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Physikalische Konstante

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Physikalische Konstanten oder Naturkonstanten sind physikalische Größen, die sich weder räumlich noch zeitlich verändern.

Man unterscheidet zwischen elementaren oder grundlegenden (siehe auch die SI-Basiseinheiten) und abgeleiteten Konstanten, wobei die Zuordnung oft einer gewissen Willkür unterliegt. Letztere lassen sich aus den elementaren Konstanten berechnen. Beispielsweise ist der Bohrsche Radius aus dem Planckschen Wirkungsquantum, der Lichtgeschwindigkeit, der Elementarladung, der Elektronenmasse und der Protonenmasse berechenbar. Dagegen ist es hierbei eine Frage der Definition, ob die Diracsche Konstante oder das plancksche Wirkungsquantum die elementare Naturkonstante darstellen.

Abgeleitete und besonders phänomenologische Konstanten, wie etwa die Dauer eines Jahres, der Standardatmosphärendruck oder die Erdbeschleunigung sind dem Menschen in seiner Umgebung nützlich, haben aber in der Regel keine darüber hinausgehende Bedeutung grundlegender Art.

Inhaltsverzeichnis

Naturkonstanten-Tabelle

Bezeichnung der Konstante Symbol(e) Wert
Elektromagnetismus
Coulomb-Konstante k = 1/(4πε0) (22 468 879 468 420 441 / 2 500 000) m F−1

≈ 8,987 551 787 37 · 109 m F−1

Curie-Konstante stoffspezifischer Wert
Dielektrizitätskonstante des Vakuums ε0 = 1/(μ0c02) 625 000 / (22 468 879 468 420 441 π) F m−1

≈ 8,854 187 817 62 · 10−12 F m−1 (abgeleitet)

Elementarladung e 1,602 176 53 (14) · 10−19 C
Hall-Widerstand RK = h/e2 25 812,807 Ω
Lichtgeschwindigkeit (Vakuum) c0, c 299 792 458 m s−1 (definiert)
Permeabilität des Vakuums μ0 4π · 10−7 H m−1 (definiert)

≈ 12,566 370 614 · 10−7 T2 m3 J−1

Verdet-Konstante abhängig von Wellenlänge
Gravitation
Gravitationskonstante G 6,674 2 (10) · 10−11 · m3 / (kg · s2)
(Norm-)Erdbeschleunigung, (Norm-)Fallbeschleunigung gn 9,806 65 m s−2 (definiert)
Thermodynamik
Absoluter Nullpunkt T0 −273,15 °C = 0 K
Avogadro-Konstante NA 6,022 141 5 (10) · 1023 mol−1
Boltzmann-Konstante kB 1,380 650 5 (24) · 10−23 J K−1
8,617 342 (15) · 10−5 eV K−1
Loschmidt-Konstante L, NL 2,686 777 3 (47) · 1025 m−3 (bei: 273,15 K und 101,325 kPa)
Molvolumen eines idealen Gases, p = 1 bar, θ = 0 °C   22,413 996 (39) dm3 mol−1
Standard-Atmosphärendruck atm 101,325 kPa (definiert)
Stefan-Boltzmann-Konstante σ 5,670 400 (40) · 10−8 W m−2 K−4
Universelle Gaskonstante R0 = NAkB 8,314 472 (15) J K−1 mol−1
Teilchenphysik
1. (Erste) Strahlungskonstante c1 3,741 771 38 (64) · 10−16 Wm2
2. (Zweite) Strahlungskonstante c2 1,438 775 2 (25) · 10−2 mK
Bohrscher Radius a0 = 4π ε0 ħ2 / (me e2) 0,529 177 210 8 (18) · 10−10 m
Bohrsches Magneton μB = e ħ / (2 me) 9,274 009 49 (80) · 10−24 J T−1
Elektron
* Gyromagnetisches Verhältnis des freien Elektrons γe 1,760 859 74 (15) · 1011 s−1 T−1
* Klassischer Elektronenradius re 2,817 940 325 (28) · 10−15 m
* Landé-Faktor des freien Elektrons ge 2,002 319 304 371 8 (75)
* Magnetisches Moment μe −9,284 764 12 (80) · 10−24 JT−1</TR>
* Molekulargewicht Me 5,49 · 10−4
* Ruhemasse me 9,109 382 6 (16) · 10−31 kg
* Spezifische Ladung e/me 1,758 820 12 (15) · 1011 C kg−1
Feinstruktur-Konstante α = μ0 e2 c0 / (2 h) 7,297 352 568 (24) · 10−3
α−1 137,035 999 11 (46)
Neutron
* relative Atommasse n 1,008 664 915 60 (55)
* Ruhemasse mn 1,674 927 28 (29) · 10−27 kg
Nukleares Magneton, Kern-Magneton μN = e ħ / (2 mp) 5,050 786 6 (17) · 10−27 J T−1
Plancksches Wirkungsquantum h 6,626 069 3 (11) · 10−34 J s
4,135 667 27 (52) · 10−15 eV s
ħ = h/(2π) 1,054 571 596 (82) · 10−34 J s
Proton
* Gyromagnetisches Verhältnis γp 2,675 222 05 (23) · 108 s−1T−1
* Magnetisches Moment μp 1,410 606 71 (12) · 10−26 JT−1
* Magnetisches Moment in H2O μ'pB 1,520 993 132 (16) · 10−3
* Resonanzfrequenz per Feld in H2O γ'p/2π 42,576 375 (13) MHzT−1
* Ruhemasse mp 1,672 621 71 (29) · 10−27 kg
Rydberg-Energie Rch 13,605 141 384 3 (13) eV
Rydberg-Frequenz Rc 3,289 841 960 360 · 1015 s−1
Rydberg-Konstante R = e4 me / (8 ε02 h3 c) 1,097 373 156 852 5 (73) · 107 m−1
Verhältnis von Protonen- zu Elektronenmasse mp/me 1 836,152 672 61 (85)
Vermischtes
Atomare Masseneinheit mu, amu, u (g · NA−1) 1,660 538 86 (28) · 10−27 kg
Faraday-Konstante F (e · NA) 96 485,338 3 (83) C Mol−1
(Gregorianisches) Jahr a 365,242 5 d (definiert)
Hartree-Energie Eh 4,359 748 2 (26) · 10−18 J
Magnetisches Flussquantum Φ0 = h/(2e) 2,067 833 72 (18) · 10−15 Wb

