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Kleie

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Die Kleie (lat. furfur) ist ein Nachprodukt beim Mahlen des Getreides. Es sind die Schalen der Getreidekörner.

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"Kleiekotzer" aus dem 18. Jahrhundert - am Auslauf der Kleie aus dem Beutelkasten einer Mühle waren oft solche fratzenhaften Masken angebracht
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Maske in der Bildererzählung Max und Moritz

Kleie besteht aus Cellulose, Hemicellulose und Lignin und wird vorwiegend als Futtermittel verwendet. Auch in der menschlichen Ernährung wird sie als Ballaststofflieferant eingesetzt (z.B. in Müsli oder in Knäckebrot). Sie fördert die Verdauung. Regelmäßiger Verzehr von Haferkleie kann den Cholesterinspiegel des Körpers senken.

Ob Weizen- und Gerstenkleie für eine vollwertige Ernährung geeignet ist, ist unklar. Denn diese Kleien enthalten einerseits einen hohen Anteil (40%) an Hemicellulosen, die aus Hexosanen aufgebaut sind. Diese sollen die Verdauung von Stärke und Eiweiß behindern, andererseits würden sie den Ballaststoffanteil der Nahrung erhöhen. Darüberhinaus ist in Kleie (und in den Hüllzellen von Pflanzenkeimlingen allgemein) Phytinsäure enthalten, die verschiedene Nährstoffe, vor allem Zink, Magnesium und Eisen, an sich zu binden vermag (obwohl Kleie selbst viel davon enthält). Im Fall von Zink wird dies sogar so dem Körper entzogen und kann einen Zinkmangel verursachen. Im Fall von Eisen ist dieser Effekt, zumindest bei Erwachsenen dagegen durchaus erwünscht. Durch geeignete Zubereitung können diese Effekte verringert werden (siehe Phytinsäure). Die Kleieanteile von Hafer und Roggen dagegen enthalten vor allem Pentosane, die gut verdaulich sind. Diese Effekte wurden in mehreren Studien mit Tieren und Menschen entdeckt. Es gibt jedoch eine Vielzahl Studien, die nicht in der Lage waren, diese Effekte zu bestätigen[1]. Eine Zusammenfassung neuerer Ergebnisse ist wünschenswert.

Inhaltsstoffe (Durchschnittswerte)

  • Eiweiß 12,3 %
  • Kohlenhydrate 14,6 %
  • Fett 4,0 %
  • Ballaststoffe 53,6 %
  • 100 g Weizenkleie enthalten Mineralien in Prozent des Tagesbedarfs: Eisen 100 %, Magnesium 300 %, Kalium 80 %, Zink 90 %, Kupfer 55 %, Mangan 460 %, Selen 250 %; desgleichen Vitamine: Thiamin 40 %, Riboflavin 40 %, Niacin 110 %, Panthotensäure 50 %, Vitamin B6 110 %, Folsäure 25 %, Vitamin E (alpha-Tocopherol) 30 %.

Brennwert von 100 g Kleie: ca. 600 Kilojoule (~143 Kilokalorien)

Gesundheitliche Bedeutung

Ende des 19. Jahrhunderts drohte nach der Einführung europäischer Reisschälmaschinen in Japan und Java eine neue Krankheit, Beri-Beri, die dortige Bevölkerung zu vernichten. Der von Holland entsandte Christiaan Eijkman beobachtete, dass Hühner, die mit weißem statt mit braunem Reis gefüttert wurden nach kurzer Zeit die Symptome von Beri-Beri zeigten. Es wurde eine Mangelkrankheit vermutet. Als Wirkstoff gegen diese Krankheit isolierte Casimir Funk das Vitamin B1 aus Reiskleie und wurde zum Begründer der Vitaminlehre. Auch das Vitamin B6 wurde zuerst aus Reiskleie isoliert. Allerdings zeigte sich bei eingehender Prüfung dieser These, dass die verschiedenen Vitamine (bzw. deren Mangel) kaum an der Entstehung der Beri-Beri-Krankheit Schuld sein kann (Überprüfung durch Vitamingaben). Vielmehr scheint die Ursache eine Schimmelpilzkontamination des Getreides zu sein. Mit der Umstellung indischer Reismühlen auf den (hohen) Standard des britischen Militärs verschwand Beri-Beri in den entsprechenden Gebieten.

In Indien galt ein Brei aus frischer Reiskleie als gängiges Heilmittel bei zahlreichen Erkrankungen. Heute werden durch Fermentation von Reis- oder Weizenkleie hoch wirksame Antioxidantien gewonnen, was die Heilwirkung des traditionellen indischen Mittels bestätigt.

Durch mehrere Studien wurde die gesundheitliche Bedeutung speziell von Hafer-Kleie nachgewiesen: Regelmäßig verzehrt, kann sie den Cholesterinspiegel im Blut senken.

Quellen

  1. Sigel: Metal Ions in Biological Systems: Volume 15: Zinc and Its Role in Biology and Nutrition. ISBN 0824774620, CRC Press, März 1983, S. 333
Wikipedia
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