Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Vogel Medien Gruppe

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Vogel Business Medien
Unternehmensform GmbH & Co. KG
Gründung 1891
Unternehmenssitz Deutschland
Unternehmensleitung Claus Wüstenhagen
Mitarbeiter 1.200
Produkte Zeitschriften, Bücher, Web-Portale, Events
Webadresse offizielle Website (Deutsch)

Die Vogel Medien Gruppe ist ein deutsches Medienunternehmen mit 1200 Mitarbeitern. Die Zentrale ist in Würzburg.

Der Fachverlag ist ein Unternehmen mit 40 Firmen und Beteiligungen in mehr als 20 Ländern, vor allem in Europa und Asien. Den Kern des Geschäfts stellen die Fachmedienaktivitäten der Vogel Business Medien unter dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Claus Wüstenhagen, dar. Eine weitere Säule bildet die Vogel Burda Communications, ein Joint Venture mit der Hubert Burda Media Holding (50%) auf dem Gebiet der Computer-Medien. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist der Verleger und Gesellschafter Dr. Kurt Eckernkamp.

Das Kerngeschäft der Gruppe gliedert sich in die Unternehmensbereiche Industrie, Auto und Mobilität, IT-Business & Technology, Recht/Wirtschaft/Steuern und Computer & Communications. Die bekanntesten Titel aus dem Hause Vogel sind Chip, KFZ-Betrieb, IT-Business, Process und Elektronikpraxis.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Das Unternehmen wurde 1891 von Carl Gustav Vogel in Pößneck/Thüringen gegründet. Der schnelle Erfolg des Fachverlages basiert auf dem von Carl Gustav Vogel konzipierten Konzeptes des sogenannten "Wechselversandes". Darunter versteht man den Vertrieb einer Fachzeitschrift an wechselnde Bezieher, wodurch sukzessive die Gesamtheit der relevanten Zielgruppe erreicht wird. Die erste von ihm herausgegebene Publikation war das "Internationale Briefmarken Offertenblatt". Weitere folgten bald, insbesondere der 1897 gegründete und heute noch verlegte "Maschinenmarkt" (Fachzeitschrift des Jahres 2005), der "Agrar Markt" (1919), der "Export Markt" (1921), das "Lastauto" (1924),"Motor und Sport" (1924 (später: "Auto Motor und Sport") und der "Radio Markt" (1927). Die beiden Söhne des Gründers, Arthur Gustav und Ludwig Vogel, stiegen recht bald aktiv in die Geschäftsleitung des Verlages in Pößneck ein, währenddessen Carl Gustav den Vogel Verlag ähnlich dem deutschen Modell in der Schweiz aufbaute, wo er im Jahre 1945 verstarb. Zu Kriegsbeginn 1939 war die Belegschaft des Unternehmens auf 940 Mitarbeiter angewachsen.

Kriegsjahre

Der von jeher politisch neutrale Wirtschafts-Verlag machte vor und nach dem 2. Weltkrieg eine schicksalhafte Entwicklung durch. Anfangs vom Wiedererstarken nach dem verlorenen 1. Weltkrieg profitierend, fiel er durch seine internationale Ausrichtung bald in Ungnade des NS-Regimes. Auch anderweitig machte man dem Verlag, der mit seiner Wirtschafts-Reklame so gar nicht in die Propagandapresse-Landschaft dieser Zeit passte, Schwierigkeiten: Das erfolgreiche Prinzip des Wechselversandes wurde mangels Papier stark eingeschränkt, die Satzformate für Anzeigen wurden wesentlich verkleinert. Schließlich wurde zur Deckung des Kriegsbedarfes Material (vor allem Zink) aus den Druckereien abgezogen, und es ergingen reihenweise Zeitschriften-Einstellungsverfügungen an die Verlage. Diese katastrophale Lage führte dann schließlich von 1943 an zu den sogenannten „Kriegsarbeitsgemeinschaften“, d.h., Zeitschriften ähnlicher Thematik aus verschiedenen Verlagen wurden zwangsvereinigt, beispielsweise der aus vier zusammengelegten Industrietiteln notdürftig herausgegebene „Industriebedarf“. Aus den hochqualitativen Fachzeitschriften der Vorkriegszeit waren wieder Offertenblätter geworden. Auf schlechtem Papier präsentierten sich im März 1945 enggedrängt die letzten Kaufgesuche einer zusammenbrechenden Wirtschaft.

Die beiden Söhne Arthur Gustavs, Phillip und Karl Theodor, standen in der Kriegszeit im Heeresdienst. Phillip fiel 1944 in Frankreich, Karl Theodor kam in Schleswig-Holstein in Krieggefangenschaft. Als nach Kriegsende die 30. US-Infranteriedivision nach Pößneck einmarschierte und den Vogel Verlag in Beschlag nahm, versuchte Arthur Gustav den Verlag wieder aufzubauen. Doch ehe er sich versah, inspizierte ein sowjetischer Offizier das Unternehmen, um die Demontage der Anlagen vorzubereiten. Anschließend wurde er inhaftiert, konnte jedoch flüchten und erreichte am 19. Juli 1945 das in der US-Zone gelegene Coburg, wohin ihm nach ihrer Entlassung die beiden Kriegsgefangenen Ludwig und Karl Theodor Vogel folgten. Nach der Flucht der „Vogels“ verfiel das Unternehmen der Sequestration, also der Enteignung. Am 16. März 1945 begann schließlich die Volldemontage des Verlages.

Neuaufbau

Ludwig Vogel kämpfte gegen die Enteignung und für einen Wiederaufbau des Verlages in Pößneck. Er brachte es immerhin zum „Maschinenmarkt Ost“, den er aber nach Einführung der Planwirtschaft in der sowjetischen Besatzungszone wieder aufgeben musste. Das Ende war der Erlass des Ministerpräsidenten von Thüringen 1948, mit dem der Vogel Verlag in Pößneck enteignet und zum Eigentum des Volkes deklariert wurde. Vogel rettete die verbleibende Betriebsausstattung, deren Verkaufserlös eine wichtige Finanzierungshilfe für die Neugründung des Verlages in Coburg darstellte, in den Westen.

Ohne Maschinenpark kam nur das Verlagsgeschäft in Frage, und als die Amerikaner im Juli 1947 die generelle Erlaubnis zur Publikation textloser Anzeigenblätter gab, erhielt der Verlag von der ICD (Information Control Division) den begehrten Papierbezugsschein. Arthur Gustav Vogel hatte den Neustart des Verlages in einer 34 m² großen Baracke in Neuses bei Coburg vorbereitet. Gemeinsam mit seinem Bruder Ludwig und Sohn Karl Theodor, fünf kaufmännischen Angestellten, einer Stenotypistin, einem Stadtboten und zwei Lehrlingen, gaben sie am 12. Februar 1948 den Haupt-Titel des Verlages, den „Maschinenmarkt“ wieder heraus.

Viele zwangsweise eingestellte Fachzeitschriften wurden nun wieder verlegt. Aber auch die beliebte Publikumszeitschrift „Motor und Sport“ kam vereinigt mit dem Titel "Auto" der beiden ehemaligen Rennfahrer Paul Pietsch und Ernst Dietrich-Troeltsch von Stuttgart aus unter dem Titel "Auto Motor und Sport" wieder auf den Markt. Indessen plante das Management die Verlagerung des Unternehmens an einen verkehrsgünstigeren Standort mit Druck- und Verlags-Geschichte. Man fand das Ideal in Würzburg vor. Unter Führung des bereits aus Pößneck bekannten Architekten von Lamatsch entstand ein neues Druck- und Verlagsgebäude. Im Jahr 1952 begann schließlich die sukzessive Verlagerung des Unternehmens von Coburg nach Würzburg. Mit dem Tode Arthur Gustavs im Jahr 1958 endete endgültig die Pößnecker Gründer-Epoche.

Der Weg zum Informationsdienstleister moderner Prägung begann 1955, als Vogel einen Fachmann für Rationalisierung engagierte. Dies führte 1964 zur Gründung einer Organisationsabteilung, deren Aufgabe die Rationalisierung der Abläufe war und die Inbetriebnahme einer Datenverarbeitungsanlage, was 1967 geschah. Begleitet wurde dies von der Einführung neuer Management-Methoden, weg von einem patriarchalischen Stil zur Delegation von Verantwortung, bekannt als "Harzburger Modell". Es entstanden neue Titel, insbesondere das im September 1978 erstmals von dem Ludwig Vogel-Nachfolger und Verleger Dr. Kurt Eckernkamp herausgegebene Computermagazin CHIP. Weitere Akquisitionen wie der VMM Verlag in Augsburg (heute Vogel IT-Medien), Cypress in Höchberg, das IWW Institut (RWS) in Düsseldorf und 2006 die Compress AG in Zürich wurden getätigt. Im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft B2B-Fachinformationen trennte sich Vogel im Jahr 2005 von seiner Beteiligung an der Motorpresse Stuttgart (heute Gruner und Jahr) und vom Druckgeschäft (heute Arvato).

Weblinks

Literatur

  • Peter Johanek: Die Vogel Story, ein Verlag im Wandel der Zeit. Vogel Verlag, 1972, ISBN 3-8023-0517-5. Ausführliche Darstellung der Unternehmensgeschichte.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Vogel_Medien_Gruppe, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge