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VSOP87
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Die VSOP87-Theorie ist eine Methode zur Berechnung der Positionen für die Planeten mit sehr hoher Genauigkeit. Die Abkürzung VSOP steht für Variations Séculaires des Orbites Planétaires (deutsch „Säkulare Variation der Planetenorbits“).
Sie ist eine Weiterentwicklung der VSOP82-Theorie, die im Jahre 1982 von Pierre Bretagnon, einem Mitglied des Bureau des Longitudes in Paris, veröffentlicht wurde. Sie gilt – mit einigen Erweiterungen – noch heute (2006) als Referenz für die numerische Modellierung der Dynamik des Sonnensystems.
Die VSOP87 besteht aus einer langen Reihenentwicklung von periodischen Termen, die es ermöglicht, die Bahnelemente oder direkt die Koordinaten der Planeten Merkur bis Neptun zu berechnen. Es stehen mehrere Varianten der Theorie zur Verfügung:
| VSOP87: | enthält ähnlich wie die weniger genaue Vorgängerversion VSOP82 Reihenentwicklungen für die (veränderlichen) Bahnelemente der Planeten. Nach der Bestimmung der für den gewünschten Zeitpunkt gültigen Bahnelemente muss aus diesen anschließend mit den üblichen Methoden der Ephemeridenrechnung die Planetenposition errechnet werden. |
| VSOP87A: | enthält Reihenentwicklungen, welche unmittelbar die heliozentrischen kartesischen Koordinaten der Planeten für das Standardäquinoktium J2000.0 liefern. |
| VSOP87B: | Reihenentwicklungen der heliozentrischen sphärischen Koordinaten (ekliptikale Länge, ekliptikale Breite und Radiusvektor) der Planeten für J2000.0. |
| VSOP87C: | Reihenentwicklungen der heliozentrischen kartesischen Koordinaten für das Äquinoktium des Datums |
| VSOP87D: | Reihenentwicklungen der heliozentrischen sphärischen Koordinaten für das Äquinoktium des Datums |
| VSOP87E: | Reihenentwicklungen der baryzentrischen kartesischen Koordinaten für J2000.0. |
Neben der Bequemlichkeit, unmittelbar die gewünschten Koordinaten zu liefern, bieten die Varianten A bis E auch den Vorteil, bei geringeren Genauigkeitsansprüchen die Berechnung der Reihen abbrechen zu können, sobald die gewünschte Genauigkeit erreicht ist. Bei Verwendung der VSOP87 selbst wäre es in diesem Fall schwierig zu bestimmen, mit welcher Genauigkeit die von dieser Variante gelieferten einzelnen Bahnelemente berechnet werden müssen, um letztlich die daraus folgenden Koordinaten mit der gewünschten Genauigkeit zu erhalten.
Obwohl die Konstruktionsmethoden der VSOP82 und VSOP87 sowie ihre Eigenschaften in der astronomischen Literatur beschrieben wurden [1][2], sind diese Theorien selbst in den Publikationen nicht enthalten. Sie konnten ursprünglich nur auf Magnetband bezogen werden, sind aber inzwischen über das Internet erhältlich. Für Anwendungen mit geringeren Genauigkeitsansprüchen sind in dem Buch „Astronomische Algorithmen“ [3] oder vom Österreichischen Astronomischen Verein[4] Auszüge dieser Listen periodischer Terme veröffentlicht worden.
Literatur
- ↑ Pierre Bretagnon: Théorie du mouvement de l'ensemble des planètes. Solution VSOP82. In: Astronomy and Astrophysics 114 (1982). o.V., S. 278–288 (PDF 1,2 MB)
- ↑ P. Bretagnon, G. Francou: Planetary theories in rectangular and spherical variables. VSOP87 solutions. In: Astronomy and Astrophysics 202 (1988). o.V., S. 309–315 (PDF 841 KB)
- ↑ Jean Meeus: Astronomical Algorithms. o.A. ISBN 0-943396-35-2
- ↑ Hermann Mucke (Hrsg.): Moderne astronomische Phänomenologie. 20. Sternfreunde-Seminar, 1992/93. Zeiss Planetarium der Stadt Wien und Österreichischer Astronomischer Verein 1992 (weblink, 19. Juni 2006)
Weblinks
- Die VSOP87 auf dem FTP-Server des Institut de mécanique céleste et de calcul des éphémérides (IMCCE) (Stand: 5. April 2005)
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