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Waldbrunn (Westerwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wappen Waldbrunn (Westerwald).png
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Koordinaten: Koordinaten: 50° 31′ N, 8° 7′ O50° 31′ N, 8° 7′ O
Höhe: 240 – 425 m ü. NN
Fläche: 29,77 km²
Einwohner: 6029 (30. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 203 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65620
Vorwahlen: 06479 und 06436 (nur Ellar und Hausen)
Kfz-Kennzeichen: LM
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 016
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauser Kirchweg
65620 Waldbrunn
Webpräsenz:
Bürgermeister: Lothar Blättel
Lage der Gemeinde Waldbrunn (Westerwald) im Landkreis Limburg-Weilburg
Bild:Limburg-Weilburg Waldbrunn.png

Waldbrunn ist eine Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Waldbrunn liegt im südlichen Westerwald. Im Gemeindegebiet entspringt der Kerkerbach. Er fließt durch die Orte Fussingen und Lahr. Der Lasterbach fließt durch die Orte Ellar und Hausen und entspringt auf dem nahegelegenen Knoten.

Nachbargemeinden

Die angrenzenden Gemeinden sind, von Norden beginnend im Uhrzeigersinn: Mengerskirchen, Merenberg, Beselich, Hadamar, Elbtal (Hessen), Dornburg und Neunkirchen (Westerwald).

Gliederung

Bild:Fussingen Panorama.jpg
Panoramaansicht von Fussingen
Bild:Lahr ww Panorama.jpg
Panoramaansicht von Lahr

Die Gemeinde besteht aus fünf Ortsteilen. Die Nummerierung wurde damals so gelegt, dass dem Ortsteil mit der Hauptpoststelle der Gemeinde die Nummer 1 zugeteilt wurde. Die anderen bekamen dann im Uhrzeigersinn ihre Ortsnummern zugeteilt:

Nr. Ortsteil Einwohner 1979 Einwohner 2006
1 Ellar 1.200 1.489
2 Hausen 1.150 1.419
3 Fussingen 660 809
4 Lahr 1.300 1.438
5 Hintermeilingen 1.000 1.313

Sitz der Gemeindeverwaltung ist Fussingen. Auf einzelnen Karten ist die Siedlung Schlagmühle eingezeichnet, diese gehört zu Hintermeilingen.

Geschichte

Die Gemeinde Waldbrunn ist weitgehend deckungsgleich mit dem ehemaligen Kirchspiel (Cente) Lahr. Dieses war eins der vier Kirchspiele des ehemaligen Amt Ellar. Das Amt Ellar umfasste neben dem Kirchspiel Lahr noch die Cente Frickhofen, Elsoff und Niederzeuzheim (Vier Centen). Zum Kirchspiel Lahr gehörte bis 1815 noch der Ort Waldernbach (heute Gemeinde Mengerskirchen) und die Wüstungen Wehnaue/Winnau, Wenigen-Reynderroytchen, Brotelbach, Brechtelbach, Gralshofen und Oberhof.

Die Ortsnamen stammen überwiegen aus der ubischen Siedlungsperiode im Westerwald

  • Ellar von LAR = Sumpf, Hochmoor vorfränkischer Ursprung
  • Hausen aus der merowingischen Siedlungsperiode
  • Fussingen von Vesuninahea unechter -ingen Name
  • Lahr von LAR = Sumpf, Hochmoor vorfränkischer Ursprung
  • Hintermeilingen von Mahalinehae (Gerichtsgöttin der Ubier) unechter -ingen Name

Nach der Auswanderung der Ubier im Jahre 38 v. Chr. wird das Gebiet von Usipetern besiedelt.

In der fränkischen Zeit gehörte das Amt Ellar mit den vier Centen zur Niederlahngau mit den Grafen von Diez.

1337 verkauften die Grafen von Diez das Amt Ellar an die Grafen von Katzenelnbogen.

1401 Gerhard Kelner ist der erste belegte Keller der Grafschaft Katzenelnbogen.

1491 Ältester erhaltene Abdruck des Siegel des Landgerichtes Ellar, dem Vorläufer des heutigen Gemeindewappen. Das Landgericht war St. Maximinus geweiht.

1557 Das Amt Ellar gelangt an Nassau-Dillenburg

2. Februar 1579 Mit der Anlegung des Löschweihers "Die Tränk" bei Ellar beginnt das organisierte Feuerlöschwesen.

1607 Durch Erbteilungsvertrag gelangt das Amt Ellar an Nassau-Hadamar.

1609 Hinrichtung der "Greden, Rörichs Johanns Weib" aus Ellar in Hadamar als verurteilte Hexe.

1614 Pestepidemie in Hintermeilingen, Ellar und Lahr

1630 Die Dörfer des Amtes Ellar wurden wieder katholisch. Hierzu wurden von Fürst Johann Ludwig von Nassau-Hadamar die Jesuiten beauftragt.

1636-1637 Eine Pestepidemie wütet im Amt Ellar. Das Dorf Obersdorf stirbt komplett aus. Viele Dorfer verlieren die meisten Einwohner. Der Jesuitenpater Rutger Hesselmann S.J. macht sich um die Krankenpfege verdient. Er stirbt an der Pest am 30. April 1637.

1640 Die Schwedischen Truppen nehmen im Amt Ellar Quartier. Auf einen Einwohner kommen zwei Soldaten.

1736 kam es zum Aufstand der Dörfer Dillhausen, Dorchheim, Dorndorf, Ellar, Fussingen, Frickhofen, Hausen, Hintermeilingen, Mühlbach, Lahr, Langendernbach, Probbach, Waldernbach, Wilsenroth und Winkels gegen die Kriegssteuer die Fürst Christian von Nassau Dillenburg den Dörfern auferlegt hat. Der Aufstand ging als „Klöppelstreit“ in die Chroniken ein. Die Aufständischen wurden von Dillenburger und Weilburger Soldaten niedergeschlagen.

1780 Der Jahrmarkt in Lahr wird als bedeutendster Jahrmarkt in Nassau-Oranien bezeichnet.

1790 Durch Neugliederung in Nassau-Oranien wird das neue Amt Ellar gegründet. Es umfasste die Kirchspiele Lahr und Frickhofen.

1806 wird das Amt Ellar in das Großherzogtum Berg eingegliedert. Alle heutigen Ortsteile von Waldbrunn gehören zur Mairie Lahr im Canton Hadamar. Dieser gehört zum Arrondissement Dillenburg und damit zum Département Sieg.

1815 wird das Großherzogtum Berg dem Königreich Preußen zugesprochen. Preußen tauscht jedoch die Mairie Lahr gegen Orte um Wetzlar mit dem Herzogtum Nassau.

1816 Durch Neugliederung des Herzogtum Nassau wird das Amt Ellar mit dem Amt Hadamar vereinigt.

1839 Gründung des Gesangsverein Lahr, einen der ältesten Gesangsvereine des Westerwalds.

1843 Baubeginn der Ellarer Kirche. Sie wurde am 4. Juli 1849 durch Bischof Peter Josef Blum geweiht.

1861 Einweihung der alten Ellarer Schule im Ludwig-Bös-Haus

1866 Nach der Annexion des Herzogtum Nassau gehören die Orte zum Königreich Preußen

1871 Beginn des Kirchbaues in Hausen

1886 wird durch die preußische Kreis- und Provinzialordnung die Nassauische Ämterteilung aufgehoben. Die Waldbrunner Ortsteile gehören nun zum Kreis Limburg, Waldernbach wird dem Oberlahnkreis zugeordnet.

1904 Wasserleitung in Lahr

1906 Anschluss Hintermeilingens an die Kerkerbachbahn.

1911 Wasserleitung in Hausen

28. Mai 1916 Grundsteinlegung der Fussinger Kirche.

1921 Wasserleitung in Fussingen

28. Februar 1924 Erstes elektrisches Licht in Lahr

1929 Wasserleitung in Ellar

29. August 1941 Britische Bomber werfen 7 Sprengbomben über Ellar ab.

27. März 1945 Amerikanische Truppen besetzen Ellar

1946 Im Grubenfeld "Alte Keller" bei Lahr beginnt der Braunkohlebergbau. Bis zu hundert Menschen arbeiten hier. Bereits 1949 wird die Grube wegen Unwirtschaftlichkeit wieder aufgegeben.

1954 Wasserleitung in Hintermeilingen

1964 Einführung des Gemeindewappens.

30. Oktober 1966 Konsekration der neuen Lahrer Pfarrkirche durch Weihbischof Walther Kampe

1. Januar 1971 Zusammenschluss der Gemeinden Ellar und Hintermeilingen zur Gemeinde Ellar. Die Orte Fussingen, Hausen und Lahr schließen sich zur Gemeinde (alt-)Waldbrunn zusammen.

