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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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Basisdaten
Ärztlicher Direktor: Jörg F. Debatin
Dekan: Rolf A. K. Stahl
Gründungsjahr: 1889
Ort: Hamburg
med. Zentren: 14
Kliniken und Institute: >80
Betten: 1.369 (ohne Herzzentrum)
Aufnahmen: ca. 52.000(pro Jahr)
amb. Behandlungen: ca. 200.000(pro Jahr)
Notfälle: ca. 50.000(pro Jahr)
Ärzte und Wissenschaftler: ca. 1.300
Pflegekräfte und Therapeuten: ca. 3.000
Techn. und Verw.-Personal: ca. 2.100
Jahresetat: ca. 166 Mio. Euro (2006)
Anschrift: Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: 040/42803-0
24h Notaufnahme (Chirurgie): 040/42803-2450
24h Notaufnahme (med. Klinik): 040/42803-2040
Website: www.uke.uni-hamburg.de
Geländeplan: Geländeplan
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Das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) ist ein Krankenhaus der Universität Hamburg im Hamburger Stadtteil Eppendorf.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgeschichte und Bau

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Erikahaus

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war das bis dahin einzige Allgemeine Krankenhaus in Hamburg, das 1823 gegründete Allgemeine Krankenhaus St. Georg, trotz vorangegangener baulicher Erweiterungen den Aufgaben der Gebrechlichen- und Krankenversorgung offensichtlich nicht mehr gewachsen. Eine Revision im Jahre 1876 konstatierte einen Zustand der Dauerüberfüllung. Die Behandlung Schwerkranker im Keller und die mangelnde Belüftung der Krankensäle wurde besonders kritisiert. Die unerwartete Zunahme der Patienten resultierte neben dem starken Bevölkerungswachstum der Stadt und den zu jener Zeit grassierenden Seuchen (z.B. Cholera) auch aus erweiterten Behandlungsmöglichkeiten durch den starken medizinischen Fortschritt.

Zur Lösung des Problems schuf der Senat die Stelle eines ärztlichen Direktors neu und berief 1879 Heinrich Curschmann auf diesen Posten. Dieser war von Anfang an davon überzeugt, dass nur ein großer Krankenhaus-Neubau die Probleme lösen könnte. Nach fünfjährigen Verhandlungen mit den Behörden wurde (auch weil Bürgermeister Carl Friedrich Petersen hinter dem Projekt stand) 1884 durch den Senat der Neubau als Pavillonanlage nach dem Konzept von Curschmann bewilligt. Während Curschmann ein Gelände in der Innenstadt favorisiert hatte, entschied sich der Senat für den kostengünstigeren Ankauf von Gelände am äußersten Stadtrand im Stadtteil Eppendorf.

Der in den folgenden 5 Jahren umgesetzte Neubau mit 55 Pavillons, großzügig angeordnet auf einem parkartigen Gelände, markiert den Übergang vom kasernenartigen Armenhospital zum modernen Behandlungskrankenhaus nach dem Stand der medizinischen Erkenntnis. Bereits während der Bauzeit (ab 1885) wurde der Betrieb in bereits fertiggestellten Gebäuden aufgenommen. Ein Jahr vor der offiziellen Fertigstellung nahm Curschmann 1888 eine Professur in Leipzig an und verließ Hamburg. Alfred Kast wurde zum ersten ärztlichen Direktor des neuen Krankenhauses bestellt.

Neues Allgemeines Krankenhaus 1889 - 1934

Kaiserzeit

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alter Haupteingang (2006)

Im Eröffnungsjahr umfasste das Neue Allgemeine Krankenhaus 1340 Betten in zwei Hauptabteilungen. Neben der medizinischen bzw. internistischen Abteilung mit Epidemiestation gab es die chirurgische Abteilung mit der vorerst einzigen Spezialabteilung, der für Augenkranke. Neben 25 Ärzten verzeichneten die Personalakten 160 Angehörige des Wartpersonales und 134 Angehörige des Dienstpersonales. Mit einem amtlichen Bestand von 1436 Kranken war das Krankenhaus am Tag der offiziellen Eröffnung (19. Mai 1889) bereits überbelegt.

