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Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie
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Die VIE (Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs)-Theorie von Victor Harold Vroom wird in der Motivationstheorie zur Kategorie der Prozesstheorien gezählt und hat dort den Status eines Basismodells inne. Basis der 1964 veröffentlichten Theorie ist der Weg-Ziel-Ansatz (Path-Goal Approach) von Georgopoulus/Mahoney/Jones 1957, der eine Beziehung zwischen Aufwand (effort) und Belohnung (reward) in folgender Weise charakterisiert: Mit der Erkenntnis, dass ein höherer Einsatz von Arbeit (effort) das Erreichen eines (oder mehrerer) persönlicher Ziele ermöglicht (rewarding), steigt die Bereitschaft, mehr zu leisten. Im Gegenzug sinkt aber die Leistungsbereitschaft durch die Erkenntnis, dass ein geringerer Arbeitseinsatz das Erreichen eines oder mehrerer persönlicher Ziele ermöglicht.
Der Weg-Ziel-Ansatz beruht also auf dem Paradigma des Nutzenmaximierers. Es wird davon ausgegangen, dass die Wahrnehmung eines "relativen Nutzens" (vgl. Staehle, Management, 1999) des eingesetzten Aufwandes - also der Belohnung - wesentlich ausschlaggebend ist für die Bereitschaft zur Leistungserbringung.
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Begriffsabgrenzung
Valenz
Unter Valenz wird hier in Anlehnung an psychologische bzw. soziologische Definitionen eine emotionale Wertigkeit eines Individuums im Hinblick auf Zustände verstanden. Mit anderen Worten gibt Valenz den Grad an, in dem ein bestimmter Zustand für ein Individuum erstrebenswert ist. Negative Valenz meint folglich, dass die Vermeidung eines Zustandes erstrebenswert ist, während eine Valenz von null Gleichgültigkeit gegenüber dieses Zustandes signalisiert. Ist die Valenz gegenüber eines Zustandes positiv, so hält das Individuum den Zustand für erstrebenswert.
Erwartung
Der Terminus Erwartung beschreibt hier den Grad der subjektiv wahrgenommenen Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ergebnisses infolge einer Handlung. Dabei misst Vroom auf einer Skala von 0 bis 1: Bei einer Erwartung von 0 hält das Individuum kein Auftreten eines Ereignisses infolge einer bestimmten Handlung für wahrscheinlich, bei einer Erwartung von 1 wird das Auftreten eines Ereignisses für sicher gehalten.
Die VIE-Theorie unterscheidet zwei Erwartungen:
- Die Erwartung, dass der Einsatz von Leistung zur Erfüllung der Aufgabe führt (Zustand A)
- Die Erwartung, dass die Erfüllung der Aufgabe zur Belohnung führt (Zustand B)
Zustand A und Zustand B sind für das Individuum unterschiedlich valent.
Instrumentalität
Instrumentalität steht für die Verknüpfung von Leistungserbringung und Belohnung, gibt also den Grad an, in dem durch die Erreichung von Zustand A die Erreichung des Zustandes B möglich wird. Dabei hat Zustand A nur dann eine positive Valenz, wenn er ermöglicht, dass Zustand B, der bereits positive Valenz besitzt (Belohnung), über Zustand A erreicht werden kann. Gemessen wird die Instrumentalität auf einer Skala von -1 bis 1, wobei -1 bedeutet, dass Zustand B nicht über Zustand A erreicht werden kann und +1, dass Zustand B nur über Zustand A erreicht werden kann.
Beispiel
Ein Vorgesetzter V verspricht dem Angestellten A eine Gehaltserhöhung, wenn dieser sich zusätzlich zu seiner üblichen Arbeit noch am Projekt P beteiligt.
Für A hat die Gehaltserhöhung (Zustand B) eine hohe Valenz. Ebenso hegt A eine hohe Erwartung, dass die Beteiligung am Projekt P (Erfüllung der Aufgabe) zu einer Erreichung des Zustandes B führt. Daraus ergibt sich eine positive Valenz für den Leistungseinsatz (Zustand A). A wird sich also am Projekt P beteiligen.
Literatur
- Staehle, Wolfgang H.; Management; Vahlen; München; 1999
Weblinks
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