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Tutanchamun

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel befasst sich mit dem altägyptischen Pharao; für den gleichnamigen Asteroiden siehe Tutenchamun (Asteroid).
Namen von Tutanchamun
Eigenname
Image:Hiero_Ca1.png
M17X1
N35
N5
X1G43X1S34N35
Aa1
Bild:Hiero Ca2.png
Wikipedia
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Tutanchaton
(twt-anx-Jtn)
Lebendes Abbild des Aton
angenommene Namen:
Image:Hiero_Ca1.png
M17Y5
N35
X1G43X1S34
Bild:Hiero Ca2.png
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Tutanchamun
(twt-anx-Jmn)
Lebendes Abbild des Amun
Image:Hiero_Ca1.png
M17Y5
N35
X1G43X1S34S38O28M26
Bild:Hiero Ca2.png
Wikipedia
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Tutanchamun heqa iunu schema 
(twt-anx-Jmn hqA-Jwnw-Smaj)
Lebendes Abbild des Amun, Herrscher des südlichen Iunu (Heliopolis)
Thronname
nswt&bity
Image:Hiero_Ca1.png
N5L1Z2
V30
Bild:Hiero Ca2.png
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Neb-cheperu-Re 
(Nb-xprw-Re)
Herr an Gestalten, ein Re
nswt&bity
Image:Hiero_Ca1.png
N5L1Z2
V30
S38H6
Bild:Hiero Ca2.png
Wikipedia
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Neb-cheperu-Re-heqa-maat
(Nb-xprw-Ra hqA-mAat)
Herr an Gestalten, ein Re, Herrscher der Maat
Horusname
G5
E1
D44
X1G43X1F31S29X1G43
Z2
Bild:Srxtail.jpg
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(Kn-twt-mswt)
Starker Stier, mit vollkommenen Geburten
Nebtiname
G16
F35O4
Q3
G43M40Z3S29W11
D21
V28D36
N17
N17
N21
N21
Wikipedia
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(Nfr-hpw sgrH-tAwj)
Mit vollkommenen Gesetzen, der die Beiden Länder beruhigt
G16
G36
D21
O11O1
Z1
M17Y5
N35
Wikipedia
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(Wr-aH-Jmn)
Der Große des Palastes des Amun
G16
F35O4
Q3
G43Z3S29W11
D21
V28D36
N17
N17
S29R4
X1 Q3
R8A
V30
G43
Wikipedia
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(Nfr-hpw sgrH-tAwj sHtp-nTrw-nbw)
Mit vollkommenen Gesetzen, der die Beiden Länder beruhigt, der die Götter zufriedenstellt
Goldname
G8
U39N28
Z2
O34R4
X1 Q3
R8A
Wikipedia
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(WTs-xaw sHtp-nTrw)
Der die Kronen erhebt, der die Götter zufriedenstellt
G8
G43V13
O34
U39N28
Z2
M17X1
I9
A40
I9
ra
Wikipedia
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(WTs-xaw-jt=f-Ra)
Der die Kronen seines Vaters Re erhebt
griechisch
bei Manetho

da Tutanchamun in den Königslisten bei Manetho nicht auftaucht (auf Amenophis III. folgt Haremhab), existiert keine gräzisierte Namensform.
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Tutanchamun, in deutscher Fachliteratur überwiegend mit der nicht korrekten Schreibung Tutenchamun vorzufinden, war ein ägyptischer Pharao der 18. Dynastie (Neues Reich), der etwa von 1333 bis 1323 v. Chr. regierte.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Eltern

Allgemein wird Echnaton als Vater des Tutanchamun angesehen, wie Funde aus Tell el-Amarna nahelegen; der Name seiner Mutter ist jedoch strittig. Favoritin der Ägyptologen bezüglich der Mutterschaft ist Echnatons große Geliebte Kija, des Weiteren kommen Nofretete und auch Maketaton in Betracht. Alle drei Frauen verschwinden um das Jahr 12 des Echnaton aus den Aufzeichnungen. Kijas Name wird in Inschriften getilgt und mit dem der ältesten Prinzessin, Meritaton, überschrieben; Maketaton stirbt im Alter von acht oder zehn Jahren und wird in der Königsgruft von Amarna bestattet. Nach Rolf Krauss könnte ihr junges Sterbealter auf einen Tod im Kindbett hinweisen. Ein Wandrelief zeigt die trauernde Königsfamilie, ein weiteres eine Amme mit einem Kleinkind. Die Inschrift hierzu ist zerstört, die Kartuschen zeigen aber die Reste des Namens Nofretete. Siehe dazu Damnatio memoriae.

