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Vetus Latina
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Unter dem Begriff Vetus Latina (deutsch: alte lateinische), früher auch Itala, werden sämtliche Übersetzungen alt- und neutestamentlichen Texte der Bibel ins Lateinische zusammengefasst, die vor (und auch neben) der unter dem Namen Vulgata bekannten Neuübersetzung der biblischen Schriften beziehungsweise Revision bestehender Übersetzungen durch den heiligen Hieronymus († 420 n. Chr.) in Gebrauch waren.
Die zahlreichen frühen Bibelübersetzungen variierten in Umfang und Wortwahl. Sie sind uns vor allem in Zitaten bei Kirchenvätern (zum Beispiel Augustinus) zugänglich, aber auch in Fragmenten von Handschriften. Bruchstücke eines Vetus-Latina-Kodex aus dem 4. oder 5. Jahrhundert fanden sich zum Beispiel in Handschriftenbänden aus der Dombibliothek Konstanz, wo die alte Handschrift im 15. Jahrhundert zerschnitten und als Verstärkung von anderen Einbänden verwendet wurde.
Die zahlreichen Textspuren werden seit 1945 systematisch unter der Leitung des Vetus-Latina-Instituts in der Erzabtei Beuron aufgearbeitet. Grundstock des Instituts ist eine Kartei mit rund einer Million altlateinischer Bibelzitate, die der Münchner Pfarrer Josef Denk († 1927) anlegte.
