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Uppsala

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt den Ort Uppsala; für die schwedische Gemeinde Uppsala siehe Uppsala (Gemeinde).
Uppsala

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Basisdaten
Provinz (län): Uppsala län
Historische Provinz (landskap): Uppland
Gemeinde (kommun): Uppsala
Geografische Lage: Koordinaten: 59° 51' 30" N, 17° 38' 0" O59° 51' 30" N, 17° 38' 0" O
Einwohnerzahl: 128.409 [1] (31. Dezember 2005)
Fläche: 4.786 Hektar
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Uppsala [ɵpˈsɑːla] (deutsch veraltet Upsal) ist eine Großstadt in der schwedischen Provinz Uppsala län und der historischen Provinz Uppland. Uppsala ist Residenzstadt der Provinz und Hauptort der gleichnamigen Gemeinde.

Die Stadt ist, an der Bevölkerung gemessen, nach Stockholm, Göteborg und Malmö die viertgrößte Stadt des Landes. Uppsala ist in sieben Stadtbezirke gegliedert.

Uppsala ist eine traditionelle und bekannte Universitätsstadt. Die Universität Uppsala wurde als zweite Universität Skandinaviens 1477 gestiftet (das studium generale im damals dänischen Lund wurde schon 1425 gestiftet).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Uppsala liegt etwa 71 km nördlich Stockholms und etwa 35 km vom Flughafen Arlanda entfernt. Durch den Ort verläuft der Fluß Fyrisån, der 8 km weiter südlich in den See Mälaren mündet. Uppsala liegt teilweise am Fuße und teilweise auf einem Geröllrücken, genannt Uppsalaåsen, der aus der letzten Eiszeit stammt und sich über 500 km von Härjedalen bis in den Süden von Stockholm zur Halbinsel Södertörn erstreckt.

Geschichte

Anfänge bis 13. Jahrhundert

Die Stelle, an der Uppsala heute liegt, hatte ursprünglich den Namen Aros, später dann Östra Aros, um nicht mit Västra Aros, dem heutigen Västerås, verwechselt zu werden. Aros bedeutet soviel wie Flußmündung, die sich damals in der Nähe befand. Erste Überlieferungen erwähnen an dieser Mündung einen Hafen. Reisende machten hier ihre Boote fest, um auf dem Landweg weiter in das fünf Kilometer entfernte Uppsala, das heutige Gamla Uppsala, zu gelangen.

Als das dortige heidnische Zentrum (heute Gamla Uppsala - Alt-Uppsala genannt) mit dem vermuteten Tempel nicht mehr existierte, die Bedeutung der Stadt als wichigster Ting- und Marktplatz sowie Königssitz abnahm und sich das Christentum in Uppland durchsetzte, wurde Alt-Uppsala zum Bischofssitz. Östra Aros blieb allerdings weiterhin ein wichtiger Hafen für den Handel in Uppland aber auch bis nach Norrland. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatte Alt-Uppsala an Bedeutung verloren, daß es nur eine Frage der Zeit war, bis der Bischofssitz und die Domkirche nach Östra Aros umzogen.

Ob sich als eine der ersten Kirchen die St. Perskirche damals bereits in der St. Persgatan befunden hat, ist nicht sicher belegt. Dagegen befand sich wohl die Heliga Trefaldighetskirche schon auf der Westseite des Flusses. Sie war damals schon Versammlungsort für die dortige Landgemeinde. Ansonsten war die westliche Seite eher spärlich bebaut, als man sich für den Umzug des Bischofssitzes 1273 entschied. Kurz danach begann man, die Stadt Uppsala statt Östra Aros zu nennen. Nach dem Umzug sorgten nicht nur die Diener der Kirche für einen Aufschwung, sondern auch Pilger und andere Reisende, die zu den großen kirchlichen Festen anreisten.

14./15. Jahrhundert

Während des Mittelalters, jedoch auch schon zur Zeit des Magnus Ladulås, ließen sich deutsche Handwerker und Kaufleute in Uppsala nieder. Rechtlich unterschied sich die Stadt vom Umland dadurch, daß ihr schon vor 1302 die Stadtrechte verliehen wurden. In diesem Jahr wurde erstmals von einem Vogt und einem Stadtrat berichtet. Aus der gleichen Zeit stammen auch Berichte, daß die Stadt zumindest teilweise von einem Graben umgeben war und daß es die beiden zuvor benannten Kirchen, St. Perskirche und Heliga Trefaldighetskirche, mit Sicherheit gab.