Geschwister

Man vermutet, dass Tutanchamun mindestens sechs Schwestern/Halbschwestern und einen Bruder/Halbbruder namens Semenchkare hatte.

Eigene Kinder

Es sind keine Funde oder Inschriften vorhanden, die belegen, dass Tutanchamun und seine Frau Kinder hatten. Die beiden toten Mädchen in seinem Grab, eine Frühgeburt und eine Totgeburt, waren möglicherweise seine Töchter. Dies ist jedoch nicht gesichert, da sich sowohl in Tutanchamuns Grab als auch in KV 55 eine Vielzahl von fremden Gegenständen aus königlichen Gräbern in Amarna fanden, so dass die Föten möglicherweise ebenfalls aus einem dieser fremden Gräber entnommen worden waren. Aus dem Fundumstand allein kann eine so nahe Verwandtschaft (Vater/Tochter) nicht sicher geschlossen, sondern nur vermutet werden.

Regentschaft

Von einer Gemeinschaft aus hohen Beamten, Priestern, des Generals Haremhab und des ehemaligen Wesirs des Echnaton Aya, auch Eje genannt, der möglicherweise ein Bruder der Teje war, wird er erst vier Jahre nach dem Tode Echnatons als neunjähriger Prinz Tutanchaton zum Pharao gekrönt. Dazwischen liegt eine dreijährige Regentschaft des Semenchkare, dessen Identität unbekannt ist und teilweise Nofretete zugeschrieben wird.

Aufgrund seines sehr jungen Alters wird angenommen, dass der Kindkönig auf Nachdruck der Priesterschaft, hoher Beamter und wohl auch durch den Gottesvater Eje in seiner Regierung stark beeinflusst wurde. Der unmündige Pharao war leichter zu lenken, um die Verehrung des Gottes Aton zu beschränken und die Verhältnisse vor Echnatons "Revolution" wiederherzustellen. Dies zeigt sich dann in der langsam vollziehenden Abwendung vom Atonkult zu Beginn und während seiner Regierungszeit. Tutanchamun nimmt bei seiner Thronbesteigung den Thronnamen Neb-cheperu-Re an und wird mit Anchesenpaaton, der dritten Tochter Echnatons, die somit seine Schwester oder Halbschwester war, vermählt. Er ändert seinen Geburtsnamen von Tutanchaton (lebendes Abbild des Aton) in Tutanchamun (lebendes Abbild des Amun oder zu Ehren des Amun) und den seiner Gemahlin von Anchesenpaaton (sie lebt für/durch Aton) in Anchesenamun (sie lebt für/durch Amun). Echnatons neu gegründete Hauptstadt Achet-Aton, heute Tell el-Amarna, wird schließlich im zweiten Regierungsjahr als Residenz aufgegeben und der Königshof zieht nach Memphis um, und nicht nach Theben, wie oft fälschlich behauptet wird.

Der bedeutendste Beleg für die unter Tutanchamun durchgeführte Politik ist seine später von Haremhab usurpierte Stele der Restauration, die in Karnak aufgefunden wurde. Auf ihr wird der Verfall des Reiches unter Aton beschrieben und er proklamiert die Rückkehr zu den alten Göttern. Aufgrund der Usurpation deuten einige Ägyptologen Haremhab als Initiator dieser Politik[1] Im ganzen Land lässt der junge Pharao die Tempel der alten Götter restaurieren. Im Luxortempel wird die Dekoration der Kolonnade vollendet, Karnak erhält zwei neue Kapellen und an der Sphinxallee wird wieder gearbeitet. In Medinet Habu baut er an seinem Totentempel (vielleicht der ehemalige Tempel des Anch-cheperu-Re). Von Gizeh bis nach Nubien gibt es Hinweise auf seine Bautätigkeit. Einige dieser Denkmäler werden jedoch später ebenfalls von Haremhab usurpiert.

