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Weixdorf
Aus Kefk.
| Karte | |
|---|---|
| Bild:Dresden Ortschaft weixdorf.png | |
| Weixdorf (mit Friedersdorf, Gomlitz, Lausa und Marsdorf) | |
| Fläche: | 15,48 km² |
| Einwohner: | 5.975 (1990) |
| Bevölkerungsdichte: | 386 Einwohner/km² |
| Postleitzahl: | 01108 (alt: 01478) |
Weixdorf ist eine Ortschaft von Dresden und liegt im äußersten Norden der sächsischen Landeshauptstadt. Sie setzt sich zusammen aus den Ortsteilen Weixdorf, Lausa, Friedersdorf, Gomlitz und Marsdorf, die bereits vor ihrer Eingemeindung nach Dresden im Jahre 1999 zur Gemeinde Weixdorf gehörten.
Seit der Wende vergrößerte sich die bebaute Fläche in Weixdorf durch den Bau mehrerer Eigenheimsiedlungen maßgeblich.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Geografische Lage
Weixdorf liegt im Nordosten von Dresden. Es gehört territorial noch zum Radeberger Land und damit auch zur Westlausitz. Im Süden grenzt Weixdorf an die Dresdner Heide und an Klotzsche. Als Gewässer kann der Lausabach, auch Lausenbach genannt, bezeichnet werden, der im Weixdorfer Territorium mehrere Teiche speist. Neben dem Waldbad, ehemaliger Großteich, sind es der Oberer Mittel-, Unterer Mittel- und Mühlteich. Erhebungen sind der Schelsberg sowie eine zweite gleichnamige, nördlich gelegene Erhebung (215 m) und der Hohe Busch (225,6 m), beide westlich von Weixdorf. Die Gegend rund um Weixdorf wird auch die "Lause" genannt
Geschichte
Der Ort Weixdorf setzt sich seit 1914 aus vier Dörfern zusammen, nämlich aus Lausa und Friedersdorf, die sich bereits 1879 vereinigt hatten, ferner aus Weixdorf und Gomlitz. Unter ihnen besaß Lausa als Sitz der Pfarrkirche und wegen seiner günstigen Lage an der alten Straße nach Königsbrück eine Vorrangstellung, so dass es 1914 den Namen für den Gesamtort gab. Dieser wurde 1938 in Weixdorf umgewandelt.
Anmerkung: Den Doppelnamen Weixdorf-Lausa oder Lausa-Weixdorf gab es offiziell nie. (Historiker H. Claus - Weixdorf)
1965 erfolgte die Eingemeindung von Marsdorf nach Weixdorf. Am 1. Januar 1999 erfolgte die Eingemeindung von Weixdorf nach Dresden.
Lausa:
Urkundlich wird Lausa erstmalig 1273 erwähnt, 1346 erscheint es in einer Matrikel des Meißner Bistums als ein zum Kirchspiel Radeberg gehöriger Ort. Ehemalig ein Amtsdorf, unterstand es seit 1696 der Grundherrschaft des Rittergutes Hermsdorf. Frühe Schreibweisen sind Lusyn (1378), zur Lause (1547), zur Lausicz (1547). Das Wort ist abzuleiten von altsorbisch luza = Sumpf, Pfütze und verweist auf die sumpfige Niederung, die der Lausa- und Schelsbach entwässern und in der der Ort angelegt wurde. Von den hier ehedem vorhandenen Teichen, unter anderen den vier Schenkteichen, blieb nur der Pfarrteich hinter der Kirche an dem sogenannten Bühl erhalten, in dem man den Rest einer ehemaligen Wasserburg vermutet. Von Lausaer Flur, die in Waldhufen aufgeteilt war, stammen Reste eines großen Sammelfundes aus der jüngeren Bronzezeit (etwa 1100 v. u. Z.). Der Fund setzt sich aus einer Lanzenspitze, einer Bronzescheibe mit Ösen, einer Sichel und sechs Ringen zusammen
(Die Jahreszahlen sind etwas widersprüchlich, es wird daran geforscht. 1346 für die Ersterwähnung ist die wahrscheinlichere Jahreszahl.)
Lausa besaß schon früh eine Kirche, die in der Barockzeit eine Orgel bekam. Diese Kirche, heute Pastor-Roller-Kirche genannt, wurde vor allem durch Wilhelm von Kügelgen, Maler und Schriftsteller bekannt. Er ist der Verfasser des weltbekannten Werkes der Romantik, "Jugenderinnerungen eines alten Mannes" (von 1870), in dem er in geistreich-humorvoller Art über Impressionen aus dem bürgerlichen und höfischem Leben des frühen 19. Jahrhunderts berichtet. Hier besonders seine Zeit in Lausa mit dem Pastor Samuel David Roller. Er setzte letzterem damit ein Denkmal.