Die Ziffern in Klammern hinter einem Zahlenwert bezeichnen die Unsicherheit in den letzten Stellen des Wertes. (Beispiel: Die Angabe 6,672 42 (10) ist gleichbedeutend mit 6,672 42 ± 0,000 10.) Die Unsicherheit ist als einfache Standardabweichung gegeben.

Konstanz der Naturkonstanten

Ob die Naturkonstanten auch über astronomische Zeiträume hinweg wirklich konstant sind, ist Gegenstand aktueller Forschung. So schienen Messungen der Spektrallinien von Quasaren mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii auf eine leichte Abnahme der Feinstrukurkonstante um etwa ein hunderstel Promille im Verlauf von zehn Milliarden Jahren hinzudeuten. Dieses Resultat war von Anfang an umstritten; zum einen wiesen Forscher auf die unsichere Fehlerabschätzung der Datenauswertung hin, zum anderen gibt es Daten aus der Oklo-Mine in Westafrika, wo vor etwa 2 Milliarden Jahren Uran so stark angehäuft war, dass eine natürliche Kettenreaktion stattfand. Nach diesen Daten hatte die Feinstrukturkonstante damals den selben Zahlenwert wie heute. Neuere Messungen der Spektrallinien von Quasaren mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile widersprechen den früheren Resultaten am Keck-Teleskop und weisen auf die Konstanz der Feinstrukturkonstante hin.

Inzwischen sind Präzisionsmessungen möglich, die stetige Schwankungen in der Größenordnung, wie sie die Beobachtungen mit dem Keck-Teleskop nahelegen, auch im Labor in kurzen Zeiträumen überprüfen können. Untersuchungen von Theodor Hänsch und seiner Arbeitsgruppe am MPI für Quantenoptik belegen die Konstanz der Feinstrukturkonstante mit einer Genauigkeit von 15 Nachkommastellen über einen Zeitraum von vier Jahren.

Dass sich die Konstanten tatsächlich durch immer genauere Messungen ändern, hat das Committee on Data for Science and Technology, kurz CODATA http://www.codata.org , in Dokumenten festgehalten. Das eng mit CODATA zusammenarbeitende National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA veröffentlicht bereits seit einiger Zeit online PDF-Dokumente mit aktuellen Werten der physikalischen Konstanten, darunter auch ältere Dokumente, mit denen sich z. B. alle Veränderungen der Konstanten im Zeitraum von 1986 bis 1998 erfassen lassen: http://physics.nist.gov/cuu/Constants/background.html

Siehe auch: Mathematische Konstanten, Physikalische Größe


Video

Alpha Centauri: Variieren Naturkonstanten?

Weblinks

Literatur

  • Harald Fritsch: Das absolut Unveränderliche : die letzten Rätsel der Physik. Piper, München ; Zürich 2005, ISBN 978-3-492-04684-8.
  • P.J.Mohr, B.N.Taylor: CODATA recommended values of the fundamental physical constants: 2002, Rev.Mod.Phys. vol.77 (2005),1-107
Wikipedia
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