Die königliche Domäne "Islandet" (schwed. Kungsgården "Islandet") wurde erstmals 1338 erwähnt. Sie diente vornehmlich als Wohnort des Vogts, wurde aber auch als Wohnort des Königs bei dessen Aufenthalten in Uppsala genutzt. Herzog Karl wohnte noch 1594 dort, bevor er das Anwesen 1610 an den Statthalter Kristofer Wärnstedt abgab. Der damalige Bischofssitz befand sich an der Stelle, wo heute die Universität liegt und wurde um 1340 erbaut. Die zum Dom gehörende Schule lag auf einer Insel im Fyrisån, Studentholmen (schwed. Studenteninsel). Im Jahr 1477 erwirkte Erzbischof Jakob Ulfsson die Erlaubnis des Papstes ein "studium generale", mit anderen Worten eine Universität, einzurichten. Sie ist damit die zweite, und älteste noch existierende, Universität Skandinaviens und befand sich zu Beginn noch in den Räumen der Domschule.

Im Mittelalter war es die Eigenschaft als Bischofssitz, die Uppsalas Entwicklung prägte. Als Krönungsort und Ort für wichtige Treffen (schwed. herredagar) wurde sie in dieser Zeit auch als eigentliche Hauptstadt Schwedens gesehen. Während der Zeit der Kalmarer Union war die Stadt mehrfach Schauplatz von Streitigkeiten. Während der Auseinandersetzungen wurde 1470 die Domkirche gestürmt und 1501 die königliche Domäne niedergebrannt. Außerdem wurde Uppsala mehrfach von Feuern in Schutt und Asche gelegt. Der verheerendste Brand ereignete sich 1473, als die Domkirche und mehrere große Gebäude beschädigt wurden.

16.-18. Jahrhundert

Während des Befreiungskriegs unter Gustav Wasa wurde 1521 der Bischofssitz angezündet. Durch die Reformation und den Einflußverlust der Kirche änderten sich die Verhältnisse. Die beiden zuvor genannten Kirchen verfielen langsam. Das Kloster und ein Großteil der anderen kirchlichen Besitztümer wurden von der Krone eingezogen. Die angegliederte Schule wurde gänzlich eingestellt. Dadurch und durch den Wegfall der großzügigen Aufträge der Kirche kam es zu einem wirtschaftlichen Niedergang. Die Einwohnerzahl verringerte sich. Der König hielt jedoch an Uppsala fest und besuchte die Stadt regelmäßig samt seines Hofes, so daß der Niedergang abgefedert wurde. Mit dem Baubeginn des Schlosses im Jahr 1547 begann sich die wirtschaftliche Lage wieder zu verbessern. Die Bauarbeiten zogen viele Arbeiter in die Stadt, und die Hoffnung auf eine permanente königliche Residenz machte Uppsala zu einem Anziehungspunkt.

Die wirtschaftliche Erholung setzte sich auch zu Zeiten von Erik XIV. und Johan III. fort. Letzterer verlegte jedoch die Universität, die beinahe geschlossen war, nach Stockholm. Die Verlegung hatte jedoch nur einen geringen Einfluß auf die Entwicklung der Stadt. Stärker traf Uppsala der Brand von 1572, doch Johan III. bemühte sich darum, daß sich die Stadt wieder rasch erholte. Sie war weiterhin Krönungsort und der Ort großer Treffen (schwed. herredagar). Das bedeutendste Treffen fand 1593 als Uppsala möte statt, als die kirchlichen Verhältnisse neu geordnet wurden und die Stadt ihre Universität zurückerhielt. Da das Kollegium in Stockholm nicht mehr fortgeführt wurde, bestand auch keine Konkurrenz mehr zwischen den beiden Städten. Durch Schenkungen von Gustav II. Adolf wurde die Universität mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestattet und konnte ihren Fortbestand sichern. Im Mittelalter war die Kirche der Motor für die Entwicklung Uppsalas, jetzt sollte die Universität diese Rolle übernehmen.

