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VW Typ 3

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Bild:VW Typ3 Variant640.jpg
VW Typ 3 Variant 10/1969-09/1972
Bild:VW 1600 Limo.jpg
VW Typ 3 Limousine 10/1969-09/1972

Der Typ 3 ist eine Limousine und ein Kombiwagen von Volkswagen, die 1961 auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt als VW 1500 vorgestellt wurden.

Die Nummerierung erfolgte chronologisch. Der Typ 1 ist der VW Käfer, der Typ 2 ist der VW-Bus, und der letzte neue VW mit luftgekühltem Heckmotor, der Typ 4, ist der 1968 vorgestellte "Nasenbär" VW 411 (später VW 412).

In den wichtigsten technischen Merkmalen mit dem Käfer identisch, hob sich das Mittelklasse-Modell VW 1500/1600 durch seine Stufenheck-Karosserie und das etwas größere Platzangebot vom Käfer ab. Insbesondere das Kombi-Modell "Variant" (der erste dieses Namens) erwies sich als recht gelungen und wurde einige Jahre lang gut verkauft.

Die Hauptunterschiede zum Käfermotor waren der vergrößerte Hubraum und die geänderte Luftkühlung: Nicht mehr der auf dem Motor stehende, riemengetriebene "Ventilator", sondern eine hinten an der Kurbelwelle angeflanschte Turbine. Daraus resultierte ein längerer, aber flacher Motorraum, über dem sich beim Stufenheck ein Kofferraum befand und der den Kombi-Laderaum im Variant erst ermöglichte. Zugänglich war der Motor durch eine Klappe von oben, er war also erst nach Ausladen des Gepäcks erreichbar. Beide Versionen hatten auch den vom Käfer her bekannten vorderen Kofferraum, aber größer und in einer besser nutzbaren Form. Der Tankstutzen war von außen zugänglich, nicht mehr wie beim Käfer durch Öffnen der vorderen Haube. Der Typ 3 kostete als Variant bei seinem Erscheinen 6300 DM (knapp 1000 DM mehr als der Käfer).

Inhaltsverzeichnis

Technische Daten VW 1500/1600

1500, 1500 N 1500 S 1500 A, 1600 A 1600, 1600 L, 1600 TL 1600 LE, 1600 TLE
Motor flachgebauter Vierzylinder-Viertakt-Boxer-Heckmotor; luftgekühlt; zentrale Nockenwelle; über Stoßstangen und Kipphebel betätigte hängende Ventile; Ölbadluftfilter; Zündfolge 1-4-3-2
Hubraum 1493 cm3 1584 cm3
Bohrung x Hub 83 x 69 mm 85,5 x 69 mm
Leistung bei 1/min 45 PS (34 kW) bei 3800 54 PS (40 kW) bei 4200 45 PS (34 kW) bei 3700 54 PS (40 kW) bei 4000
Vergaser / Einspritzung ein Flachstrom zwei Fallstrom ein Flachstrom zwei Fallstrom D-Jetronic
Drehmoment bei 1/min 10,8 kpm (106 Nm) bei 2000 10,8 kpm (106 Nm) bei 2400 10,8 kpm (106 Nm) bei 2400 11,2 kpm (110 Nm) bei 2200
Getriebe Viergang, vollsynchronisiert Viergang, vollsynchronisiert, ab 1967 auch Dreigang-Vollautomatik
Elektrik 6 Volt 12 Volt
Karosserie Ganzmetall-Aufbau auf Plattform-Rahmen verschraubt mit Mittelträger
Vorderachse Einzelrad-Aufhängung an längsliegenden Kurbellenkern, Querstabilisator, gekreuzte Drehfederstäbe, hydraulische Teleskop-Stoßdämpfer
Bremsen vorn Trommelbremse Scheibenbremse
Hinterachse Pendelachse mit Längslenkern, Drehstäbe und hydraulische Teleskop-Stoßdämpfer, ab 1967 Automatik-Modelle mit Schräglenker, ab 1968 Schräglenker in Serie
Bremsen hinten Trommelbremse
Bereifung 6,00 x 15 (auch 165 SR 15) auf 4,5 J x15
Radstand 2400 mm
Länge x Breite x Höhe 4225 x 1605 x 1475 mm (Variant Höhe = 1465 mm)
ab 1969 4340 x 1605 x 1470 mm
Höchstgeschwindigkeit 125 km/h 135 km/h 125 km/h 135 km/h 135 km/h
Bauzeit 1961-1965 1963-1965 1965-1973 1965-1973 1968-1973