Die bauliche Anlage galt als konsequenteste Umsetzung eines Pavillonkrankenhauses und war jahrzehntelang Vorbild für viele Krankenhausneubauten in aller Welt. Auch in Folge der Choleraepedemie in Hamburg 1892 wurde die Wasserversorgung mit ungefiltertem Elbwasser als Schwachpunkt der Patientenversorgung erkannt und so erfolgte im folgenden Jahr die Errichtung eines Sielgrubenhauses und einer Desinfektionsanstalt. Ab 1908 wurde das Krankenhaus durch einen eigenen Tiefbrunnen mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt.

Wurde während der Anfangsjahre die Patientenversorgung noch ausschließlich von angelernten Wärterinnen und Wärtern getätigt, so wurde aufgrund guter Erfahrungen mit ausgebildeten Krankenschwestern während der Choleraepedemie um die Jahrhundertwende die Schwesternversorgung eingeführt. 1900 hatte die kurz zuvor gegründete Schwesternschule bereits 80 Absolventinnen.

Nach der Jahrhundertwende wurde das nun Allgemeines Krankenhaus Eppendorf genannte Krankenhaus von den ärztlichen Direktoren gezielt zur Forschungs- und Lehrstätte ausgebaut, die sich - so erweisen die Festschriften zum 25jährigen Bestehen 1914 - durchaus mit Universitätskliniken messen konnten. Als weitere Spezialabteilungen entstanden: 1899 Abteilung für Entbindungen und Frauenheilkunde, 1900 Abteilung für Hals-Nase-Ohren-Kranke, 1908 Abteilung für Hautkranke, 1912 Abteilung für physikalische Therapie und eine Röntgenabteilung, 1913 Abteilung für Kinderheilkunde.

Weimarer Republik

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Erikahaus (2006)

Nach Gründung der Universität Hamburg im Jahre 1919 wurden zwar etliche Ärzte des Eppendorfer Krankenhauses als Professoren berufen, eine formelle Anerkennung als Universitätskrankenhaus durch den Senat blieb aber Jahrzehnte unerreicht. Um kein allgemeines Krankenhaus zu verlieren, favorisierte die Gesundheitsbehörde den Neubau eines Universitätsklinikums in Hamm/Horn und stieß damit auf den Widerstand der Mehrheit der Ärzte, die in Eppendorf bleiben wollten. Der von den Ärzten geforderte Ausbau des bestehenden Krankenhauses zur Erfüllung der neuen Aufgaben im Lehr- und Forschungsbetrieb wurde von der Behörde abgelehnt mit Hinweis auf die höheren Kosten im Vergleich zu einem Neubau. So blieb eine Einigung aus, neben wenigen Modernisierungsmaßnahmen wurde 1926 ein einziges Gebäude für universitäre Aufgaben mit einem Hörsal mit 150 Plätzen errichtet. Während der Weltwirtschaftskrise 1929-1932 wurde aufgrund fehlender Mittel weder ein Neubau noch eine umfassende Modernisierung eingeleitet. Im Gegenteil musste die Schwesternschule geschlossen werden und so entstand (auch durch den Geburtenrückgang als Folge des Weltkrieges) ein Mangel an Pflegepersonal. Erst zum Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden 1934 die Schließungspläne vorerst aufgegeben und das Krankenhaus am ersten April offiziell zum Universitäts-Krankenhaus Eppendorf ernannt.

Universitäts-Krankenhaus Eppendorf (UKE)

Zeit des Nationalsozialismus

Nach der Machtergreifung wurden 16 Angehörigen des Lehrkörpers die Lehrbefugnis entzogen. Mehr als 59 Studierende der Medizin wurden von der Universität vertrieben. Betriebsangehörige, die in der SPD oder KPD organisiert waren, wurden entlassen, die Tätigkeit des Betriebsrates verboten. Der langjährige Direktor des UKE, Ludolph Brauer, wurde wegen angeblicher national unzuverlässiger Gesinnung in den Ruhestand versetzt.

Neben Heilung wurde Mitarbeit bei der Durchsetzung der Rassenideologie der Nationalsozialisten Aufgabe des UKE. Mehrere Professoren beteiligten sich an der Verbreitung das rassenhygienische Gedankengutes. Operative Zwangssterilisationen gehörten zum Alltag in Klinik und Ausbildung in Chirurgie und Frauenheilkunde. Zwölf Fachärzte des UKE waren von der Gesundheitsbehörde zur Durchführung dieser Operationen berechtigt. Ab 1936 durften jüdische Kranke nicht mehr aufgenommen werden.

Besonders für die psychisch Kranken der Staatskrankenanstalt Friedrichsberg hatte die Herrschaft der Nationalsozialisten verheerende Folgen. Die Anstalt wurde 1934 aufgelöst, 700 Patienten wurden zur Verwahrung in andere Anstalten gebracht, 300 als heilbar eingestufte Personen wurden in einer neugegründeten Psychiatrischen- und Nervenklinik des UKE untergebracht. Für diese Klinik wurden 1942 neue Pavillons auf dem Gelände errichtet. Bei Neuaufnahmen fungierte diese Klinik als Schleusenbetrieb: Wurde keine Behandlungsfähigkeit bescheinigt, wurde der Patient in der Regel zunächst in die Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn verlegt, später von dort in Tötungsanstalten verbracht. Euthanasiemaßnahmen in der Kinderklinik scheiterten am Widerstand des Personals.

Von zwei Professoren, zwei Studierenden der Medizin und einigen Betriebsangehörigen des UKE ist bekannt, dass sie in aktiver Opposition zu dem Regime standen und deswegen z.T. Haft, Folter und Tod erlitten.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem Gelände des UKE 22 unterirdische und 4 Hochbunker errichtet. Daher war die Zahl der Bombenopfer unter Patienten und Belegschaft gering, obwohl ein Drittel des UKE zum Kriegsende zerstört war.

1945 bis heute

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Haupteingang, Baustelle (2006)

Das UKE führte trotz schwerster organisatorischer Rahmenbedingungen (Wasser-, Strom-, Raum- und Personalmangel) die Krankenversorgung nach dem Krieg ohne Unterbrechung weiter. Der Lehrbetrieb wurde nach Genehmigung durch die britische Besatzung wieder aufgenommen. Von einer Wiederherstellung der Bausubstanz wurde Abstand genommen, weil die weiträumige Verteilung kleiner Pavillons nicht mehr den Anforderungen zeitgemäßer Patientenversorgung entsprach. Vielmehr wurden größere funktionale Klinikbereiche geschaffen, z.T. durch Verbindung einzelner Pavillons.

Das nach der Erika-Schwesternschaft benannte Schwesternhaus, 1912-14 nach Plänen Fritz Schumachers errichtet, wurde unter Denkmalschutz gestellt. Der Bau zeigt typische Elemente der ersten Schaffensperiode Fritz Schumachers, die von der reformierten und traditionellen Architektur geprägt war. Auf den außen liegenden Brüstungspfosten befindet sich je eine Figurengruppe „Frau mit Kind“ des Bildhauers Karl Weinberger.

Um die Jahrtausendwende wurde vom Senat ein Masterplan für die Weiterentwicklung des UKE verabschiedet. Neben einer Reorganisation des Betriebs wurden 339 Millionen Euro für eine bauliche Neustrukturierung veranschlagt. Zur Zeit (erster Bauabschnitt bis 2010) wird das Gelände durch großangelegte Baumaßnahmen zentralisiert, um die durch die Pavillonbauweise z.T. langen und riskanten Patiententransporte zu verkürzen.

Seit Januar 2007 gibt es eine Kooperation in der Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der Krankenversorgung des UKE mit dem Bundeswehrkrankenhaus Hamburg.

Bereiche der Kliniken

Alle Kliniken sind in 15 Zentren organisiert.