Der Übergang von der Amarna-Zeit vollzog sich jedoch nicht plötzlich: in Tutanchamuns Grab befinden sich zahlreiche Gegenstände, auf denen das klassische Motiv der Amarna-Zeit, Aton die lebensspendende Sonnenscheibe, zu sehen ist. Das bekannteste Stück ist der goldene Thronsessel, den Tutanchamun in seinen ersten Regierungsjahren benutzte. Auch in der Kunst wirkt die Amarna-Zeit noch lange nach, was besonders an den Elementen Statik und Perspektive zu sehen ist. Somit ist eine erzwungene Abkehr von dem alten religiösen Kurs recht unwahrscheinlich, denn in diesem Fall wäre es zu einem Bildersturm gekommen, wobei darauf geachtet worden wäre, sich genau von den alten Stilen abzugrenzen. Es gibt zahlreiche Verbindungen, so dass Ägyptologen die Pharaonen Tutanchamun und Eje ebenfalls zur Amarna-Zeit zählen (manchmal differenziert durch nach Amarna).

Neben Eje und Haremhab sind noch diverse andere Beamte unter Tutanchamun bezeugt. Der südliche Wesir war ein gewisser Usermont und Pentu war ein weiterer Wesir, der bisher nur von einer Topfaufschrift im Grab bezeugt ist. Eine bedeutende Persönlichkeit war auch der Schatzhausvorsteher Maya, dessen Grab in Saqqara gefunden wurde und das reich mit Reliefs dekoriert war. Vizekönig von Kusch war schließlich Huy, der vor allem von seinem prachtvoll dekorierten Grab in Theben bekannt ist.

Tod

Über das Sterbealter wurde unter den Ägyptologen heftig diskutiert: Derry, Harrison, Leek, Germer u. a. gaben ihm eine Lebenszeit von ca. 18 Jahren. Gabolde, Wente und Harris hielten die Mumie für die eines 23 bis 27 Jahre alten Mannes. Die CT-Untersuchung vom 6. Januar 2005 hat jetzt in diesem Punkt Klarheit gebracht: Tutanchamun starb im Alter von 18 bis 20 Jahren.

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Die Totenmaske des Tutanchamun im Ägyptischen Museum (Kairo)

Der Tod des Königs kam plötzlich und unerwartet. Lange Zeit wurde von Fachleuten angenommen, dass obwohl Tutanchamun immer in der Nähe seines Großvaters Amenophis III. bestattet sein wollte, ihn sein höchster Berater und Nachfolger Eje II. in einem kleinen, nicht ursprünglich für eine königliche Bestattung vorgesehenen Grab (KV62) im Wadi Biban el-Muluk (Tal der Könige) beisetzen ließ. Nach neueren Überlegungen kamen Ägyptologen jedoch zu der Ansicht, dass Tutanchamuns Grab (KV62) von Anfang an als solches für ihn vorgesehen war, da ein naheliegendes Grab (KV 55) als das der Kija, einer Kandidatin seiner Mutterschaft (in der Theorie als Mutter), nachgewiesen wurde.

Die Namen des Pharaos, seiner Gattin und des Nachfolgers Eje wurden wie der aller Amarna-Könige schon wenig später von Haremhab oder Sethos I. in allen offiziellen Dokumenten gestrichen und von den Wänden abgekratzt, so dass sie in keinen Königslisten auftauchen. Auf Amenophis III. folgt dort direkt Haremhab. Das Grab entging der völligen Plünderung, da der Eingang mit Abraum vom Aushub des Grabes Ramses' VI. verschüttet war. Jedoch muss es vorher mindestens zwei mal Personen gelungen sein, in das Grab einzudringen.

Seit der Entdeckung des Pharaos in seinem Grab wird über die Todesursache immer wieder spekuliert.

Darstellung im Grab

Hauptartikel: KV62

Sein Nachfolger und engster väterlicher Berater Eje richtete das Begräbnis für Tutanchamun aus und er wird bereits in dessen Grabkammer, die zu Lebzeiten des noch sehr jungen Pharaos auch mit den Gemälden und Inschriften angelegt wurde, als sein Nachfolger bei der Mundöffnungszeremonie dargestellt. Normalerweise wurden sofort beim Tod eines Pharaos alle Arbeiten in seiner Grabanlage immer eingestellt, deswegen dürfte eine solche Darstellung nicht existieren. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten.

