Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Veddas

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/4/44/Ceylon_Native_Village.jpg': No such file or directory.
Veddas auf Sri Lanka (Postkarte um 1910)

Als Veddas (auch: Weddas oder Veddahs, Singhalesisch väddā, fälschlich "Bedda", Eigenbezeichnung Wanniyala-Aetto) wird das indigene Volk Sri Lankas bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft der Veddas

Die Veddas sind genetisch mit der Urbevölkerung Afrikas und auch den Aborigines und Tasmaniern verwandt.

Herkunft des Namens

Das Wort Vedda wird meist auf Sanskrit vyādha "Jäger" zurückgeführt; tatsächlich dürfte es auf Sanskrit veddhṛ "der, der durchbohrt" zurückgehen.[1]

Die ständige Bedrohung

Durch die Rodung des Dschungels und die Umwandlung in Ackerland wurde ihnen schon früh ihr Jagdrevier genommen. Sie wurden zwar in Dörfer umgesiedelt, doch dort vermischten sie sich mit Singhalesen und Tamilen. Noch kritischer wurde es für die Ureinwohner im 20. Jahrhundert, als sie durch ehrgeizige Siedlungsprojekte immer mehr aus ihren angestammten Lebensräumen vertrieben wurden. Heute leben nur noch wenige von ihnen ganz nach ihren ursprünglichen Sitten. Man schätzt, dass es noch ca. 600 Veddas gibt, womit sie eine deutliche Minderheit der Landesbevölkerung (von insgesamt etwa 19 Mio.) bilden und vom Aussterben bedroht sind.

Siedlungsgebiete

Die Veddas siedeln hauptsächlich in Heningala (nahe Girandurukotte), im Maduru Oya Nationalpark und im Dschungel in der Nähe von Mahiyangana. Sie leben in kleinen Clans, die von einem Königsclan und dessen König beherrscht werden.

Ursprüngliche Lebensweise

Die Ureinwohner Sri Lankas wohnen in einfachen Lehm- und Holzhütten und leben hauptsächlich von der Jagd. Bewaffnet sind sie mit Pfeil und Bogen. Als Jagdgehilfen halten sie Hunde, sie bilden den wertvollsten Besitz eines Veddas. Auch tragen sie stets eine Axt als Verteidigungsmittel und nützliches Werkzeug über der Schulter, sie ist für das Überleben im Dschungel unerlässlich. Dies gilt auch für diejenigen Veddas, die in Dörfern leben und sie eigentlich gar nicht mehr benötigten.

Beziehung zur "Zivilisation"

Der Königsclan ist bei den Tamilen und Singhalesen hoch angesehen und einige Sagen ranken sich auch heute noch um ihn. Der König hatte früher eine derart hohe Stellung in Sri Lanka, dass seine Autorität derjenigen des Präsidenten entsprach. Bei irgendeinem Anliegen musste er nur einen Boten ins nächste Dorf schicken und wurde bald darauf mit einer Limousine abgeholt, um sich mit dem Präsidenten zu treffen. Den Veddas war die moderne Zivilisation des restlichen Landes durchaus bewusst, allerdings schätzten sie sie nicht besonders. Bis heute hat sich das Verhältnis jedoch immer mehr verschlechtert: Die Veddas haben Mühe, sich im heutigen Sri Lanka zu behaupten und ihre bescheidenen Belange durchzusetzen.

Sitten und Bräuche

Auch die Veddas, die nicht mehr im Dschungel leben, haben doch ihre alten Rituale und Bräuche erhalten.

Religion

Bis heute haben sich die Ureinwohner ihren Totenkult bewahrt und führen in Zeiten der Not immer noch ihre Tänze zur Anrufung der Toten auf. Sie glauben an verschiedene Geister (verstorbene Verwandte sowie Naturgeister), die sie um Glück und Erfolg bei der Jagd bitten. Ihr ursprünglicher Animismus ist jedoch weitgehend durch hinduistische bzw. buddhistische Anschauungen ersetzt worden, die von den Tamilen und Singhalesen übernommen wurden.

Hochzeitszeremonie

Auch an der Hochzeitszeremonie hat sich nichts verändert. Ein heiratswilliger Mann muss beim Vater der Braut um ihre Hand anhalten. Er bringt dazu Geschenke wie Honig, Betelblätter, Kokosnüsse, Reis und Fleisch. Geheiratet wird nur innerhalb eines Clans, der der Hochzeit zustimmen muss. Das Hochzeitsritual an sich ist einfach: Wenn die Braut einwilligt, bindet sie zur Besiegelung des Bundes dem Bräutigam ein Band, das aus der Rinde der Niyande gemacht wird, um die Hüfte. Dieser Hochzeitsknoten bleibt bestehen, wird aber von Zeit zu Zeit erneuert. Als Mitgift bringt die Braut nützliche Dinge, wie z.B. Jagdhunde, eine Axt oder Töpfe mit in die Ehe ein.

Zukunft

Den Veddas droht das Schicksal aller Naturvölker: Auf Grund von Assimilation in die singhalesische Volksgruppe wird die eigenständige Kultur und die Sprache der Veddas in absehbarer Zeit verschwunden sein.[2]

Quellen

  1. Geiger, Wilhelm: "An Etymological Glossary of the Sinhalese Language", Colombo 1941, reprint New Delhi 1997, S. 161.
  2. http://www.ethnologue.com/show_language.asp?code=ved

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Veddas, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge