fazilitäten-Gemeinden).
Noch heute gibt es viele deutschsprachige Flurnamen:
- Hockelbach
- Auweg
- Auwenhof
- Kinkenweg
- Dickenbusch
- Hoof
- Vogelsang
Ebenso gibt es flämischsprachige Flurnamen, die von der wechselhaften Geschichte der Region zeugen:
- Heerstraat
- Lekker
- Straatweide
Im Zuge der kommunalen Neuordnung Belgiens schloss sich Welkenraedt mit der Nachbargemeinde Henri-Chapelle/Hendrik-Kapelle und den nördlich der E 40 gelegenen Teilen der Gemeinde Baelen 1977 zur Großgemeinde zusammen (die Gemeinde Baelen erhielt im Gegenzug die südlich der Autobahn gelegenen Welkenraedter Ortsteile Heggen und Heggensbrück). 1991 rückte die Gemeinde Welkenraedt durch die Ausrichtung der weltweiten Ausstellung "Alles über Hergé" (Tout Hergé/Alles over Hergé) ins Blickfeld der internationalen Medien. 1997 feierte die Gemeinde ihr 200jähriges Bestehen.
Ortsteile
Zur Gemeinde Welkenraedt gehören die Orte
- Welkenraedt
- Henri-Chapelle (niederländisch: Hendrik-Kapelle)
- Lantzenberg (französisch: Lanceaumont)
Sehenswürdigkeiten
- Denk- und Mahnmal auf der Place des Combattants in der Kerngemeinde Welkenraedt
- Haus Zimmermann, 18. Jahrhundert (ältestes erhaltenes Gebäude in der Kerngemeinde Welkenraedt)
- Neoromanische Kirche St. Johannes der Täufer (1880) in der Kerngemeinde Welkenraedt mit Abendmahlsdarstellung im Chorraum
- Schloss Ruyff (wiederaufgebaut im 17. Jhd.) in Henri-Chapelle
- Schloss Baelen (1737) in Henri-Chapelle
- Kirche St. Georg in Henri-Chapelle (romanischer Turm aus dem 12./13. Jhd. gotisches Schiff aus 1630, gotische Seitenschiffe aus 1618)
- Soldatenfriedhof und ein Museum der US-Armee in Henri-Chapelle.
Verkehr
Welkenraedt liegt an der Bahnstrecke Aachen–Lüttich–Brüssel, von der hier die belgische IC-Strecke nach Eupen abzweigt. Am Bahnhof Welkenraedt halten im Stundentakt IC-Züge der Linie Eupen–Brüssel–Ostende. Aachen Hbf ist im Zweistundentakt mit dem 2002 eingeführten euregioAIXpress erreichbar.
Partnergemeinden
Welkenraedt ist mit den Gemeinden Epfig (Elsass/Frankreich) und Nove (Italien) verschwistert.
Weblinks
(offizielle Website der Gemeinde Welkenraedt s. oben)
http://www.welkenraedt-online.com (die nichtoffizielle Homepage, F)
http://www.welkenraedt.net (D/F/NL)
Fotogalerie
Koordinaten: 50° 39’ N, 05° 58’ O
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