Zentrum für Anästhesiologie

Zentrum für Frauen-, Kinder- und Jugendmedizin

Herzzentrum

Zentrum für Innere Medizin

Kopf- und Hautzentrum

Neurozentrum

Zentrum für Operative Medizin

Zentrum für Psychosoziale Medizin

  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
  • Institut und Poliklinik für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie
  • Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
  • Institut für Allgemeinmedizin
  • Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
  • Institut für Medizin-Soziologie

Radiologisches Zentrum

Transplantationszentrum

Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK)

Zentrum für Klinisch-Theoretische Medizin I

  • Institut für Klinische Chemie/Zentrallaboratorien
  • Institut für Transfusionsmedizin
  • Institut für Infektionsmedizin
  • Institut für Pathologie
  • Institut für Gynäkopathologie
  • Institut für Oralpathologie
  • Institut für Osteopathologie

Zentrum für Klinisch-Theoretische Medizin II

  • Institut für Humangenetik
  • Institut für Immunologie
  • Institut für Rechtsmedizin
  • Universitätsprofessur für Arbeitsmedizin
  • Universitätsprofessur für Hygiene

Zentrum für Experimentelle Medizin

  • Institut für Anatomie I: Zelluläre Neurobiologie
  • Institut für Anatomie II: Experimentelle Morphologie
  • Institut für Anatomie III: Funktionelle Morphologie
  • Institut für Biochemie und Molekularbiologie I: Zelluläre Signaltransduktion
  • Institut für Biochemie und Molekularbiologie II: Molekulare Zellbiologie
  • Institut für Biochemie und Molekularbiologie III: Biochemische Endokrinologie
  • Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie
  • Institut für Pharmakologie für Pharmazeuten
  • Institut für Experimentelle und Klinische Toxikologie
  • Institut für Vegetative Physiologie und Pathophysiologie
  • Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie
  • Institut für Angewandte Physiologie
  • Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie
  • Institut für Medizinische Informatik
  • Institut für Tumorbiologie

Zentrum für Molekulare Neurobiologie (ZMNH)

  • Institut für Neurale Signalverarbeitung
  • Institut für Entwicklungsneurobiologie
  • Institut für Biosynthese neuraler Strukturen
  • Institut für Molekulare Neuropathobiologie
  • Institut für Zellbiochemie und klinische Neurobiologie

Darstellung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Das UKE ist eine öffentliche Einrichtung, in der ärztliche und pflegerische Hilfeleistungen angeboten werden. Es ist somit im weitesten Sinne als Dienstleistungsunternehmen zu begreifen, im Gegensatz zum mittlerweile privatisierten LBK Hamburg ist es jedoch nach wie vor öffentlich und vertritt zudem als Universitätsklinikum den verstärkten Anspruch eines Ausbildungskrankenhauses, dem allerdings auch die Betriebe des LBK gerecht werden. Die Bewerbung des UKE erfolgt hauptsächlich durch seine offizielle Internetpräsenz sowie durch persönliche Empfehlungen ehemaliger und aktueller Patienten und sonstiger mit ihm assoziierter Personen.

Organisation und Bedienstete des UKE

Das UKE ist der Universität Hamburg angeschlossen, ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender ist Prof. Dr. med. J.F. Debatin. Das UKE beschäftigt ca. 6400 Angestellte, davon sind allein 1300 Ärzte und Naturwissenschaftler. Weitere 3000 entfallen auf Pflegekräfte und Therapeuten. Der Rest ist in Technik und Verwaltung beschäftigt.

Ausbildungsplätze

Das UKE bietet im Jahr 50 bis 70 Ausbildungsplätze an, unter anderem für Operationstechnische Assistenten (OTAs), Ärzte, (Kinder-)Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Diätassistenten, Medizintechnische Assistenten (MTAs) und Pharmazeutische Assistenten (PTAs).

Literatur

  • Gordon Uhlmann, Ursula Weisser: Krankenhausalltag seit den Zeiten der Cholera. Hamburg 1992, ISBN 3-8225-0212-X
  • Gordon Uhlmann, Ursula Weisser: Grundzüge einer Geschichte des Eppendorfer Krankenhauses,

in: Ursula Weisser (Hg.): 100 Jahre Universitäts-Krankenhaus Eppendorf 1889-1989, Tübingen 1989, S.13-129

Weblinks

Koordinaten: 53° 35' 29" N, 9° 58' 36" O

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