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Valora

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschreibt den Schweizer Handelskonzern Valora. Für das gleichnamige deutsche Wertpapierhandelshaus, siehe Valora Effekten Handel.

Valora (auch Valora-Gruppe) ist eine Schweizer Handels- und Logistikholding. Das Konzerndach bildet die Valora Holding AG mit Sitz in Bern, in der Valora AG mit Hauptsitz in Muttenz ist das operative Geschäft der weit verzweigten Valora-Gruppe gebündelt. Das Unternehmen tritt ausschliesslich im Grosshandel unter dem eigenen Namen auf, im Einzelhandel ist es hingegen nur unter seinen Markennamen bekannt, insbesondere als k kiosk.

Im Geschäftsjahr 2005 erzielte Valora einen Umsatz von rund 2.85 Milliarden Schweizer Franken und beschäftigte rund 7500 Angestellte (Vollzeit-Stellen).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Valora geht auf das 1905 in Olten gegründete Unternehmen «Schweizer Chocoladen & Colonialhaus» zurück, aus welchem die «Merkur AG» entstand. Erst in den 1980er-Jahren erweiterte Merkur das Geschäftsfeld um Restaurants und Verkaufsautomaten (Selecta). Die Merkur AG wurde 1986 in eine Holding (Merkur Holding AG) umgewandelt, die schliesslich 1996 den Namen in Valora Holding AG änderte.

Die Abkehr vom einstigen Kerngeschäft begann 1990 mit der Übernahme der Kiosk AG und der Schmidt-Agence, den beiden grössten Schweizer Kioskketten, die schrittweise unter der Marke Kiosk zusammengeführt wurden und von den bekannten Markenelementen der Merkur-Kette geprägt waren. Die Namensrechte an der Marke Kiosk in der Schweiz liegen durch den Erwerb der Kiosk AG seither grundsätzlich bei der Valora. Mit den Kiosk-Verkaufsstellen expandierte man 1997 nach Deutschland und daraufhin auch nach Luxemburg. Die Aktivitäten sind heute in der Geschäftseinheit Valora Retail zusammengefasst, die rund 1500 konzerneigene Standorte umfasst.

Die Verkaufsautomaten-Sparte wurde 1997 als Selecta AG verselbständigt und an die Schweizer Börse gebracht. Bereits 2001 wurde das Unternehmen von der britischen Compass Group komplett übernommen. Der Geschäftssitz der Selecta-Gruppe verblieb in der Schweiz und bis heute sind am Erscheinungsbild der Selecta-Automaten Reminesenzen an den einstigen Marktauftritt von Merkur zu erkennen.

Nach der breiten Diversifikation in den 1980er- und 1990er-Jahren begann 2003 wieder eine Fokussierung auf die besonders erfolgsversprechenden Geschäftsbereiche. Im Rahmen dieser Restrukturierung trennte man sich auch von den auf Confiserieprodukte und Kaffee spezialisierten Merkur-Verkaufsstellen, die seither in stark reduzierter Standortzahl von einem Familienunternehmen aus Ennenda im Kanton Glarus unter der Marke Merkur Confiserien weitergeführt werden.

Geschäftsbereiche

Valora Retail

Der Geschäftsbereich Valora Retail umfasst das Endkundengeschäft des Konzerns, das rund 55 Prozent zum Konzernumsatz beiträgt. Den Kern bildet die Marke k kiosk, die seit einer Neulancierung optisch keinen Bezug mehr zur einstigen Stammhaus Merkur aufweist. Neben dem üblichen Stammsortiment – Presseerzeugnisse, insbesondere Zeitungen und Zeitschriften, Süsswaren, Tabak und Lotteriespiele – führen diverse Standorte auch auf die Zielgruppe ausgerichtete Sortimente bestehend aus Büchern, einer begrenzten Auswahl von Lebensmitteln, Imbiss- oder Café-Ecken. Unter der Marke Caffe Spettacolo betreibt Valora eine Kaffeehaus-/Bistrokette.

Zum Geschäftsbereich Valora Retail gehört eine Beteiligung an der Cevanova AG, ursprünglich einem Joint-Venture zwischen der Valora, dem Migros-Genossenschaftsbund und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), an dem die drei Partner je einen Drittel hielten. Die Cevanova betreibt als Franchiser die Geschäfte unter der Marke avec, die sich insbesondere an mittelgrossen Bahnhöfen finden. Das Grundkonzept war, dass Valora die avec-Geschäfte mit ihrem Kiosk- und Genussmittelsortiment versorgt, die Migros steuert ein Grundsortiment an Lebensmitteln hinzu, während die SBB die Räumlichkeiten an meist nicht mehr personell besetzten Bahnhöfen beisteuern und damit trotz nicht mehr rentablen Billetschaltern über avec weiterhin ein Billetsortiment durch das jeweilige Verkaufspersonal anbieten. Nach Unstimmigkeiten haben sich die SBB Mitte 2005 aus dem Joint-Venture zurückgezogen, an dem die Migros und Valora nun alleine zu jeweils zur Hälfte beteiligt sind.

Valora Press & Books

Der im Bereich Valora Press & Books zusammengefasste Pressegrosshandel trägt etwa 20 Prozent zum Konzernumsatz bei. Er umfasst die rückwärtige Logistik von Valora Retail über welche die rund 1500 konzerneigenen Standorte mit Presseerzeugnissen versorgt werden, zudem werden rund 17'000 unabhängige Kioske, Tankstellenshops und Einzelhändler mit Pressesortiment beliefert, darunter diverse Bahnhofskioske respektive Bahnhofsbuchhandlungen im benachbarten Ausland. In Deutschland ist man größter Bahnhofsbuchhandel und eröffnet seit 2006 auch Filialen außerhalb von Bahnhöfen und Flughäfen.

Valora Trade

Unter Valora Trade zusammengefasst ist der Handel und Vertrieb von Lebensmitteln, der insbesondere eine Reihe von Markenprodukten umfasst, die inzwischen zum Valora-Konzern gehören. Der Geschäftsbereich trägt ungefähr 25 Prozent zum Konzernumsatz bei. Zu den Marken gehören unter anderem Roland (Gebäck und Biscuits), Toggenburger / Kägi (Waffeln; ehemals Kägi Fret AG) und die schwedische Marke Gille (Backwaren).

Weblinks

Wikipedia
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