Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Währungssystem

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf bitte mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Unter einem Währungssystem (auch: Wechselkurssystem) versteht man ein System nationaler Währungen, zusammen mit (institutionellen) Mitteln, Regelungen und Vorschriften, die die nominalen Wechselkurse dieser Währungen untereinander in einem definierten Verhältnis oder in einer definierten Verhältnisspanne halten sollen.

Stellenweise findet man für Währungssystem auch eine Definition, die das System einer nationalen Währung beschreibt, d. h. etwa auch Auflage von Münzen und Noten, Prägerechte, etc.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung und Diskussion

Ein Währungssystem ist zu unterscheiden von der Währungsunion; im Gegensatz zu dieser behalten die teilnehmenden Staaten ihre Währungssouveränität und auch ihre nationalen Zentralbanken. Währungssysteme dienen der Vereinfachung internationaler Wirtschaftsbeziehungen durch Verringerung des Währungsrisikos, der Währungs- oder der Preisstabilität. Zu den Vorteilen eines Währungssystems gehört die Förderung des internationalen Handels; exportorientierten Nationen sichert es Chancen auf Absatzmärkten. Es birgt jedoch auch die Gefahr importierter Inflation; ein "floatendes" Währungssystem bietet zudem Arbitrageuren die Chance zu sicheren Gewinnmitnahmen.

Praktische Ausgestaltung

Die Mindestanforderungen an ein Währungssystem umfassen

  • kodifizierte Spielregeln
  • zentrale Aufsicht
  • Rechtfertigungspflicht der Mitglieder

Wo die festen Wechselkurse nicht durch Bindung an Edelmetall sichergestellt werden (Goldwährung), verpflichten sich in der Regel die Zentralbanken der beteiligten Staaten, Währungsreserven in ausreichender Menge vorzuhalten, und schwächelnde Währungen durch Stützungskäufe zu stärken bzw. übermäßig starke Währungen durch Verkäufe gezielt zu schwächen.

Beispiele

In der Neuzeit sind mehrere große Währungssysteme aufgetreten:

  • Alle Metallwährungen, d. h. Geld, welches in einem festen Verhältnis zu einem Edelmetall, typischerweise Gold, steht. Die Währungsverhältnisse sind hier fest, Eingriffe durch Notenbanken sind nicht erforderlich. Goldwährungen waren üblich bis ca. 1931.
  • Das Bretton-Woods-System mit zunehmend flexiblen Wechselkursen, in dem die Währungen zunächst lose über den US-Dollar an Gold gekoppelt waren, später lediglich an den als Leitwährung akzeptierten US-Dollar (1949 - 1971)
  • Die Europäische Währungsschlange (1972), ein System fester Wechselkurse zwischen sechs europäischen Ländern mit zeitweiser Bindung an den US-Dollar
  • EWS (1979), mit der Kunstwährung ECU und der gegenseitigen Verpflichtung der nationalen Notenbanken, die europäischen Währungen durch Stützungskäufe und -verkäufe in einer definierten Verhältnisspanne zum ECU zu halten
  • EWS II (1999 in der Nachfolge des EWS, nach Gründung der Europäischen Währungsunion) zur Vermeidung allzu großer Schwankungen der in der EU verwendeten Nicht-EUR-Währungen gegenüber dem Euro

Aber schon in der Antike gab es große Wirtschaftsräume, in denen der Handel mit vereinheitlichten Münzen vereinfacht wurde. Exemplarisch ist das Geldwesen des römischen Kaisers Augustus zu nennen, der für eine dezentralisierte Herstellung genormter Münzen im Reich sorgte. Hierbei handelt es sich um eine auf Edelmetallen basierende Währung; für den Handel jenseits der Grenzen des römischen Reiches dürfte diese Eigenschaft relevant gewesen sein.

Gebundene Währungen

Gebundene Währungen sichern den Wert des Geldes durch Bindung der umlaufenden Geldmenge an eine Deckung (Gold, Devisen, Handelswechsel).

Freie Währungen

Bei freien Währungen besteht keine systematische Begrenzung der Geldmenge. Die Entwicklung der Geldmenge ist von der Zentralbank nach geldpolitischen Erwägungen zu steuern.

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge