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Video Home System

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Video Home System
Bild:VHS-Logo.svg
Bandbreite: 1/2″ (1,27 cm)


Farbe: Unterträger


Ton: Längsgspur,

Hifi auf Schrägspur


Laufzeit: SP: 0,5 - 5 Stunden (PAL)

0,5 - 3,5 Stunden (NTSC).

Doppelte / dreifache

Lauflänge bei LP / SLP.


Einführung: 1976

VHS ist ein von der Firma JVC entwickeltes analoges und zuerst 1976 in Japan auf den Markt gebrachtes Aufzeichnungs- und Wiedergabesystem für Videorekorder. VHS setzte sich als Standard für private Video-Magnetbandaufzeichnungen durch und wurde – trotz Entwicklung besserer analoger Systeme – erst durch ein digitales System abgelöst. Im Gegensatz zu vielen konkurrierenden Systemen nutzt VHS einen "M"-Lademechanismus, der für die kontinuierliche Signalübertragung zwei Köpfe notwendig macht, jedoch kompaktere Geräte erlaubt.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung "VHS"

Die offizielle Lesart Video Home System ist nach Meinung einiger ein Backronym, die Abkürzung stand angeblich ursprünglich für Vertical Helical Scan (senkrecht-spiralförmige Abtastung) und beschrieb die verwendete Aufzeichnungsmethode auf dem Magnetband. Nach anderen Berichten stand es für Victor Helical Scan; JVC (Victor Company of Japan) nennt sich innerhalb Japans einfach Victor. Tatsächlich war Video Home System von Beginn an die offizielle Bezeichnung (siehe Weblink.)

Kassetten

Eine VHS-Kassette enthält ein langes Magnetband, welches von einer Spule auf eine andere gewickelt wird. Dabei läuft es langsam an der schnell rotierenden Kopftrommel des Videorekorders vorbei. Die Kassetten können (bei den meisten als Leerkassetten verkauften Fabrikaten) durch Herausbrechen einer Lasche auf der rückwärtigen Längsseite vor dem Löschen der enthaltenen Aufnahmen geschützt werden. Eine erneute Aufnahme ist dann durch Abdecken mit einem Stück Klebeband möglich.

VHS-Kassetten sind einseitig, können also nicht umgedreht eingeführt werden. Beim Betrachten der Aufnahme ist in der Mitte der Spielzeit also kein Drehen der Kassette notwendig, dafür muss sie vor der nächsten Verwendung zurückgespult werden. Neuere Videorekorder bieten oft eine sehr hohe Spulgeschwindgkeit. Der schnelle Bildsuchlauf ist jedoch aus technischen Gründen in der Geschwindigkeit beschränkt: Der Bildsuchlauf strapaziert die Mechanik und das Magnetband und ist aufgrund des VHS-Formates nur mit Bildstörungen möglich, welche bei zu hohen Geschwindigkeiten den eigentlichen Bildinhalt völlig überdecken würden.

Das Magnetband der VHS-Kassette ist nicht frei zugänglich sondern durch eine Klappe geschützt. Erst im Rekorder wird diese Klappe geöffnet, und die Mechanik zieht so viel Band heraus dass die Videotrommel halbseitig umschlungen werden kann.

Technische Daten

VHS speichert jedes Halbbild in einer eigenen Schrägspur auf dem Band. Progressive Video wird nicht unterstützt. Moderne Geräte mit Hifi-Stereo können problemlos ein analog kodiertes Dolby-Surround-Signal aufzeichnen.

Bei der Aufzeichnung in NTSC wird eine andere Bandgeschwindigkeit als bei PAL und SECAM verwendet. Zwar können in jedem Land gekaufte Leerkassetten in allen Rekordern verwendet werden können, doch die auf den Kassetten angegebene Laufzeit stimmt dann nicht mehr. Zur Unterscheidung gibt es die Formate T-(Minuten) für NTSC (zum Beispiel T-120) und E-(Minuten) für PAL (zum Beispiel E-180.) Die verringerte Bandgeschwindigkeit bei PAL-Rekordern ist Folge des technischen Fortschritts, der nach der Entwicklung der NTSC-VHS-Spezifikationen zur Verfügung stand.