Modellgeschichte

Bild:VW Typ 3 vl silver.jpg
VW 1600 A von 1966
  • 1961 - Der VW 1500 erschien als Stufenheck und Variant (Kombi)
  • 1963 - VW 1500 S mit Zweivergaser-Motor und 54 PS, Änderungen an Blinkern und Heckleuchten, "S"- Modelle mit Chomzierrat, VW 1500 in 1500 N umbenannt, "N"- Modelle ohne Chromzierrat und mit einfacherer Ausstattung
  • 1965 - VW 1600 TL (Touren Limousine, im Volksmund zuweilen als "Traurige Lösung" verballhornt) mit Fließheck und größerem Motor, weiterhin mit 54 PS, 1500 N in 1500 A umbenannt, mit Flachstrom-Einvergaser und 45 PS, Stufenhecklimousine anfangs nur als Standardmodell lieferbar
  • 1966 - Stufenhecklimousine jetzt auch mit besserer Ausstattung lieferbar als VW 1600 L, da die Fließheckkarosserie nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen ist
  • 1967 - Automatik-Modell mit moderner Schräglenker-Hinterachse. Bei 54 PS-Motor wahlweise Bosch-Einspritzanlage: erste serienmäßige elektronische Kraftstoffeinspritzung der Welt
  • 1969 - Optische Überarbeitung der Karosserie („Langschnauzer“), Breitstoßstangen, große Frontblinker und Heckleuchten, andere Position des Kennzeichen beim TL. Entfall der hinteren Pendelachse; auch die Schaltgetriebe-Wagen bekamen das Schräglenker-Fahrwerk.
  • 1973 - Ende der Produktion im Juli.

2.583.015 Stück des Typs 3 wurden gebaut, davon fast die Hälfte (1.202.483) als Variant.

Vom Typ 3 war ab ca. 1962 auch ein zweisitziges Karmann Ghia-Coupé lieferbar, siehe VW Typ 34. Cabrio-Versionen, von der Limousine und vom Karmann-Ghia abgeleitet, wurden zwar zur Erprobung gebaut, jedoch nicht zur Serienproduktion freigegeben. Das gleiche geschah mit einer Viertürer-Entwicklung, die nicht in Serie ging. Ein Versuchsexemplar steht in der „Autostadt“ in Wolfsburg im Werksmuseum.

Der VW 1600 in Brasilien

Bild:VW Brasilia 01.jpg
VW 1600 Variant (Brasilien) zweite Version 1971 - 1977
Bild:VW Brasilia 02.jpg
VW 1600 Variant (Brasilien) zweite Version

In Brasilien wurde von 1968 bis 1980 ein VW 1600 gebaut, der technisch mit dem deutschen Typ 3 weitgehend identisch war, aber eigenständige Karosserien hatte. So gab es den brasilianischen VW 1600 auch als Viertürer.

Zeittafel

  • 1968 - Vorstellung des brasilianischen VW 1600 als viertürige Stufenhecklimousine. Recht plumpe Formgebung; insbesondere die Front ähnelt sehr dem im gleichen Jahr in Deutschland eingeführten VW 411 ("Nasenbär").
  • 1969 - Erweiterung des Programms um einen Kombi mit nur zwei Seitentüren und durchgehenden hinteren Seitenfenstern. Name wie in Deutschland VW 1600 Variant.
  • 1970 - Erweiterung des Programms um eine zweitürige Fließhecklimousine. Name wie in Deutschland VW 1600 TL. Für alle Modelle Doppelscheinwerfer statt der bisher verwendeten Rechteckscheinwerfer.
  • 1971 - Die Produktion der Stufenhecklimousine wird eingestellt. TL und Variant erhalten eine neue, wesentlich elegantere Frontgestaltung (siehe Bild), die in Brasilien entworfen wurde und in der Folgezeit auch für den Sportwagen SP 2, den kleineren Brasilia sowie in Deutschland für den überarbeiteten 412 verwendet wird. Fließhecklimousine jetzt auch mit vier Türen lieferbar.
  • 1974 - Der VW Passat wird, nur ein Jahr nach seiner Einführung in Deutschland, auch in Brasilien produziert. Damit steht in der Mittelklasse ein ungleich moderneres Auto zur Verfügung. Der VW 1600 wird weitergebaut, doch lässt die Nachfrage in der Folgezeit stark nach.
  • 1976 - Der Bau der Fließhecklimousine wird eingestellt. Nur der 1600 Variant bleibt im Angebot; der Passat Variant der ersten Generation wird in Brasilien nicht angeboten.
  • 1977 - Stattdessen wird der VW 1600 Variant durchgreifend überarbeitet. Völlig neue, wesentlich modernere Karosserie, die auf den ersten Blick mit dem Brasilia verwechselt werden kann; der Brasilia ist aber kleiner. Name VW Variant II.
  • 1980 - Die Produktion des Variant II wird eingestellt.
  • 1982 - Die Produktion des Brasilia wird ebenfalls eingestellt. Mit den Typen Gol, Voyage, Parati, Passat sowie (ab 1984) Santana setzt VW nunmehr auch in Brasilien auf Frontmotor und Frontantrieb.

Produktionszahlen

  • Stufenhecklimousine (1968-1971) 24475
  • Fließhecklimousine (1970-1976) 109515
  • Variant (1969-1977) 256760
  • Variant II (1977-1980) 41002
  • insgesamt (1968-1980) 431752

Literatur

  • Hans G. Mayer-Stein, Die großen VW : Nordhoffs Vermächtnis: VW 1500/1600, 411/412, Verlag Karl Goerner, Karlsruhe 1994, ISBN 3-9803665-0-2
  • OLDTIMER MARKT Heft 12 Dezember 1988, Titel: VW 1500/1600 Typ 3
  • Colin Burnham, Faszination Volkswagen. VW-Raritäten unter kalifornischer Sonne, SERAG AG 1988, ISBN 3-908007-41-0

Weblinks


Wikipedia
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