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Universalpoesie

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Universalpoesie ist ein Begriff aus der Romantik. Er wurde vor allem durch Novalis geprägt. Er bezeichnet romantische Lyrik und Prosa, die alle Sinne anzusprechen versucht und dabei Traum und Wirklichkeit vermischt. Stilistisch ist auffallend, dass Prosa mit anderen Gattung zusammengeführt wird, wie zum Beispiel Liedtexten, oder Gedichten. Als Universalpoesie kann beispielsweise Joseph von Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts" genannt werden.

Prof Dr. Gero von Wilpert sieht die Universalpoesie als ein "Ergebnis der dichterischen Einbildungskraft, die als die Wirklichkeit transzendierendes Erkenntnisvermögen auch die unsichtbare Welt zu erfassen vermag" (Kröner, Sachwörterbuch der Literatur).

Friedrich Schlegel will die Poesie zum Leben erwecken und so nicht nur Gattungen vermischen, sondern auch die Philosophie mit der Kritik und Rhetorik. Dabei entstanden unfertige Handlungsstrenge, die symbolisch für das nie endende Geniewesen des Dichters standen. In einem Auszug des Athenäum beschreibt er diese Ziele:

"Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennten Gattungen der Poesie wieder zu vereinigen und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung zu setzen. Sie will und soll auch Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald mischen, bald verschmelzen, die Poesie lebendig und gesellig und das Leben und die Gesellschaft poetisch machen, den Witz poetisieren und die Formen der Kunst mit gediegnem Bildungsstoff jeder Art anfüllen und sättigen und durch die Schwingungen des Humors beseelen. Sie umfaßt alles, was nur poetisch ist, vom größten wieder mehrere Systeme in sich enthaltenden Systeme der Kunst bis zu dem Seufzer, dem Kuß, den das dichtende Kind aushaucht in kunstlosem Gesang." (Friedrich Schlegel: Kritische Schriften, hg. v. Wolfdietrich Rasch, 2. Aufl., München 1964.)


Weblinks

Quellen

  • Sachwörterbuch der Literatur, (8., erw. Aufl. 2001 - 1955 erstmals erschienen) ISBN 3-520-23108-5
  • Friedrich Schlegel: Kritische Schriften, hg. v. Wolfdietrich Rasch, 2. Aufl., München 1964.)
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