Die gängigen VHS-Kassetten für PAL haben meist Laufzeiten von etwa zwei bis vier Stunden und werden mit E- (für PAL/SECAM) bzw. T- (für NTSC) und der auf den Standard Play-Modus (SP) bezogenen Spielzeit in Minuten gekennzeichnet. Die tatsächliche Zeit ist häufig einige Minuten länger. Leerkassetten unter zwei Stunden Laufzeit (E-30, E-60 und E-90) sind teilweise sogar teurer als längere, besonders bei kommerziell bespielten Kassetten gibt es auch die verschiedensten Sonderlängen.

Bei vielen Geräten wird der Beginn einer Aufnahme durch ein Index-Signal markiert, wodurch später ein leichter Zugriff auf eine bestimmte Bandstelle ermöglicht wird. Mit einigen Geräten können diese Markierungen auch während der Aufnahme an beliebigen Stellen eingefügt werden.

Im englischsprachigen Raum ist bei der Veröffentlichung von Spielfilmen auf VHS „Pan & Scan“ üblich, bei dem links und rechts ein beträchtlicher Teil des Bildinhalts verloren geht. Im deutschsprachigen Raum war dies bis Anfang der 1990er-Jahre üblich, danach wurde häufig Letterbox mit den bekannten schwarzen Balken eingesetzt.

Ein Anamorphes 16:9-Bildformat ist möglich, wegen der Kompatibilität zum 4:3-Format (bei Fernsehern ohne 16:9-Umschaltung) besonders bei kommerziell bespielten Kassetten jedoch unüblich. Werden anamorph ausgestrahlte Programme mit VHS aufgezeichnet, können entsprechende Fernseher das Widescreen-Signal auswerten schalten automatisch auf 16:9 um.

Details zur Aufzeichnung

Das Magnetband hat eine Breite von 1,27 cm und bewegt sich mit nur wenigen Zentimetern pro Sekunde (PAL: 2,339 cm/s, NTSC: 3,335 cm/s). Für Aufzeichnung und Wiedergabe läuft das Band im Halbkreis um eine Trommel mit einem Durchmesser von 6 cm herum. Die Trommel verfügt über zwei gegenüberliegende Schreib-/Leseköpfe, die abwechselnd verwendet werden, so dass immer derjenige Kopf mit Bandkontakt aktiv ist.

Das TV-Signal mit etwa 5,5 MHz Bandbreite wird in Helligkeit und Farbsignal getrennt, und die Helligkeitsinformation mittels Tiefpass auf etwa 3 MHz begrenzt. Dieses verbleibende Helligkeitssignal wird frequenzmoduliert gespeichert. Die Frequenzmodulation ermöglicht eine vergleichsweise geringe Störanfälligkeit der Aufzeichnung. Die FM-Trägerfrequenz wurde so gewählt, dass im unteren Frequenzbereich noch Platz ist. Dort wird – per herabgesetztem Träger – die Farbe (in verringerter Auflösung) gespeichert. Da die Farbe nicht mittels FM aufgezeichnet wird, ist das Farbsignal besonders rauschempfindlich.

Um die erforderliche Kopf-zu-Band-Geschwindigkeit für die Aufzeichnung zu realisieren, dreht sich die Videokopftrommel mit 25 Umdrehungen pro Sekunde (NTSC: 30 Umdrehungen pro Sekunde) so dass entsprechend viele Halbbilder pro Sekunde abgetastet werden. Entsprechend steigt die Aufzeichnungsgeschwindigkeit vom drehenden Kopf zum Band auf einige Meter pro Sekunde. (PAL: 4,867 m/s, NTSC: 6,953 m/s.) Bei PAL-VHS werden jeweils 208 parallele Videospuren (Länge: 9,734 cm, Breite: 0,049 mm) schräg auf das Band geschrieben.

Longplay und Super-Longplay

Viele Geräte verfügen über einen Long Play-Modus (LP), in dem durch Reduzierung der Bandgeschwindigkeit und somit auch der Qualität (besonders beim Bildsuchlauf kann sich dies zeigen) die Laufzeit verdoppelt wird, somit sind mit einer E-300-Kassette 10-Stunden-Aufzeichnungen möglich. Beim Abspielen solcher Aufnahmen auf VHS-Geräten ohne LP-Modus werden diese mit starken Störungen und teilweise der doppelten Geschwindigkeit abgespielt. Seltener gibt es auch einen Extended Play-Modus (EP) oder Super Long Play-Modus (SLP) der noch längere Laufzeiten ermöglicht.

