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Vierschanzentournee
Aus Kefk.
| Ort | Schanze | Schanzenrekord (Jahr) |
|---|---|---|
| Oberstdorf (29. oder 30. Dezember) | Schattenbergschanze | 143,5 m (2003) |
| Garmisch-Partenkirchen (1. Januar) | Große Olympiaschanze | 129,5 m (2001) |
| Innsbruck (3. oder 4. Januar) | Bergiselschanze | 136,0 m (2004) |
| Bischofshofen (6. oder 7. Januar) | Paul-Ausserleitner- Schanze | 143,0 m (2005) |
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In der Vierschanzentournee sind vier Skisprung-Weltcupveranstaltungen zusammengefasst, die seit 1952 jährlich um den Jahreswechsel herum in Deutschland und Österreich stattfinden. Die Tournee gilt neben der Ski-WM und den Olympischen Spielen als der prestigeträchtigste Wettbewerb des Skispringens.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Am 17. Mai 1952 wurde die „Deutsch-Österreichische Springertournee“ gegründet; Gründungsväter waren Toni Glos, Emmerich Pepeunig (Innsbruck), Beppi Hartl, Franz Rappenglück (Partenkirchen), Andi Mischitz, Fred Triebner (Bischofshofen) sowie Alfons Huber und Xaver Kaiser (Oberstdorf). Das erste Tourneespringen fand am 1. Januar 1953 in Partenkirchen statt, Sieger war Asgeir Dölplads aus Norwegen). Die weiteren Stationen waren Oberstdorf (4. Januar), Innsbruck (6. Januar) und Bischofshofen (11. Januar). Erster Tournee-Sieger wurde der Österreicher Sepp Bradl. Schon im nächsten Jahr wurde die bis heute übliche Reihenfolge mit Oberstdorf als Auftaktspringen im alten Jahr und Bischofshofen als Schlusspunkt am Dreikönigstag erstmals durchgeführt.
Die drei Stationen Partenkirchen (mit dem seit 1921 ausgetragenen Neujahrsspringen), Innsbruck und Bischofshofen waren von Anfang an als Tournee-Orte klar. Da ein zweiter deutscher Ort gewünscht war, um eine Parität zwischen Deutschland und Österreich zu erreichen, waren zunächst Berchtesgaden, Füssen und Oberammergau im Gespräch. Aufgrund von zu großen Überschneidungen des Zuschauer-Einzugsgebiets mit Partenkirchen entschied man sich jedoch für Oberstdorf als zweitem deutschen Standort.
Organisation
Die Tounee wird von den Skiklubs der Austragungsorte ausgerichtet. Dies sind der Skiclub 1906 Oberstdorf, das Organisationskomitee Neujahrs-Skispringen des SC Partenkirchen, der Förderverein Bergisel Springen und der Skiclub Bischofshofen. Präsident des Organisationskomitees ist Claus-Peter Horle aus Oberstdorf. Dem Präsidium gehören außerdem Toni Guggemoos (Partenkirchen), Alfons Schranz (Innsbruck) und Karl Votocek (Bischofshofen) an.
Termine
Die Reihenfolge der Springen beginnend in Oberstdorf, dann das Neujahrsspringen in Partenkirchen gefolgt von Innsbruck und dem Dreikönigsspringen in Bischofshofen wurde bisher nur fünfmal nicht eingehalten. Im ersten Tournee-Jahr eröffnete das Neujahrsspringen (1953) die Veranstaltung. In den Jahren 1956, 1961 und 1962 fand das Springen in Innsbruck als zweites Springen noch im alten Jahr statt. 1971/72 wurden die Termine von Oberstdorf und Innsbruck getauscht.
Seit der Tournee 1972/73 wurde die Reihenfolge der Springen nicht mehr verändert. Das Neujahrsspringen fand mit einer Ausnahme (witterungsbedingte Verschiebung auf 2. Januar 1979) immer am Neujahrstag statt. Das Springen von Bischofshofen fand von 1975 bis 2006 immer am Dreikönigstag statt, auf Wunsch des Fernsehens im Jahr 2007 jedoch erst am 7. Januar. Die Termine von Oberstdorf und Innsbruck sind abhängig von den Wochentagen. Üblicherweise wird in Oberstdorf am 29. oder 30. Dezember gesprungen (in den Anfangszeiten der Tournee häufig auch an Silvester), in Innsbruck am 3. oder 4. Januar.
Modus
Die Gesamtwertung der Tournee wird durch Addieren der Ergebnisse der vier Springen ermittelt. Dabei zählt die erzielte Punktzahl (Weite und Haltung), nicht die Platzierung und die damit verbundenen Weltcup-Punkte.
K.o.-System
Eine der Besonderheiten der Vierschanzentournee ist das umstrittene K.-o.-System, nach dem die Springen der Vierschanzentournee im Gegensatz zu den anderen Weltcup-Wettbewerben, wo die besten 30 Springer des ersten Durchgangs in den zweiten Durchgang kommen, ausgetragen werden. Der K.o.-Modus wird nur ausgetragen, wenn die Qualifikation am Vortag des Springens stattfindet. Muss die Qualifikation witterungsbedingt am Tage des Springen ausgetragen werden, wird nach den Regeln normaler Weltcups gesprungen. Dies war zuletzt am 6. Januar 2004 in Bischofshofen der Fall.
Qualifikation
Bei dem erstmals in der Saison 1996/97 gesprungenen Modus werden die für das Springen qualifizierten 50 Springer in 25 Paare eingeteilt, sodass immer zwei Springer gegeneinander springen. Dabei springt der 1. der Qualifikation gegen den 50., der 2. gegen den 49. usw. Deshalb ist auch die Qualifikation wichtiger als bei anderen Springen, da sie nicht nur über die Teilnahme am ersten Durchgang, sondern durch die erreichte Platzierung auch das entsprechende Duell festlegt.
Allerdings sind die 15 Besten der Weltcup-Gesamtwertung automatisch qualifiziert. Für sie geht es in der Qualifikation folglich nicht um die Teilnahme am Wettkampf, sondern um den Gegner, gegen welchen sie im K.-o.-System antreten müssen. Wird die Anlauflänge für die 15 gesetzten Springer in der Qualifikation verändert, werden die betroffenen Springer auf die ersten Plätze gesetzt. Nicht vorqualifizierte Springer können in diesem Fall höchstens Platz 16 erreichen.
Wettkampf
Der Sieger jedes der 25 Springerduelle kommt direkt in den zweiten Durchgang. Auch die fünf besten Verlierer (sogenannte lucky loser) kommen weiter, sodass das Teilnehmerfeld für den zweiten Durchgang ebenfalls aus 30 Springern besteht.
Bei diesem Modus ist es theoretisch möglich, dass der 12. des ersten Durchgangs ausscheidet (wenn er sein Duell verliert und es fünf bessere „Verlierer“ gibt), der 49. des ersten Durchgangs hingegen weiterkommt (wenn er sein Duell gewinnt und sein Gegner schlechtester ist). Es kommt deshalb immer wieder vor, dass Springer, die nach dem normalen Modus ausgeschieden wären, sich für den zweiten Durchgang qualifizieren, eigentlich qualifizierte Springer jedoch ausscheiden.
Sieger
Hauptartikel: Liste der Gesamtsieger der Vierschanzentournee
Jens Weißflog (DDR/Deutschland) und Janne Ahonen (Finnland) konnten die Tournee jeweils vier Mal gewinnen. Es folgen Helmut Recknagel (DDR), Bjørn Wirkola (Norwegen) mit drei und Andreas Goldberger (Österreich) mit zwei Gesamterfolgen. Jens Weißflog und Bjørn Wirkola haben innerhalb der Tournee je zehn Einzelerfolge feiern können. Matti Nykänen (Finnland) und Janne Ahonen (Finnland) folgen mit sieben Siegen.
