Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Folklore
Aus Kefk.
Der Begriff Folklore (engl. folk "Volk" und lore "Überlieferung") umfasst in der Volkskunde im engeren Sinne die mündlich tradierten Überlieferungen eines bestimmten Volkes. Dazu zählen: Sprichwörter, Rätsel, Erzählungen, Märchen, Fabeln, Legenden, Reime, Schwänke, Volkslieder, Balladen, Witze oder Beschwörungsformeln. Im weiteren Sinne bezeichnet Folklore die Gesamtheit aller volkstümlichen Tradition. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Folklore erfolgt im Rahmen der Volkskunde bzw. der Erzählforschung.
Die Bezeichnung wurde 1846 von William John Thoms als Bezeichnung für den Begriff "Volkskundliche Altertümer" (popular antiquities) geprägt. Johann Gottfried von Herder sorgte als erster für die Sammlung und Bewahrung der "Folklore", vor allem in Gestalt des Volksliedes. Er strebte danach, den "Volksgeist", die Tradition und die Identität des deutschen Volkes zu dokumentieren. Folklore kann religiöse oder mythologische Elemente enthalten, befasst sich aber normalerweise mit den profanen Überlieferungen des täglichen Lebens. Folklore vereint häufig das Reale und das Übersinnliche in einem erzählerischen Miteinander. Andererseits kann Folklore für eine Darstellung verwendet werden, die keinen theologischen oder erbaulichen Inhalt hat, stattdessen nützliche weltliche Überlieferungen. Diese weltliche Überlieferung kann Elemente des Fantastischen aufweisen (wie Magie, übernatürliche Wesen oder personifizierte Gegenstände).
Volksmärchen können erbauliche Traditionen aufweisen, handeln aber primär im weltlichen Bereich. So umfasst das Märchen Hänsel und Gretel religiöse Elemente der Hexerei bzw. frühe naturreligiöse Züge. Zugleich weist es – weltlich und moralisch – auf die Gefahren des Waldes und des Hungers hin.
Folklore bezieht sich darüber hinaus auf soziale Rituale innerhalb der Zyklen von Jahreszeiten und Lebensaltern (Geburts-, Heirats-, und Bestattungszeremonien) und Festtagsbräuche. Ferner äußert sich Folklore in Volkstanz, Volksmusik und Schauspiel.
Folklore findet ihren materiellen Niederschlag in Malerei, Schnitzen, Architektur, Handwerk, Textilien, Schmuck, Verkleidung und Speisen.
Mit einer anderen (meist abwertend gebrauchten) Bedeutung bezeichnet man mit Folklore eine weit verbreitete Anschauung, deren Richtigkeit aber nie bewiesen wurde.
Weiters wird dieser Begriff abwertend gebraucht für eine verkitschte unrichtige Darstellung der Volkssitten zum Zwecke des Tourismus (z.B."volkstümliche Musik")
Siehe auch
Literatur
- Hermann Bausinger: Folklore, Folkloristik. In: Enzyklopädie des Märchens; Band 4 (1984), Sp. 1397-1403.
Weblinks
- "Folklore Europaea" (multimediale Datenbank zum europäischen Brauchtum)
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Folklore, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