Im 17. Jahrhundert förderte Olof Rudbeck d. Ä. die gute Entwicklung Uppsalas. Er setzte sich dafür ein, daß sich die Universität in einer guten Umgebung zu ihrem Besten einwickeln konnte. Sein Einsatz wurde durch ein Großfeuer zurückgeworfen, das in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1702 ausbrach. Das Feuer verwüstete fast die ganze Stadt. Die Domkirche, das Schloß und ein Großteil der Universitätsgebäude (mit Ausnahme des Gustavianums) wurden beschädigt. Nicht nur die materiellen Schäden waren enorm, auch kulturelle Werte wurden ein Raub der Flammen. Es dauerte Jahrzehnte, bis sich die Stadt erholt hatte, da das Feuer auch die Bevölkerung teilweise stark betroffen hatte.

19. Jahrhundert bis Gegenwart

Als die Stadt sich langsam wieder erholt hatte, wurden 1766 der Stadtteil Kungsängen und ein Teil von Fjärdingen erneut verwüstet. Der nicht zerstörte Teil von Fjärdingen ging 1809 in Flammen auf. Nach einem moderatem Wachstum in der Folgezeit ging es erst mit der Einweihung der Eisenbahnlinie von Stockholm nach Uppsala weiter aufwärts. Durch die Verlegung des Artillerieregimentes von Uppland nach Uppsala bekam die Stadt weitere Wachstumsimpulse, so daß sie im Jahr 1888 21.249 Einwohner hatte.

Sehenswürdigkeiten

Schloss Uppsala mit Dom im Hintergrund
Schloss Uppsala mit Dom im Hintergrund
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Dom von Uppsala

Uppsala gehört zu den Haupttouristenmagneten Schwedens.

Uppsala hat eine Domkirche (1289-1435 erbaut, 1702 bei einem Brand zerstört und wieder errichtet, größte Kirche Skandinaviens), ein Schloss (1540 geplant, 1757 Residenz) hoch über der Stadt, die bekannte Universitätsbibliothek Carolina Rediviva mit dem Codex Argenteus und der Carta Marina, eine Universitätsaula und ein Universitätsmuseum.

Bild:Runestone U 1011 left.jpg
Runenstein im Universitätspark

Die Stadt hat ein ausgeprägtes Studentenleben um die Nationen, Studentenhäuser, die, nach schwedischen Landschaften geordnet, viele Aufgaben übernommen haben, die in Deutschland die Studentenwerke erfüllen. Diese gibt es in dieser Form auch in Lund sowie in den jüngeren Universitätsstädten. Lohnend ist das Universitätsmuseum Gustavianum mit dem anatomischen Theater.

Sehenswert sind auch der Botanische Garten aus dem 18. Jahrhundert auf der Rückseite des Schlosses, der Garten von Linné, ein Wikingermuseum, die Königsgräber von Gamla Uppsala (Alt-Uppsala) und der Bauernhof Hammarby, der im Südosten an die Stadt grenzt.

Ein Kuriosum ist die Foto-Galerie „London“ in den unterirdischen Räumlichkeiten einer ehemaligen Bedürfnisanstalt nach dem Vorbild der London Underground.

Siehe auch: Fiby

Kultur

Valborg

Valborg oder sista April (auch Valborgsmässoafton) wird am 30. April in allen schwedischen Hochschulorten von Studenten und Professoren gefeiert.

Der Tag beginnt um 7 Uhr mit einem Sektfrühstück, danach geht man um 10 Uhr zum Forsränningen, wo Studenten mit ihren selbstgebauten Flößen den Fyrisån herunterfahren. Danach setzt man sich in einen Park oder trifft sich am Slottsbacken, dem Hügel am Schloß, um den traditionellen Sillunch einzunehmen. Dieser besteht aus eingelegten Heringen (sill) und anderen Leckereien wie Erdbeeren.

Anschließend geht man zur Carolina Rediviva, wo um 15 Uhr der Rektor der Universität vom Balkon mit seiner Studentenmütze winkt, damit den Frühling begrüßt, und die Studenten winken zurück (mösspåtagning). Daraufhin laufen alle anwesenden Studenten den Berg hinunter zu den „Nationen“, um zu feiern.

Sport

Uppsala ist ein Zentrum für Bandy. Gleich fünf Vereine der Stadt haben eine Sektion in dieser Sportart (IFK Uppsala, IK Sirius, IF Vesta, IF Vindhemspojkarna, Uppsala BOIS). Außerdem wird jährlich das Finale der schwedischen Bandymeisterschaft auf dem Gelände des Studenternas idrottsplats ausgetragen.