Bei der 50. Vierschanzentournee (2001/02) war Sven Hannawald der erste und bisher einzige Springer, der alle vier Wettkämpfe einer Tournee gewinnen konnte.
Bei der 54. Tournee (2005/06) gab es erstmals zwei Tourneesieger. Nach acht Sprüngen hatten der Finne Janne Ahonen und der Tscheche Jakub Janda mit 1081,5 Punkten exakt die gleiche Punktzahl erreicht. Diese Punktzahl stellt außerdem den Rekord an erreichten Punkten eines Springers in der Geschichte der Vierschanzentournee dar.
In der Nationenwertung führt Deutschland mit 16 Gesamterfolgen (davon 11 für die DDR) vor Finnland mit 15 Siegen, Norwegen mit zehn und Österreich mit neun Erfolgen. Zweimal konnten Tschechen die Tournee gewinnen (davon ein Mal für die Tschechoslowakei). Je ein Sieg ging an Japan, Slowenien und Polen sowie an die Sowjetunion.
Fernsehübertragungen
Geschichte und aktuelle Situation
Die TV-Übertragungen trugen wesentlich zur schnellen Popularität der Tornee bei. Bereits im Jahre 1956 übertrug der Bayerische Rundfunk in der ARD das Neujahrsspringen, ab 1960 wurden auch die anderen Stationen der Tournee im Fernsehen übertragen. Bis zu 25 Fernsehstationen übertragen heute die Tournee.
Mit der Qualifikation zum Neujahrs-Skispringen 2000 am 31. Dezember 1999 endete die Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten in Deutschland. Seither ist der Privatsender RTL der übertragende Sender in Deutschland. In Österreich wird die Tournee nach wie vor vom ORF übertragen.
Kommerzialisierung
In den letzten 20 Jahren stellte sich eine immer stärker werdende Kommerzialisierung der Vierschanzentournee ein, die teilweise auch einschneidende Regel- und Ablaufänderungen mit sich brachte. 1996 beispielsweise wurde der bisher gesprungene Modus durch das oft kritisierte K.-o.-System ersetzt.
Der Erwerb der Fernsehrechte durch den Privatsender RTL zog weitere gravierende Veränderungen mit sich: Nach und nach wurden zwei der vier Tourneespringen (in Oberstdorf und Bischofshofen) als Flutlichtspringen veranstaltet, da sich der Sender durch die Ausstrahlung am Abend höhere Quoten versprach.
Auch über eine verpflichtend zu springende Qualifikation für alle Springer, auch die besten 15 des Weltcups, wurde nachgedacht, um die Quoten für die Qualifikationsspringen zu verbessern. Überlegt wurde diese Maßnahme nach der Vierschanzentournee 2001/02, als Sven Hannawald als bereits qualifizierter Springer alle vier Qualifikationen ausließ und diese so nicht die erhofften Zuschauerzahlen brachten. Letztendlich wurden diese Überlegungen aber wieder verworfen.
Die stattfindenden Durchgänge werden immer wieder unterbrochen, um den Fernsehanstalten die Gelegenheit zu geben, Werbung ausstrahlen zu können. Dies ist nach den ersten 25 Springern im ersten Durchgang und nach jeweils zehn Springern im zweiten Durchgang der Fall. Während des Springens wird auch immer wieder sogenannte Split-Screen-Werbung gezeigt.
Einen Traditionsbruch gab es mit der Verlegung des seit 31 Jahren am 6. Januar stattfindenden und deshalb auch „Dreikönigsspringen“ genannten abschließenden Springens in Bischofshofen. Durchgesetzt wurde diese Verlegung, da RTL sowohl Qualifikation (jetzt am 6. Januar) als auch Springen (am 7. Januar) am Wochenende übertragen wollte [1].