  1. Im Grunde konnte niemand vorher wissen, dass Tutanchamun schon mit 18 Jahren sehr früh sterben würde, Eje aber selbst, mehr als 50 Jahre alt, hätte eigentlich damit rechnen müssen, diesen Pharao nicht zu überleben; diese vor dem Tod von Tutanchamun angefertigte Darstellung der Mundöffnungszeremonie könnte ein Hinweis darauf sein, dass Eje bei dem frühen Tod von Tutanchamun seine Hände mit im Spiel hatte. Ein mit den Jahren zunehmend selbstbewusst werdender Pharao, der dann womöglich auch noch einen männlichen Nachfolger zeugen würde, war nicht in seinem Interesse.
  2. Eje wird als gekrönt dargestellt, d.h. die Grabwände wurden nach seiner Amtseinhebung und nach Tutanchamuns Tod angefertigt. Möglicherweise wurde mit der Tradition gebrochen, um den Pharao nicht ohne ausreichend Schutz und Beistand ins Jenseits zu geleiten. Die hastig, fast schon schlampig ausgeführten Arbeiten und die Rußflecken sprechen dafür. Die Krönung nach dem Tod, aber vor dem Begräbnis des alten Pharaos lässt sich durch Haremhabs Streben nach der Königswürde erklären...

Todesursache

So erläutert Bob Brier in seinem Buch Der Mordfall Tutanchamun, dass der Tod durch gewaltsame Einwirkungen von außen eingetreten wäre. Dabei geht er von einer unnatürlichen Todesursache aus. Er belegt dies mit uralten Röntgenaufnahmen, auf der eine Verletzung des Schädels zu sehen ist. Dies war in Ägyptologenkreisen, aber auch unter Medizinern sehr umstritten, doch handelte es sich hierbei um ein Missverständnis: auf der Röntgenaufnahme ist ein abgesplittertes Knochenstück zu sehen, dass sich nach dem Tode löste. Vielfach ging man davon aus, dass sowohl Harris, der die Aufnahmen anfertigte, als auch Brier sich darauf beziehen. Zumindest bei Brier kann dies durch das Lesen seines, zugegebenermaßen etwas schlecht strukturierten Buches, geklärt werden. Weiterhin zeigte sich jedoch ebenfalls eine Druckverletzung, die durch einen Schlag oder einen Tumor entstanden sein könnte. Brier entscheidet sich für einen Schlag, was jedoch ein Trugschluss war - wie durch die spätere CT-Untersuchung festgestellt wurde. Ebenfalls ist auch nicht abschließend geklärt, wer Tutanchamuns Eltern waren. Das heute fehlende Brustbein und die fehlenden Rippen der Mumie geben weitere Rätsel auf. Bei der Bergung gingen Carter und Carnavorn nicht sehr sanft mit dem Körper um und waren mehr auf die kostbaren Materialien fixiert, so dass die Beschädigungen wohl daher kommen.

Um das Geheimnis der Todesursache des Tutanchamun intensiver zu untersuchen, wurde seine Mumie am 6. Januar 2005 in Luxor aus dem Sarkophag geholt, in dem sie aufgebahrt wird. Mittels einer Computertomografie wurde der Körper des Pharao untersucht. Bei dieser Gelegenheit beklagte der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Dr. Zahi Hawass noch einmal den schlechten Zustand der Mumie, den er auf die nicht fachgemäße Behandlung durch Howard Carter zurückführte. Bei der anschließenden Untersuchung stellte sich heraus, dass die Todesursache Tutanchamuns kein Schlag auf den Kopf gewesen sein kann, da keinerlei auf diese Art verursachten Verletzungen am Schädel festgestellt werden konnten. Zur allgemeinen Überraschung ist ein bislang unentdeckter Oberschenkelbruch des linken Beins entdeckt worden. Einige Spezialisten des selben Untersuchungsteams erkannten auch einen Bruch des linken unteren Oberschenkels, dazu einen Bruch der rechten Kniescheibe und des rechten unteren Beines. Strittig blieb jedoch, ob der oder die Brüche vor oder nach dem Tod des Königs erfolgten. Einige Ärzte vermuteten, dass zumindest einer dieser Beinbrüche zu Lebzeiten des Pharaos geschah und in kürzester Zeit zu einer tödlichen Infektion geführt hat. Bei dieser Annahme bleibt es aber weiterhin spekulativ, ob ein solcher Bruch vor dem Tode Tutanchamuns durch einen Unfall oder ein Attentat verursacht wurde.

Ein anderes Mordszenario, wie zum Beispiel Vergiftung oder Erdrosselung kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Nach weiteren Untersuchungen der alten Röntgenbilder durch den Radiologen Richard Boyer folgerte dieser einst, dass Tutanchamun unter Skoliose (Deformation der Wirbelsäule) und an dem Klippel-Feil-Syndrom (Verschmelzen mehrerer Halswirbel miteinander) litt. Die Untersuchungsbeteiligten der Computertomografie können eine Skoliose nicht bestätigen. Sie vermuten, dass die zweifellos vorhandene leichte Wirbelsäulendeformation durch die Mumifizierung verursacht wurde. Zum Thema Klippel-Feil-Syndrom wird jedoch in der offiziellen Presseverlautbarung vom 8. März 2005 nichts gesagt.

Die untersuchenden Wissenschaftler sind zumindest übereinstimmend der Ansicht, dass sich die von Bob Brier geäußerte Mordtheorie durch die Ergebnisse der CT-Untersuchungen im Januar-März 2005 nicht bestätigen lässt.
Zahi Hawass schloss sich dieser These an und bestritt energisch die Ernsthaftigkeit einer Mordtheorie, was jedoch im krassen Gegensatz zu früheren Äußerungen steht. Diese müssen jedoch keine ernsthafte Grundlage gehabt haben und können auf anderen Motiven (Presse, Tourismus) basieren.

Die Schätze des Grabes

Bild:Tut coffinette.jpg
Sarg des Tutanchamun
Bild:GD-EG-Caire-Musée159.JPG
Thron aus dem Grab von Tutanchamun

Als Howard Carter 1921 das Grab im Tal der Könige entdeckte, ging die Nachricht davon um die ganze Welt und entfachte großes Interesse, das lange nicht abklang. Das Grab, anfangs als ungeöffnet deklamiert, war relativ unversehrt, wie man bei der Graböffnung am 17. Februar 1923 (Öffnung der Wand zwischen Vorraum mit Beigaben und eigentlicher Sargkammer mit Sarkophag[2]) feststellen konnte. Tutanchamun, obwohl nur ein unbedeutender König, hatte eine reichhaltige Menge kostbarer Grabbeigaben, die viele Ägyptologen im Geiste vervielfältigen, wenn sie an die geplünderten Gräber bedeutenderer Pharaonen denken. Als einzige Mumie der ägyptischen Könige befindet sich die Mumie Tutanchamuns heute wieder in ihrem Grab.

Die Beigaben im Grab können grob in zwei Gruppen geteilt werden. Es finden sich Objekte, die speziell für die Bestattung des Herrschers hergestellt wurden und es gibt Objekte, die anscheinend schon im Alltag benutzt und dann mit in das Grab gelegt wurden. Zu der Gruppe, der speziell für das Grab hergestellten Objekte gehören die Särge, die Kanopen, aber auch ein Set von Götterfiguren in Schreinen, die auch von anderen Königsgräbern des Neuen Reiches gekannt sind und sich bisher nur in Bestattungen von Königen fanden.

Zu der Gruppe der Alltagsgegenstände gehören vor allem die Möbel, ein Teil des Schmuckes und andere Utensilien. Die Beigabe von Alltagsgegenständen in Bestattungen ist ein typisches Merkmal der 18. Dynastie (siehe: Bestattungsritus (Altägypten)) und kommt vorher und später nur selten vor. Aus diesem Grund ist sicherlich anzunehmen, dass sein Grab für seine Zeit typisch, aber wohl reicher als das Grab von so bedeutenden Herrschern wie Cheops oder Sesostris I. war.

Goldene Grabbeigaben

Viele der Grabbeigaben sind aus Gold, so zum Beispiel eines der berühmtesten Fundstücke: die goldene Totenmaske von Tutanchamun. Sie bedeckte Kopf, Schultern und Brust; abgebildet ist das für die 18. Dynastie typische Nemes-Kopftuch. Auch die mit Lapislazuli umrandeten Augen sind ein charakteristisches Merkmal. Weder vorher noch später wurden Totenmasken von solcher Kunstfertigkeit erstellt. Weiterhin wurden, neben dem Sarg, ein großer goldener Schrein sowie mehrere Statuen gefunden. Am bekanntesten sind wohl die lebensgroßen Wächterstatuen, die jedoch nur zu einem kleinen Teil aus Gold bestehen. Ein wichtiges Fundstück ist ebenfalls der kleine Thron, der ebenfalls reich vergoldet ist. Eine Seite zeigt farbige Darstellungen aus dem Leben des Tutanchamun, die Vorderseite stellt die Salbung des Pharaos durch seine Ehefrau da. Dies ist im Amarna-Stil gehalten, wie an dem Foto zu sehen ist. Die Fußstellung des Königs, die allgemein lockere Haltung und nicht zuletzt die Atonscheibe, die ankh-Kreuze hält, sind auch bei dieser kleinen Darstellung klar zu erkennen. Außerdem wurden Tutanchamun viele Kleidungsstücke beigegeben, darunter goldene Sandalen, die mit einer Schnur zwischen den großen Zehen verlaufen (gewissermaßen die ersten Flip-Flops der Geschichte).

Andere Beigaben

Weitere wichtige Grabbeigaben waren Pfeil und Bogen, sowie mehrere in Einzelteile zerlegte Streitwagen und andere Jagd-Utensilien, die der junge Pharao wohl auf seinen Jagdzügen verwendet hatte. Auch ein Kistchen mit Schreibzeug wurde dem König beigelegt, in dem sogar noch eingetrocknete Farbe gefunden wurde. Es trägt die Kartusche einer seiner Schwestern, und ist darüber hinaus wenig benutzt worden, was einige Ägyptologen zu gewagten Interpretation verleitete. Unter der Fülle der weiteren Einzelteile ist ein goldener, großer Fächer bekannt geworden. Dieser besteht aus einem langen Stab mit einem halbrunden, großen zweidimensionalen Aufsatz. Ursprünglich hatten sich im oberen Aufsatz Pfauenfedern befunden; doch nach Carters und Carnarvorns regelmäßiger Aufforderung an Besucher, kräftig daran zu ziehen (um sich mit eigenen Augen von der Stabilität zu überzeugen), kam nur der goldene Teil letztlich im Museum an. Ein Blumenkranz fiel ihnen ebenfalls zum Opfer. Die Grabforscher interpretierten es romantisch als das Geschenk der trauernden Witwe. Für sein leibliches Wohl wurdem dem Pharao auch Wein in Krügen mitgegeben, von denen 26 erhalten waren. Auf diesen sind genau das Weingut, oft sogar die Parzelle der Herkunft verzeichnet. So ist beispielsweise auf Krug Nr. 571 die Inschrift Süßwein des Hauses Aton aus Karet, Kellermeister Ramose zu lesen.[3]

Es fanden sich außerdem trompetenähnliche Blechblasinstrumente, die sogenannten "Scheneb" (Šnb), die wohl die ältesten erhaltenen Exemplare sind. Diese Instrumente dienten wahrscheinlich als Signalinstrumente im militärischen Bereich.