Bemerkenswert ist auch, daß sich der älteste Schwimmverein der Welt, der gleichzeitig ältester schwedischer Sportverein ist, in Uppsala gründete. Im gleichen Sporthallenkomplex trainieren auch Vereine im Basketball, im Gewichtheben, im Volleyball, im Fechten und im Unihockey. Die zuletzt genannte Sportart ist neben Bandy ein Zuschauermagnet.

Sprache

Unter Handwerkern und Händlern trifft man noch einen uppländischen Dialekt an, der dem Stockholmer Dialekt ähnlich ist. Die Anzahl der Personen, die diesen Dialekt sprechen, nimmt aber kontinuierlich ab und dafür wird häufiger Hochschwedisch mit norrländischem Einschlag gesprochen. Diese Veränderung wurde hauptsächlich durch die vielen Studenten und Zuzügler von Norrland verursacht.

Musik

Trotz des Mangels an geeigneten Veranstaltungsorten gibt es ein reiches Musikleben. Zum Beispiel wurde mit dem Bau eines Konzerthauses erst vor Kurzem begonnen. Auffallend sind die vielen Chöre, aber es gibt auch andere Gruppen, die alle Musikrichtungen von Jazz bis Punk spielen. Der Musikpub "Katalin", wo Jazz und Blues gespielt werden, befindet sich gleich hinter dem Hauptbahnhof. Er liegt in einem Ziegelbau aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, der früher ein Lager für die Bahn war. Auch in punkto Rockmusik hat die Stadt einige in ganz Europa bekannte Gruppen hervorgebracht.

Verkehr

Bild:Uppsala centralstation.jpg
Der Hauptbahnhof mit Springbrunnen von Bror Hjort im Vordergrund.

Auto

Die wichtigsten Straßen in Uppsala sind die Europastraße 4 und die Reichsstraßen (riksväg) 55 und 72. Die erstgenannte ist seit Ende 2006 ab Björklinge, 20 km nördlich von Uppsala, bis Stockholm zur Autobahn ausgebaut. Die Strecke zwischen Björklinge und Gävle wird 2007 fertig gestellt, so dass dann eine durchgehende Autobahnverbindung zwischen der Hauptsort und Gävle besteht. Im Stadtgebiet von Uppsala ist die alte Streckenführung der E 4 eine breite Durchfahrtsstraße mit Mittelstreifen und Leitplanke. Kreuzungen mit anderen Straßen sind mit Ampeln ausgerüstet oder erfolgen in Form eines Kreisverkehrs. Viele Pendler fahren täglich nach Stockholm oder zum Flughafen Arlanda.

Eisenbahn

Uppsala liegt an einer Hauptstrecke mit dichter Zugfolge. Die meisten Bahnen gehen nach Süden in Richtung Stockholm. Viele dieser Züge verkehren über den Flughafen Arlanda und ermöglichen einen günstigen Anschluß zum Flug. Regelmäßig fahren Züge in die Städte Sundsvall und Östersund sowie in die Landschaft Dalarna. Für eine bessere Effektivität des Bahnverkehrs wird der Hauptbahnhof zurzeit ausgebaut.

Flugzeug

Da der Flughafen Arlanda näher an Uppsala als an Stockholm liegt, kann er genauso gut als Flughafen von Uppsala betrachtet werden. Neben dem vorher genannten Bahnanschluss gibt es auch einen dichten Busverkehr zum Flughafen.

Wirtschaft

Neben der Universität und dem öffentlichen Sektor wird die Wirtschaft der Stadt von biomedizinischen und pharmazeutischen Unternehmen dominiert. Das größte davon ist GE Healthcare (früher: Pharmacia), aber es gibt auch eine Vielzahl kleinerer und mittelgroßer Betriebe in diesem Wirtschaftsbereich. Alle sind eng mit dem biomedizinischen Zentrum der Universität (BMC) verbunden.

An staatlichen Einrichtungen liegen hier die Behörden für Arzneimittel, Lebensmittel, Veterinärmedizin und für geologische Untersuchungen. Uppsala hat auch große Bedeutung als Wohnort für die ca. 16.000 Pendler, die täglich in den Großraum Stockholm zur Arbeit fahren.

Partnerstädte

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(Norwegen)
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(Estland)
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(Finnland)

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Siehe auch: Liste der Erzbischöfe von Uppsala

Weblinks

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Quellen

  1. Tätorternas landareal, folkmängd och invånare
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