Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Weißbuch

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Weißbuch ist eine Sammlung mit Vorschlägen zum Vorgehen in einem bestimmten Bereich.

Inhaltsverzeichnis

Historische Bedeutung

Das Weißbuch im ursprünglichen Sinn ist eines der internationalen Bunt- oder Farbbücher. Darunter versteht man Dokumentensammlungen, die die Regierung eines Staates veröffentlicht, um Orientierung über politische Fragen zu geben, die meist die Außenpolitik betreffen. Oft dient es der Rechtfertigung des eigenen politischen Handelns.

Die Veröffentlichung solcher diplomatischer Akten erfolgt in den verschiedenen Ländern in Büchern mit Umschlägen in bestimmten Farben: im Vereinigten Königreich sind sie blau, in Italien grün, in Frankreich gelb, in Deutschland weiß, in den USA und in Österreich rot, in Japan grau, und in Russland waren sie bis 1917 orange.

Weißbücher der EU

Die von der Europäischen Kommission veröffentlichten Weißbücher enthalten Vorschläge für ein gemeinschaftliches Vorgehen in einem bestimmten Bereich. Sie knüpfen zum Teil an Grünbücher an, die einen Konsultationsprozess auf europäischer Ebene in Gang setzen.

Beispiele: Die Weißbücher zur Vollendung des Binnenmarktes, zu Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung sowie zur Angleichung der binnenmarktrelevanten Rechtsvorschriften der assoziierten Staaten Mittel- und Ost-Europas. Wird ein Weißbuch vom Rat positiv aufgenommen, kann aus ihm ein Aktionsprogramm der Union für den betreffenden Bereich entstehen.

Weißbuch der Bundeswehr

Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beschloss Verteidigungsminister Gerhard Schröder (CDU) 1969 ein Weißbuch herauszugeben; sein Nachfolger Helmut Schmidt legte im Jahr darauf das "Weißbuch 1970 zur Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und zur Lage der Bundeswehr" vor. Zum damaligen Zeitpunkt hatte die Bundeswehr in einer, wie es heißt, "Selbsterforschung und systematischen Analyse" einen umfassenden Bericht über die Sicherheitspolitik der Bundesrepublik erstellt.

Hintergrund des Vorhabens war es, den Staatsbürgern in Uniform wie auch jenen in Zivil die Bundeswehr durchsichtiger zu machen. Das Weißbuch diente und dient als sicherheitspolitisches Programm der Bundesregierung. Die Erläuterung der bundesrepublikanischen Sicherheitspolitik sowie die Darstellung der Lage und der Entwicklung der Bundeswehr waren und sind grundsätzlich die Hauptbestandteile.

Ein aktuelles Weißbuch wurde am 24. Oktober 2006 vom Kabinett beschlossen und vom Bundesministerium der Verteidigung der Öffentlichkeit vorgestellt.[1] Das Weißbuch zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr, in der Presse auch Verteidigungsweißbuch, beleuchtet mögliche neue Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Streitkräfte außerhalb aber vor allem innerhalb Deutschlands. Beispielsweise soll laut einem Vorschlag in Zukunft der Bundeswehr auch der Einsatz im Inland gestattet sein.

Chronologie der Weißbücher:

In der Bundesrepublik Deutschland sind Weißbücher bisher in folgenden Jahren erschienen: 1970, 1971/72, 1973/74, 1975/76, 1979, 1983, 1985, 1994 und 2006.

Quelle: Bundesministerium der Verteidigung bmvg.de

 »Whitepapers« in der IT

Als Whitepapers (Englisch für Weißbuch) werden Überblicke über Leistungen, Standards und Technik zu IT-Themen bezeichnet. Hierzu zählen auch Anwenderbeschreibungen, Fallstudien und Marktforschungsergebnisse. Diese geben auf mindestens zwei Seiten einen Überblick über Vor- und Nachteile, Kosten und Einsparpotenzial. In der Regel umfassen sie 10 bis 15 Seiten. Eine feste Regel oder einen maximalen Umfang gibt es nicht. Sie sollen die Kompetenzen des Verfassers bzw. die Leistungsfähigkeit des Systems zeigen und Vertrauen wecken.

Oft wird zu einem bestimmten, klar eingegrenzten Themengebiet durch Auflistung von Pro- und Kontra-Argumenten ausführlich Stellung genommen. Whitepapers sind ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit, das besonders im Internet angewandt wird. Die Sprache wird eher fachlich gehalten, auf verkäuferische Floskeln oft verzichtet. Neben dem IT-Umfeld werden sie heute auch auf anderen Fachgebieten (z. B. in der Logistik, Automation, Fertigung) geschrieben.

 »Whitepapers« als Kommunikationsinstrument

Whitepapers werden zunehmend als Kommunikations- und Werbeinstrument eingesetzt. Ein Whitepaper ist ein Dokument, das in einer flüssigen Sprache ohne Marketingballast hochspezifische Themen behandelt: als (Fall-)Studie, Anwenderbeschreibung, Analyse oder Marktforschung. Das eingegrenzte Thema wird auf bis zu 15 Seiten behandelt, längere Dokumente sind eher selten. Von konventionellen Werbeformaten unterscheiden sich Whitepapers nicht nur durch ihren Umfang, sondern auch durch ihren konkreten Nutzwert. Der Leser benötigt in einer bestimmten Situation eine Problemlösung. Diese Erwartungshaltung sollte ein Whitepaper erfüllen. Whitepapers werden immer häufiger auch als Werbeform eingesetzt, um durch zielgruppengenaue Kampagnen die Generierung hochwertiger Kundenkontakte zu erreichen (Lead Generation).

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Tagesschau: Weißbuch bereitet Boden für Bundeswehr im Innern, 24. Oktober 2006.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Wei%C3%9Fbuch, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge