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WebSphere
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WebSphere ist eine Produktlinie der Firma IBM, die unterschiedliche Software für Anwendungsintegration, Infrastruktur (z. B. Transaktionen und Warteschlangen) und eine integrierte Entwicklungsumgebung umfasst.
Bekannte WebSphere-Produkte sind unter anderem:
- WebSphere Application Server
- WebSphere Portal Server (siehe auch → Portlet)
- WebSphere MQ (früher MQSeries)
- WebSphere Studio Application Developer
- WebSphere Process Server
- WebSphere Integration Developer
WebSphere Application Server (WAS)
Sehr oft wird der WebSphere Application Server (WAS) auch einfach mit WebSphere bezeichnet. Bei diesem Application Server handelt es sich um eine Laufzeitumgebung für J2EE-Anwendungen (Java 2 Enterprise Edition). Üblicherweise werden diese als EAR (Enterprise Application Archive) bzw. WAR (Web Application Archive) gepackt. EAR bzw. WAR Dateien sind mit dem Werkzeug „jar“ (Java Archive) verpackte Komponenten, zum Beispiel
- in Bytecode übersetzte Java-Klassen (erkennbar an der Dateiendung „*.class“),
- JSP (Java Server Pages), das sind HTML ähnliche Dateien, die Servlets erzeugen,
- Metadaten (zum Beispiel Konfigurationsdateien) und
- sogenannte Deployment-Descriptoren, das sind in XML geschriebene Konfigurationsdateien.
Diese Komponenten werden in einer definierten Verzeichnisstruktur mehrfach ineinander verpackt. Die EAR-Datei wird im Applikationsserver „entfaltet“ (deployed), eine Art von Installation der Anwendung.
WebSphere Application Server Versionen
Neben den Unterscheidungen in der Versionsnummer, die hauptsächlich die Implementierungen von höheren J2EE oder JDK kennzeichnen, werden auch zusätzliche Unterscheidungen im Funktionsumfang durch den Namen gekennzeichnet. So existierten in der Version 4 eine Standard, eine Advanced und eine Enterprise Edition. In der Version 5 wurde zwischen WAS Express, WAS (ohne Namenszusatz), WAS ND und WAS Enterprise unterschieden. Abgesehen von der Express Ausgabe, die keinen EJB-Container implementiert hat, beziehen sich die sonstigen Unterschiede größtenteils auf die Skalierbarkeit. Seit November 2005 bietet IBM zusätzlich eine Community Edition an, die auf dem Apache Geronimo Server aufsetzt.
WebSphere Application Server 3.0
WebSphere Application Server 3.5 (seit August 2000)
Bis einschließlich 3.5 war WebSphere noch weit vom J2EE-Standard entfernt. Beispielsweise war es notwendig, vor dem eigentlichen Deployment die EAR-Datei mit einem Werkzeug namens „jetace“ zu bearbeiten. Außerdem wurden die Deployment-Deskriptoren von WebSphere größtenteils ignoriert. WAS 3.5 implementiert erstmals eine produktiv einsetzbare Lastverteilung. Die Serverprozesse werden „Clones“ genannt und im „Servermodel“ zusammengefasst.
WebSphere Application Server 4.0 (seit August 2001)
Der erste WebSphere, der die Spezifikation J2EE erfüllt. Die Administration erfolgte immer noch über eine Swing-Anwendung, die mit der Serverkomponente über CORBA kommuniziert. Das „Servermodel“ wurde in „Servergroup“ umbenannt. Sessionpersistenz wird nur bei Anbindung einer Datenbank angeboten.
WebSphere Application Server 5.0 (seit Januar 2003)
Basiert auf J2EE 1.3 und JDK 1.3. Die Architektur von WAS 5.0 ist mittlerweile sehr komplex. Man unterscheidet zum Beispiel zwischen den Verwaltungsprozessen namens „Deploymentmanager“ und „Nodeagent“ sowie den eigentlichen Serverprozessen, in denen die Anwendungen laufen. Die „Servergroup“ heißt nun „Server Cluster“. Sessionpersistenz wird nun auch über TCP/IP-Kommunikation ermöglicht. Die Administration erfolgt nun über eine Webanwendung.
WebSphere Application Server 5.1 (seit Januar 2004)
Basiert auf J2EE 1.3 und JDK 1.4.
WebSphere Application Server 6.0 (seit Februar 2005)
Basiert auf J2EE 1.4 und JDK 1.4.
WebSphere Application Server 6.1 (seit Juni 2006)
Basiert auf J2EE 1.4 und JDK 5.
WebSphere Portal Server
WebSphere MQ
WebSphere MQ ist das Nachfolgeprodukt von MQSeries. Es handelt sich dabei um eine Message Oriented Middleware, die die üblichen Middlewarefunktionalitäten implementiert, zum Beispiel Transaktionen. In der Praxis wird MQ dazu eingesetzt, Transaktionen am Großrechner (z-Serie bzw. S390) auszuführen. Der MQ-Client ist für fast alle marktüblichen Betriebssysteme verfügbar (Solaris, AIX, z/OS, Windows, Linux, …).
WebSphere Process Server
Der WebSphere Process Server (kurz WPS) ist ein transaktionales Workflow-Management-System, das von IBM für die Implementierung Serviceorientierter Architekturen (SOA) angeboten wird. Neben strukturierten und automatisierten Prozessen werden auch stark interaktive „contentzentrierte“ Prozesse unterstützt.
WebSphere Studio Application Developer (WSAD)
WSAD ist das Nachfolgeprodukt von IBM Visual Age for Java. WSAD basiert auf Eclipse und bietet vor allem spezielle Erweiterungen für den WebSphere Application Server. Zu erwähnen ist die lokale Testumgebung für den Entwickler. Diese erlaubt das übliche Debugging innerhalb der implementierten Serverprozesse. Außerdem wird WSAD mit einem kleinen Profiler ausgeliefert und es gibt Wizards zum Beispiel für das Paketieren der fertigen EAR-Dateien, für das Editieren von JavaServer Pages, für die Erstellung von Enterprise Java Beans (EJB) und vieles mehr. Viele Eclipse-Plugins sind ebenfalls in WSAD lauffähig. Seit Version 6.0 entwickelt IBM den WSAD unter dem Namen Rational Application Developer (RAD) weiter.
WebSphere Integration Developer (WID)
Weblinks
- Homepage der IBM für Websphere-Software
- Untersuchung der Leistungsfähigkeit des IBM WebSphere Integration Developers
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