Im NTSC-Raum hingegen ist der Super-Longplay-Modus (SLP) mit einem Drittel Bandgeschwindigkeit zur Verlängerung der Aufzeichnungsdauer Standard. Halbierte Bandgeschwindigkeit bieten dort nur wenige Rekorder. Die endgültige Bandgeschwindigkeit von NTSC-SLP und PAL-LP ist beinahe gleich.

Bandgeschwindigkeiten in cm/s
PAL SP PAL LP NTSC SP NTSC SLP
2,339 1,170 3,335 1,112

Obwohl die reduzierte Bandgeschwindigkeit die Qualität der Aufnahme spürbar beeinträchtigt, selbst wenn Kassetten mit High-Grade-Beschichtung genutzt werden, wurden sie früher angesichts hoher Kassetten-Preise gerne genutzt. Um sehr lange Sendungen am Stück aufnehmen zu können, kann auch heute noch die Notwendigkeit bestehen, mit LP aufzuzeichnen.

Übliche VHS-Bandlängen und Spielzeiten
Band-Beschriftung Bandlänge Spielzeit (PAL) Spielzeit (NTSC)
SP LP SP EP/SLP
E-120 173,7 m 2 h 4 h 1 h 26 min 4 h 18 min
E-180 259,4 m 3 h 6 h 2 h 9 min 6 h 27 min
E-240 348,1 m 4 h 8 h 2 h 53 min 8 h 39 min
E-300 435,1 m 5 h 10 h 3 h 36 min 10 h 49 min
Band-Beschriftung Bandlänge Spielzeit (NTSC) Spielzeit (PAL)
SP EP/SLP SP LP
T-120 247,5 m 2 h 6 h 2 h 49 min 5 h 38 min
T-160 327.7 m 2 h 40 min 8 h 3 h 43 min 7 h 26 min
T-180 368.8 m 3 h 9 h 4 h 13 min 8 h 27 min

Die E-300-Kassetten nutzen ein besonders dünnes Trägermaterial, um die über 430 Meter Band noch auf die Spulen der Kassette wickeln zu können. Mit etwa 430 Metern gilt die VHS-Kassette als ausgereizt.

Während übliche DVD-Rekorder (mit einschichtigen) Medien je nach Qualität meistens nur 2, 4 oder 6 Stunden Gesamtspielzeit bieten, kann ein PAL-VHS-Rekorder bis zu 5, im LP-Modus bis zu 10 Stunden ununterbrochen aufnehmen.

Bildauflösung

Da das TV-Signal direkt (ohne Zwischenspeicherung) aufgezeichnet wird, müssen alle Zeilen (auch die ohne Bildinhalt) berücksichtigt werden, das sind pro Vollbild 625 Zeilen bei PAL und 525 Zeilen bei NTSC. Die vertikale Bildauflösung beträgt bei NTSC-Vollbildern 485 Zeilen, bei PAL 576 Zeilen beträgt. In horizontaler Richtung ist die Aufösung 220-240 Linien. Da dies auf die Höhe des Bildes gerechnet wird, und VHS für 4:3-Formate entwickelt wurde, ist die tatsächliche Helligkeitsauflösung pro Scanline bei etwa 280-300 Linien.

Systembedingt (durch die Wahl der FM-Trägerfrequenz) ist die Bildauflösung (der Helligkeitsinformation) von VHS begrenzt, egal wie fein die Partikeldichte der verwendeten Magnetbänder oder wie ausgereift die Aufzeichnungstechnik ist. Infolgedessen werden dünne horizontale Linien nur noch unscharf dargestellt. An harten Kontrasten (z. B. weiß nach schwarz) sieht man auf VHS-Aufzeichnungen oft einen dicken Strich dazwischen (in diesem Falle grau.) Etwas höhere Frequenzen werden nur noch mit schwacher Amplitude gespeichert.

Das komplette Halbbild wird (mit allen Zeilen) in einer Spur aufgezeichnet. Bei der Aufzeichnung und Wiedergabe ist die Synchronisation mit dem Zeilen-Anfang (H-Sync) oft nicht exakt, so dass sich ein leichtes "Zeilenwackeln" beobachten lässt (insbesondere im LP-Modus.)

Da der Farbträger zur Magnetaufzeichnung heruntergesetzt wird, und das Farbsignal in er noch verfügbaren Bandbreite nur quadratamplitudenmoduliert (und nicht frequenzmoduliert) gespeichert werden kann, unterliegt es starken Rauscheinflüssen.

Farbe wird mit deutlich reduzierter Auflösung aufgezeichnet. Pro Zeile werden nur etwa 30-40 unterschiedliche Farbwerte gespeichert. VHS nutzt außerdem ein System zur Farbrausch-Reduktion, in dem die Farbwerte mehrerer Zeilen zusammengemischt werden, so dass auch die vertikale Farbauflösung deutlich sinkt. Trotz der Rauschreduktion flimmern Bildflächen mit starker Farbsättigung heftig. Eine weitere Folge der Farbrauschreduzierung ist das "Ausbluten" der Farbe bei mehrfachen Video-Kopien. Dies macht VHS für (semi-)professionelle Zwecke ungeeignet, bietet jedoch für den Heimgebrauch einen guten Kompromiss, um das Farbflimmern zu minimieren.

Audio-Qualität

Die Standard-Tonspur ist ein linear aufgezeichnetes Mono-Signal mit maximal 10 KHz Bandbreite bei einem Rauschabstand von nur etwa 40 dB. Später ging man dazu über, statt der Mono-Spur zwei getrennte Kanäle (also Stereo) zu speichern. Schließlich wurde in den Video-Schrägspuren die Aufzeichnung von Hifi-Stereo ermöglicht, womit die lineare Stereo-Aufzeichnung obsolet wurde. Der Mono-Track bleibt auch bei Hifi-Stereo-Rekordern zur Kompatibilität erhalten. Der Hifi-Stereo-Ton bietet beinahe CD-Qualität und wird mit einem separaten Kopfpaar in die Tiefe der Magnetschicht geschrieben, während das Videosignal nur die Oberfläche magnetisiert. Die Audiospur enthält den linken Kanal auf einem 1,4-MHz-Träger, und den rechten Kanal auf einem 1,8-MHz-Träger. Damit überscheiden sich Audio- und Video-Frequenzen.

Um eine möglichst gute Trennung beider Signale zu erreichen, sind die Winkel der schmalen Öffnungen der Audio-Köpfe gegenüber den Video-Köpfen etwas versetzt.

Bei Geräten mit Stereo-HiFi-Ton wird eine Bandbreite von 20 Hz - 20 kHz bei einem Rauschabstand von ungefähr 75 dB aufgezeichnet. Das für einen Erwachsenen erfassbare Spektrum deckt etwa den Bereich 20 Hz bis 18 kHz ab.

Anzahl der Köpfe

Da die Trommel nur halbseitig vom Magnetband umschlungen wird, sind zwei Köpfe im Winkel von 180° erforderlich, um kontinuierlich das Band lesen (oder es beschreiben) zu können.

Für Hifi-Stereo sind zwei zusätzliche Köpfe notwendig, einerseits um den unterschiedlichen Winkel in der Kopf-Spaltöffnung (für die Audio-Video-Signaltrennung) zu realisieren und andererseits um den Ton kurz vor dem Bildsignal auf das Magnetband zu schreiben.

Im Longplay-Modus bewegt sich das Band mit nur halber Geschwindigkeit, was automatisch zu dünneren Spuren führt. Um für Longplay (und nur für Longplay) eine bessere Bildaufzeichnung- und Wiedergabe zu erreichen, gibt es in den meisten Rekordern noch zwei Videoköpfe mit kleinerer Öffnung (um der gesenkten Spurbreite besser Rechnung zu tragen.)

Geräte-Anschlüsse

VHS-Rekorder haben einen TV-Tuner, um auch bei ausgeschaltetem Fernseher (oder anderer Fernseher-Programmwahl) aufzeichnen zu können und bieten dementsprechend einen analogen TV-Anschluss. Damit man keinen externen Splitter braucht, verfügen die Rekorder auch über einen TV-Ausgang, so dass man das Signal durch den Rekorder zum Fernseher durchschleift.

Zur Ausgabe an den Fernseher hat sich bei europäischen Geräten der SCART-Anschluss durchgesetzt, der zusätzlich zum üblichen Composite-Anschluss (mit drei Steckern: Video, Audio links, Audio rechts) vorhanden ist. Um von einem anderen Gerät wie einer Decoder-Box aufnehmen zu können, bieten die meisten Geräte zusätzlich einen SCART-Eingang.

Auch das via SCART ausgegebene Bild ist leider nur ein Composite-Signal. Einen S-Video-Anschluss findet man erst ab S-VHS-Geräten. RGB- oder Component-Anschlüsse (YPbPr) sind gar nicht vorgesehen. Bei Composite Video tritt zwischen Farb- und Helligkeitssignal oft ein Übersprechen auf, was sich in wabernden Pixelmustern äußert.

Kassettenpreise

Die Preise für Kassetten mit einer Spielzeit von zwei bis vier Stunden sind in etwa gleich. Fünfstündige Kassetten kosten etwa das Doppelte. Auffällig ist, dass Kassetten mit einer Spielzeit von weniger als zwei Stunden (z. B. E-30, E-60 und E-90) erheblich teurer sind.

unter E-120: ab 6,00 € aufwärts

E-120: ca. 1,50 €

E-180: ca. 1,50 €

E-240: ca. 1,50 €

E-300: ca. 3,00 € (für 300-min-Bänder wurde ein spezielles, dünneres Trägermaterial entwickelt. Trägermaterial, wie es in E-240 verwendet wird, hätte nicht mehr in die Kassette gepasst.)

Diese Preise sind Richtpreise und gelten nicht für Marken-Produkte.

Versionen von VHS

Von VHS existieren viele verbesserte Versionen. VHS-HQ-Geräte boten gegenüber VHS-Rekodern zusätzliche Schaltungen, um die wahrgenommene Qualität mit Rauschfiltern und Bildschärfung zu steigern. Die höherpreisigen VHS-HQ-Geräte haben sich jedoch nicht durchgesetzt und verschwanden wieder vom Markt.

Das 1987 eingeführte S-VHS-System ist ein weiterentwickelter VHS-Standard, der etwa 60% mehr horizontale Bildauflösung bietet und damit das Helligkeitssignal praktisch in voller Auflösung speichern kann. Auch S-VHS errang keinen durchschlagenden Markt-Erfolg, konnte sich jedoch als eine der qualitätsmäßig VHS überlegenen Alternativen etablieren. Auf S-VHS-Maschinen sind VHS-Videos abspielbar. Umgekehrt gilt dies nicht, nur wenige (und dann speziell gekenntzeichnete) VHS-Geräte können S-VHS-Videos wiedergeben, jedoch nur in VHS-Qualität. Versuche, S-VHS-ähnliche Qualität mit herkömmlichen VHS-Bändern zu erreichen, konnten sich auf dem Markt nicht durchsetzen, so dass S-VHS-Rekorder weiterhin auf die (teureren, aber besseren) S-VHS-Bänder angewiesen sind.

W-VHS war ein analoges Format zur Aufzeichnung von HDTV-Sendungen, welcher 1994 eingeführt wurde. Die Entwicklung wurde inzwischen eingestellt. D-VHS ist ein digitales Format auf normalen S-VHS-Kassetten, welches neben SDTV- und HDTV-Aufzeichnungen auch Datenspeicherung unterstützt, je nach Bandlänge 25 bis 50 GB. D-VHS-Rekorder können auch analoge VHS-Kassetten abspielen.

Für den Einsatz im Home-Video-Bereich war praktisch nur das normale VHS relevant. Die Verbesserungen – mit Ausnahme der Hifi-Stereo-Fähigkeit, die in VHS-Rekordern Standard wurde – fanden keine Verbreitung und wurden mit der Einführung von HDD/DVD-Rekordern obsolet.

Kompakt-Kassetten

VHS-C ist eine Version für Camcorder mit verkleinerten Kassetten, die mittels Adaptern auch in herkömmlichen VHS-Videogeräten abspielbar sind; auch von S-VHS gibt es eine solche Version S-VHS-C.

Geschichte

In den Jahren ab 1980 wurde VHS zum allgemein anerkannten Standard im Heimbereich, nachdem es sich auf dem Markt gegen Sonys Betamax und Grundigs Video 2000 durchgesetzt hatte, die nach Ansicht vieler Experten technisch bessere Systeme darstellten. Ein Hauptgrund für den Erfolg waren die von den anderen Firmen verlangten Lizenzgebühren, während JVC bei der Lizenzvergabe deutlich großzügiger war als die Konkurrenz. Dies führte zum Formatkrieg.

VHS war von Beginn an konsequent auf den Privathaushalt entwickelt worden und bot neben vergleichsweise preiswerten Geräten von Anfang an Kassetten mit deutlich längerer Spielzeit als die Konkurrenz-Systeme. Dies wird von vielen als ausschlaggebender Punkt gesehen, mit dem VHS große Marktanteile gewonnen hatte.

Über die Entstehung von VHS (insbesondere die geheime Entwicklung und den Widerstand gegen das japanische Handelsministerium) und die Gründe des Erfolgs in Japan gegenüber Sonys Betamax gibt es den japanischen Dokumentarfilm „Hi wa Mata Noboru“, auf englisch „Dawn of a New Day: The Man Behind VHS“.

Nachdem VHS etwa 20 Jahre lang das marktführende Heimvideo-System war, wurde es ab etwa 2000 nach und nach von der DVD abgelöst, besonders als auch aufnahmefähige Versionen derselben große Verbreitung fanden und dabei eine meist deutlich bessere Bildqualität boten. Ab etwa 2003 wurden mehr DVD- als VHS-Videos verkauft, auch im Jahr 2007 ist VHS jedoch noch nicht völlig vom Markt verschwunden, außerdem gibt es DVD-VHS-Kombi-Geräte. VHS- und Kombigeräte bieten jedoch praktisch immer nur einen Composite-Ausgang und keinen (besseren) S-Video- oder RGB-Anschluss, von YPbPr ganz zu schweigen.

Kopierschutz

Der VHS-Standard wurde vom Entwickler und Rechteinhaber JVC im Jahre 1985 auf Druck der Filmbranche redefiniert (und je nach Standpunkt verbessert oder verschlimmert). VHS-Lizenznehmer durften nur noch Videorekorder mit AGC (Automatic Gain Control) bauen. Ursprünglich gedacht für eine Verbesserung des Bildsignals auf Empfangsseite durch automatische Aussteuerung, konnte diese Technik genutzt werden, um den von der Firma Macrovision Corporation entwickelten analogen Kopierschutz (Macrovision) zu implementieren. Ein geringer Teil der in Kopierwerken der Filmindustrie hergestellten Kaufvideokassetten, ein größerer, von der jeweiligen Hersteller- bzw. Verleihfirma abhängiger Teil der Videotheken-Verleihkassetten, enthält das Macrovision-Signal, welches die AGC des empfangenden Videorekorders verwirrt. Durch wechselnde Hell-Dunkel-Signale in der Austastlücke wird die AGC angeregt, die Helligkeit ständig nachzuregeln. Das Ergebnis sind durch starke Schwankungen von Helligkeit und Farbsättigung unbrauchbare Kopien von solchen mit Macrovision versehenen Leih- oder Kaufvideokassetten.

Reines Abspielen von Macrovision-Kassetten vom Videorekorder zum Fernseher funktioniert ohne Störungen, da der Fernseher das gesamte Rücklaufsignal durch Generatoren selbst aufbaut. Aus Sicht der Filmbranche wurden sogenannte Raubkopien erschwert, aus Sicht des Verbrauchers wurde das ansonsten prinzipiell zulässige Herstellen von Privatkopien – selbst von Sicherungskopien einmal gekaufter Kassetten – erschwert bis unmöglich gemacht. Eine Entfernung der Störsignale ist zwar technisch recht einfach, der Verkauf von entsprechenden Zusatzgeräten wurde jedoch um 2003 in den meisten EU-Ländern verboten.

Ein einfacher Trick war es, das HF-Signal durch einen Betamax-Recorder zu schleifen. Dadurch wurde das Macrovision-Signal ausgefiltert. Außerdem gibt es spezielle Geräte, mit denen sich Macrovision entfernen lässt. Diese Geräte sind jedoch in Deutschland verboten, da sie einen Kopierschutz umgehen.

Weblinks

Wikipedia
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