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Von-Neumann-Sonde
Aus Kefk.
Eine Von-Neumann-Sonde ist ein theoretisches Konzept des Physikers John von Neumann, das in Zukunft in der Raumfahrt Verwendung finden könnte. Eine Von-Neumann-Sonde zeichnet sich dadurch aus, dass sie autark eine exakte Kopie ihrer selbst herstellen kann, welche ihrerseits wiederum in der Lage ist, sich exakt zu kopieren. Es handelt sich also um eine Art „Maschinen-Zelle“.
Details
Von-Neumann-Sonden könnten eine große Rolle in der zukünftigen Erforschung der Galaxis spielen: Anstatt Millionen von Raumsonden auszuschicken, die jedes System besuchen, startet man lediglich eine einzige Von-Neumann-Sonde zum nächsten System, wo sie mindestens zwei Kopien ihrer selbst erstellt und diese zu weiteren Sternen schickt. Am Anfang dauert es natürlich lange, bis Informationen zurückkommen, aber mit der Zeit wächst die Menge an Information, die die Von-Neumann-Sonden zur Erde zurück schicken, exponentiell - und damit auch das Wissen über die Galaxis.
Von-Neumann-Sonden könnten auch untereinander Daten austauschen und somit ein Informationsnetzwerk wie das Internet aufbauen. Der Informationsaustausch ist durch die Lichtgeschwindigkeit begrenzt.
Ein fundamentales Problem ist die geringe Materiedichte im freien Weltraum. Die Elementhäufigkeit nimmt mit steigender Ordnungszahl stark ab: viel Wasserstoff, etwas Helium. Metalle sind so gut wie nicht vorhanden. Das Sammeln von Materie ist erforderlich zur Reproduktion und zur Fortbewegung. Als Quelle der schwereren Elemente kommen vor allem die Staubscheiben in Frage, von denen viele Sterne umgeben sind.
Bei einigen Von-Neumann-Sonden könnten durch Beschädigungen oder durch die Strahlung Teile ihres Steuerprogrammes gelöscht oder verändert werden, was einer maschinellen Mutation entsprechen würde. Falls diese Sonden dadurch nicht mehr in der Lage sind, weitere Sonden zu bauen, dann eliminiert sich dieser Fehler von selbst. Falls aber diese Sonden ihre für den Menschen nützlichen Aufgaben nicht mehr erfüllen, dann haben sie mehr Zeit, Energie und Material als die unbeschädigten Sonden zur Verfügung, um weitere gleichartige Sonden zu bauen. Das könnte im Extremfall zu einem galaxisweiten grey goo scenario führen, bei dem unbegrenzt Materie in Sonden umgewandelt wird, was unter anderem zur Folge hätte, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt auch riesige Mengen Sonden auf der Erde landen und die gesamte Biosphäre zerstören. Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten einer solchen grey-goo-Mutation steigt mit der Anzahl der Sonden, mit ihrer Betriebsdauer, und mit ihren Belastungen durch die verschiedenen fremden Umgebungen.
Siehe auch
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