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Vigilanz
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Die Vigilanz (lat. vigilantia „Wachheit“, „Schlauheit“), Wachheit bezeichnet in der Physiologie und der Psychologie Zustande erhöhter Aufmerksamkeit
Erlebbare Wachzustände
In kausal-funktioneller Auffassung bedeutet Vigilanz die durchschnittliche Erregungshöhe des zentralen Nervensystems, d. h. eine topologisch-zeitliche Integration der Hirnaktivität zu einzelnen Vigilanzstadien. Diese entsprechen erlebbaren Wachzuständen. Sie lassen sich als quantitative Stufen einer Vigilanzreihe anordnen, die zwei Pole hat:
- höchste Erregung, z. B. beim Schreck
- traumloser Tiefschlaf. Diese Definition schließt in den Vigilanzbegriff Schlafzustände mit sich ein.
Zwischen diesen beiden extremen Aktivitätszuständen liegen Zwischenstadien, die sowohl aufsteigend als auch absteigend durchschritten werden können, z. B. kritische Aufmerksamkeitszuwendung, Relaxation, Dösen, Leichtschlaf mit Verlust der räumlich-zeitlichen Orientierung und Traumaktivität. Der phänomenologisch deskriptiven Beurteilung des Vigilanzzustandes kann man eine Reihe elektrophysiologischer Befunde gegenüberstellen, die für das Vorliegen bestimmter Stadien des Wachseins entsprechen.
Daueraufmerksamkeit
Betont man den operationalen Aspekt, so bedeutet Vigilanz ein Zustand der Funktionsbereitschaft des Organismus auf zufällige, schwellennahe, selten auftretende Ereignisse kritisch zu reagieren. Die Vigilanzbestimmung in diesem Sinn geschieht durch Registrierung der Reaktionszeiten und Beobachtungsfehler im Rahmen von Tätigkeiten, die eine andauernde Aufmerksamkeit erfordern, die man Vigilanzleistungen nennt. In diesem Sinne bedeutet Vigilanz Fähigkeit zur Daueraufmerksamkeit.
Die Bewältigung dieser Überwachungsanforderung setzt einen bestimmten psychophysiologischen Zustand bereits voraus. Schlafstadien sind bei dieser Begriffsbestimmung ausgenommen. Donald B. Lindsley (1960/1961) unterscheidet drei Stadien des Wachseins anhand von Elektroenzephalogramm-(EEG)-Leitbildern: den relaxierten Wachzustand, den Zustand der wachen Aufmerksamkeit und den der starken Erregung:
- Der relaxierte Wachzustand (relaxed wakefulness) ist gekennzeichnet durch spannungsniedrige, unregelmäßige, langsamfrequente Grundaktivität des Hirnstrombildes bei geschlossenen Augen.
- Der Zustand der wachen Aufmerksamkeit (alert attentiveness) hat eine synchrone Grundaktivität des EEG von 8 bis 12 Sekunden Dauer bei geschlossenen Augen mit einer Spannungshöhe von 30 bis 200 µVolt und okzipitaler Bevorzugung (siehe Alpharhythmus).
- Im Zustand der starken Erregung (strong excited emotion) existiert ein desynchrones Hirnstrombild, d.h. es kommen im EEG verschiedene Spannungsfrequenzen von 14–30 Hz vor, welche nur geringe Auslenkungen haben. Die Spannung bleibt typischerweise unter 50 µV. Das Maß dieses Zustandes wird auch als Arousal angegeben.
Die ersten beiden Aktivitätsstadien dieser Einteilung verdienen die Bezeichnung passiver Wachzustand mit und ohne Relaxation, dem ein aktiver Wachzustand gegenüberzustellen ist.
Siehe auch:
Weblinks
| Wiktionary: Vigilanz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
