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Verkehrsstau

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Bild:Stau.jpg
Stau auf der Autobahn A81 bei Rottenburg

Ein Verkehrsstau (Kurzform: Stau) ist eine nur langsam oder gar nicht fahrende Ansammlung von Fahrzeugen in einer langen Reihe auf einer Straße.

Staus entstehen wenn der Durchsatz eines Straßenabschnitts geringer ist als die Verkehrsstärke. Um einen Stau auf der Autobahn handelt es sich, wenn der Verkehr mindestens eine Minute unter 30 km/h fließt. Wenn der Verkehr ein bisschen schneller als 30 km/h ist, spricht man vom Stockenden Verkehr. Bei hoher Verkehrsdichte kann auch ohne direkt erkennbaren Grund ein Stau aus dem Nichts entstehen.

Ein Stau führt in der Regel schnell zur Frustration der Betroffenen. Es gab aber auch Zeitungsmeldungen, denen zufolge ein erheblicher Teil aller Deutschen gerne im Stau steht; für viele Familien scheint die Teilnahme am mühelos vorhersehbaren Hin- und Rückreisestau fest zum Ferienritual zu gehören.

Inhaltsverzeichnis

Stauentstehung

Für die Entstehung einer Verkehrsstauung sind zwei Ursachen auszumachen. Ein geringerer Durchsatz ein höheres Verkehrsaufkommen.

Geringerer Durchsatz

Die Gründe für verringerten Durchsatz sind

Höhere Verkehrsstärke

Ein hohes Verkehrsaufkommen tritt auf durch

Stau-Erkennung

Visuelle Beobachtung

Über freiwillige Staumelder, Polizeistreifen, Kameras, Hubschrauber werden Straßen und Verkehrsknotenpunkte visuell beobachtet.

Stationäre Erfassungs-System

Mittels fest montierten Sensoren an der Autobahn wird der Verkehrsfluss objektiv gemessen. Hierbei wird nur die linke Fahrspur überwacht, da über die Parameter Abstand und Geschwindigkeit auf der linken Spur auf die Verkehrsdichte der anderen Spuren geschlossen werden kann. Auf deutschen Autobahnen befindet sich im Schnitt alle 4 Kilometer ein Sensor, so dass hier insgesamt ca. 4000 Sensoren im Einsatz sind.

Floating Car Data (FCD) / Floating Cellular Data (FCD)

Bei diesem modernen Verfahren werden in Fahrzeugen mitgeführte (Mobiltelefone) oder eingebaute Geräte (i. d. R. mit einem Sender ausgerüstete GPS-Empfänger) zur Messung der Verkehrsgeschwindigkeit und der Reisezeit verwendet. Das Verfahren Floating Cellular Data mit den Mobiltelefonen ist unpräziser als GPS, jedoch um vieles günstiger, da keine zusätzliche Hardware (Mobiltelefone), Infrastruktur (Antennen) oder Netzbelastung (Senden von Daten) notwendig ist und für allgemeine Aussagen genügend präzise.

Die Netzwerk-Betreiber anonymisiern die Signale der Mobiltelefone und lassen sie durch Spezialfirmen auf Geschwindigkeit analysieren. Diese Daten sind nützlich und Basis für die meisten Intelligent Traffic Systems (ITS), wie aktive Verkehrsführung, Notfall- und Evakuationsmanagement, Stau-Umfahrung, Zeitschätzung. Es bietet ein Echtzeit-Bild des aktuellen Verkehrsgeschehens; sophistizierte Software wird auf grund der real-time Daten auch Verkehrsbelastung und Staus voraussagen (predictive).

FCD-Verfahren mittels Handys haben gegenüber herkömmlichen Systemen (Sensoren, Kameras, etc.) große Vorteile: Es ist viel kostengünstiger, es braucht keine zusätzlichen Geräte oder Netzwerke, es umfasst nicht nur Autobahnen, sondern auch Nebenstrassen, es braucht keine Installationen und Baustellen auf den Strassen selbst.

Es gibt bezüglich der Nutzung dieser Daten datenschutzrechtliche Bedenken; in den USA wurden das Anonymisierungsverfahren geprüft und als datenschutzrechtlich unbedenklich eingestuft.

Staumeldung

Verkehrszeichen

Bild:Zeichen 124.svg
Zeichen 124 - Staugefahr

Vor staugefährdeten Straßen-Abschnitten wird durch das Zeichen 124 (rotes Dreieck, weißer Grund, drei Kraftfahrzeuge hintereinander) gewarnt.

Radio

Staumeldungen werden im Verkehrsfunk vorgelesen und über TMC im nichthörbaren Bereich des UKW-Signals in digitaler Form gesendet. Allerdings ist der TMC-Bereich sehr schmal, so dass sämtliche Meldungen nur etwa alle fünfzehn Minuten übertragen werden. Da es außerdem häufig vorkommt, dass ein Empfänger eine Meldung verpasst, kann der Empfang der TMC-Meldung sich erheblich verzögern. Staumeldungen über TMC können heutzutage von Navigationssystemen empfangen und verarbeitet werden.

Videotext

Staumeldungen werden von verschiedenen Fernsehsendern im Videotext veröffentlicht.

Internet

Staumeldungen werden von verschiedenen Anbietern im Internet veröffentlicht.

Mobiltelefon

Staumeldungen können individuell über das Mobiltelefon abgefragt werden. Hierzu wird die Position des Anrufer automatisch lokalisiert und weitere Information zur Fahrtroute abgefragt.

Verhalten im Verkehrsstau

Da ein Stau neben Verzögerungen auch ein Risiko für Unfälle birgt, gibt es vom ADAC und anderen Interessengruppen Hinweise zum Verhalten in einem Stau.

  • Man soll auf der Autobahn die Warnblinkanlage einschalten und den Verkehr beobachten.
  • Es wird empfohlen, langsam zu bremsen, um ein Auffahren des rückwärtigen Fahrzeugs zu vermeiden.
  • Man soll beim "Auffahren" auf den Stau genügend Sicherheitsabstand einhalten.
  • Bei einem stillstehendem Stau soll der Motor abgestellt werden. In einem Tunnel erhält dies den Sauerstoffgehalt der Luft.

Besonders gefährlich ist ein Abbremsen an der Unfallstelle, etwa um die Rettungsmaßnahmen zu beobachten, da erstens der Verkehrsfluss behindert wird und es zweitens zu Auffahrunfällen kommen kann, da auch die übrigen Fahrer ihre Aufmerksamkeit auf die Rettungsmaßnahmen richten könnten.

Man muss per Gesetz bei Autobahnen eine Rettungsgasse in der Mitte der zwei Fahrstreifen freilassen, bei drei- oder mehrspurigen Fahrbahnen zwischen dem linken äußeren und dem 2. Fahrstreifen von links. Blockiert ein Fahrzeug die Standspur, muss ca. 2 m. vor und hinter dem Hindernis im rechten Fahrstreifen eine Lücke gelassen werden.

Es ist verboten, die Standspur als Fahrstreifen zu benutzen (etwa um zur nächsten Autobahnausfahrt zu gelangen). Bei noch fließendem Verkehr sollte jegliches Kolonnenspringen vermieden werden.

Siehe auch

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Verkehrsstau – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
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