1. Juli 1974 Zusammenschluss der fünf Gemeinden zur Gemeinde Waldbrunn (Westerwald)


Religionen

Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch geprägt.

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 57,2 18 56,5 17
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,2 6 21,4 7
BLW Bürgerliste Waldbrunn 23,6 7 22,1 7
Gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 47,5 59,2

Wappen

Blasonierung: Das Wappen zeigt rechts den Löwen der Grafschaft Katzenelnbogen in rot auf gelb und links des Löwen des Haus Nassau gold auf blau.

Es wird seit 1964 von der Gemeinde Ellar geführt und wurde durch Beschluss 1977 für die Gesamtgemeinde Übernommen. Es Symbolisiert die Historische Zugehörigkeit des alten Amt Ellar zur Grafschaft Katzenelnbogen und zum Haus Nassau.

Städtepartnerschaften

Es bestehen keine Partnerschaften

Sehenswürdigkeiten

Waldbrunn hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten:

  • Ellar
    • die Burg
    • die alte Schmiede (Teil des Heimatmuseum)
    • das Ludwig-Bös-Haus (Heimatmuseum)
    • die kath. Kirche "St. Maximinus" (erbaut 1843)
    • die Reste der Stadtmauer mit Hungerturm (14. Jahrhundert)
    • der ehemalige jüdische Friedhof
  • Hausen:
    • die kath. Kirche "St. Laurentius"
  • Fussingen
    • die kath. Kirche "St. Leonhard"
  • Lahr
    • die romanische Pfeilerbasilika "Johannes Enthauptung" (13. Jahrhundert)
    • die oktogonale neue Kirche "Johannes Enthauptung"
    • der historische Friedhof
    • das historische Pfarrhaus (16. Jahrhundert)
    • das Backhaus im alten Rathaus
  • Hintermeilingen:
    • die kath. Kirche "Maria Verkündigung"

Museen

In Ellar ist ein Heimatmuseum eingerichtet. Es umfasst die Sammlung im Ludwig-Bös-Haus, die noch funktionstüchtige Alte-Schmiede sowie die Reste der alten Stadtmauer.

Musik

In Lahr besteht seit 1839 einer der ältesten Westerwälder Gesangsvereine. In den anderen Ortsteilen bestehen ebenfalls Gesangsvereine. Darüberhinaus besteht die Original Waldbrunner Blaskapelle des Musikverein Fussingen. In Ellar gibt es das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Ellar das in 2007 sein 75-jähriges Bestehen feiert.


Bildung

Es gibt Grundschulen in den Ortsteilen Ellar, Hausen, Lahr und Hintermeilingen. Die Kinder aus Fussingen besuchen die Grundschule Hausen.

Waldbrunn (außer Ellar) gehört zum Einzugsbereich der Haupt- und Realschule Westerwaldschule.

Das Nächste Gymnasium ist in Hadamar, weiterhin können weiterführende Schulen in Limburg besucht werden

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Walter Rudersdorf (Heimathistoriker)

Söhne und Töchter der Stadt

Paul Grimm

weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen

  • Anton Hoen (* um 1540/41; † 7. August 1587) war Landschreiber, Befehlshaber und Amtsverweser der Grafschaft Diez. Er ist von 1567 als Amtsschreiber bezeugt.
  • Hironymus Bergundtal, reformierter Pfarrer im 16. Jahrhundert, war bekannt dafür, in der Kirche mit der Bibel nach Gläubigen zu werfen, die der Predigt nicht folgten.
  • Rutger Hesselman, Jesuitenparter S.J., † 30. April 1637 , der zur Rekatholisierung des Fürstentums Hadamar gekommen war. Er machte sich während einer Pestepidemie um die unermüdliche Pflege der Kranken verdient. Nach ihm ist in Lahr eine Straße benannt. Er wurde in der Pfarrkirche Liebfrauen in Hadamar bestattet.
  • Emil Bartoschek, * 30. Juli 1899 in Czuchow, Oberschlesien; † 26. Februar 1969 in Waldbrunn/Fussingen, war ein deutscher Maler, Schüler von Johannes Itten am Bauhaus Weimar und Meisterschüler von Karl Mueller und Oskar Moll an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau.

Weblinks

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