Lausa behielt bis ins 19. Jahrhundert seine Zentrumsfunktion für die umliegenden Dörfer. 1858 erhielt der Ort eine eigene Poststelle, die auch für die Nachbargemeinden zuständig war. Der Ort erhielt 1884 Eisenbahnanschluss nach Dresden.
Friedersdorf: Es erstreckt sich als kleines Waldhufendorf unmittelbar südwärts von Lausa längs einer Niederung mit mehreren Teichen. Seine Flur reicht im Süden bis an die Dresdner Heide heran. Der Ortsname, 1378 Fridrichstorf, 1552 Friederßdorff, weist auf eine deutsche Anlage. Seiner grundherrlichen Zugehörigkeit nach unterstand es seit 1696 wie Lausa und Gomlitz dem Rittergut Hermsdorf. Zur Ausbildung größerer bäuerlicher Betriebe kam es nur auf der Ostseite der nassen Talmulde.
Gomlitz:
1378 Komenicz, 1539 Konitz, später auch Kommelitz genannt, geht in seiner Namensbildung wahrscheinlich auf das slawische Wort komon = Pferd oder Ritterpferd zurück. Falls die älteste Schreibweise bereits entstellt ist, kommt auch noch slawisch gomola = Hügel als Erklärung in Frage. Es entstand als Gassendorf auf frühpleistozänen Schottern am Rande des breiten Schelsbachtales und besaß eine Gelängeflur. Von früher Anwesenheit des Menschen zeugen die Reste eines Gräberfeldes, die im Grundstück Moritzburger Straße 55 geborgen wurden. Sie gehören der jüngeren bis jüngsten Phase der Bronzezeit an. Wie bei ähnlichen Bestattungen der Umgebung schützen Steine, zum Teil auch Platten, die Gräber.
Weixdorf:
1378 Wignandistorf, 1445 Wigmanstorff, 1547 Weickmansdorff und 1552 Weicksdorff, offenbar nach einem Lokator Wignand benannt, besitzt die Form eines Platzdorfes mit einer westlich anschließenden Gelängeflur. Seiner ehemaligen grundherrlichen Abhängigkeit nach unterstand es wie die übrigen Ortsteile früher dem Rittergut Hermsdorf, anteilig jedoch auch dem Brückenamt Dresden. Da sein Name nichtslawischen Ursprung hat, wurde Der Ort Lausa 1938 von den Nazis in Weixdorf umbenannt.
Die neuere Entwicklung Weixdorfs wurde 1884 mit der Anlage der Sekundärbahn Klotzsche-Königsbrück eingeleitet. Seit 1930 verbindet die Straßenbahn Dresden-Klotzsche mit Weixdorf. Dieser Anschluss an die Großstadt veränderte die Gesamtstruktur der Landgemeinden, bewirkte deren Zusammenschluss und bildete die ehemaligen reinen Bauerndörfer zu Arbeiterwohngemeinden um.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Darüber hinaus verfügt der Ort über einen Sportverein, den SG Weixdorf, dessen Sportgelände in den letzten Jahren erneuert und ausgebaut wurde. Einem Unterstützerkreis dieses Vereins ist es gelungen, mit einer eigenen Liste, den "Sportfreunden Weixdorf", bei den letzten Kommunalwahlen im Juni 2004 die zweitstärkste Fraktion nach der CDU im Weixdorfer Ortschaftsrat zu stellen.
Das Waldbad Weixdorf ist eines der letzten Naturbäder in Dresden und feiert 2006 den 100. Jahrestag seines Bestehens. Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe des Ortes, im zur Dresdner Heide gehörenden Sauerbusch, ist eine angeblich tausendjährige Eiche. Diese Rieseneiche, die letzte, die noch steht, ist leider tot.
Sehenswürdig und einen Besuch wert ist auch die Weixdorfer Kirche. Sie befindet sich im Ortsteil Lausa und wird nach Samuel David Roller, der in der ersten Hälfte des 19. Jh. dort als Pfarrer wirkte und durch Wilhelm von Kügelgens Buch "Jugenderinnerungen eines alten Mannes" bleibende Erinnerung fand, auch Pastor-Roller-Kirche Lausa genannt.
Literatur
- Chronik Weixdorf im Radeberger Land, Informationen "Dresdner Stadtteile", Informationen Historiker Helmut Claus aus Weixdorf, Überarbeiteter Auszug aus Band 22 "Werte unserer Heimat", Akademieverlag der DDR.
Weblinks
Koordinaten: 51° 9' N, 13° 48' O
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