Die beiden Föten

Weitere wichtige Grabbeigaben sind die beiden frühgeborenen Säuglinge, die gegen die ägyptische Sitte mumifiziert wurden. Dies ist ein einmaliger Fund, denn totgeborene Kinder besaßen kein Ka. Der kleinere der Säuglinge wurde unversehrt mumifiziert, dem größeren wurde mit einem winzigen Instrument das Gehirn entnommen. Dieses Werkzeug war so klein, dass es speziell für die Mumifizierung angefertigt wurde. Der untersuchende Mediziner, Douglas Derry, warf es weg. An den beiden Säuglingen wurden mehrere paläopathologischen Untersuchungen durchgeführt; darauf vermutete man, dass sie an bestimmten Krankheiten gelitten hätten, z. B. Spina bifida. Die Säuglinge, zwei Mädchen, werden allgemein als Tutanchamuns und Anchesenamuns Kinder gesehen, woraus man gerne Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Vaters zieht. Es gibt jedoch keinen Beweis, dass hier eine enge Blutsverwandtschaft besteht. Viele Gegenstände des Grabes stammen aus Amarna, möglicherweise wurden auch die Säuglinge aus einem Grab seiner Schwestern mitgenommen.

Interpretation

Viele der Grabbeigaben sind Gebrauchsgegenstände des Königs; teilweise benutzte er sie möglicherweise bis zu seinem Tode, teilweise (wie der Kinderthron aus Amarna) waren sie schon seit längerer Zeit nicht mehr in Gebrauch. Es gibt viele Grabbeigaben, die die Namen von Tutanchamuns Verwandten trugen; das Schreibzeug war z. B. im Besitz seiner Schwester Maketaton gewesen.

Die Fundstücke aus Amarna wurden wahrscheinlich zu einem früheren Zeitpunkt, vor dem Tode des Königs, herbeigeschafft. In der Nähe des Tutanchamun-Grabes liegt ein rätselhaftes Grab, KV 55, dessen Inhaber nicht ganz klar ist. In Frage kommen Teje, Nofretete, Semenchkare, Echnaton oder Kija. Der Inhalt des Grabes besteht jedoch aus Gegenständen aus Amarna, und zwar von verschiedenen Besitzern. Es wurde wohl eine Expedition nach Amarna geschickt (möglicherweise um eine bestimmte Mumie zu holen), die all diese Dinge mitbrachten. Eine zerstörte Mumie, eher ein Skelett, wurde in einem Sarkophag gefunden, der nach der Rekonstruktion des Deckels Echnaton zuzuordnen ist. Die Knochenreste selbst stammen von einem etwas über 20-jährigen Mann: damit scheiden außer Semenchkare alle oben angegebenen Personen aus.

Bild:Egypte louvre 148.jpg
Siegel mit dem Thronnamen von Tutanchamun

Es ist nicht hinreichend geklärt, ob die ägyptische Sitte Geschenke von Verwandten im Grab beinhaltete, und ob die Grabbeigaben neugefertigt wurden oder man Gebrauchsgegenstände ebenfalls mitnahm. Am wahrscheinlichsten erscheint es, dass sowohl Gebrauchsgegenstände mitgenommen wurden (Amtsinsignien z. B.), als auch einige Stücke speziell für das Jenseits neu gefertigt wurden.

Es gibt jedoch die immer ernst zu nehmendere Möglichkeit, dass das Grab Tutanchamuns überstürzt gefüllt wurde, und dass nicht hinter allen alten oder "geschenkten" Dingen eine bewusste Intention steht. Dafür sprechen zum einen die Mumie des Königs, die in sehr kurzer Zeit mumifiziert und nicht ausreichend ausgetrocknet wurde. Weiterhin hat Christine El-Mahdy bewiesen, dass die Weinkrüge nicht durch den Lauf der Jahrhunderte ausgetrocknet sind, sondern schon leer waren, als man sie in das Grab legte. Dies alles könnten Indizien für eine überstürzte Beerdigung sein.

Die mysteriöse Dachamunzu-Affäre, die sich an Tutanchamuns Tod anschloss, wird teilweise als geschickter Schachzug des königlichen Beraters Eje interpretiert, der den General Haremhab, der ebenfalls als Berater fungierte, aus dem Weg schaffen wollte, damit dieser nicht den Thron für sich beanspruchen könnte. Die hastige Mumifizierung und das seltsame Gehäufe von alten, geschenkten oder unbrauchbaren Grabbeigaben spricht dafür. Trotz allem ist es nur eine Theorie von mehreren, und man kann die Indizien auch auf andere Weise interpretieren.

Der Fluch der Pharaonen

Im Zusammenhang mit den Ausgrabungsarbeiten und dem regen Interesse der Weltpresse machte auch die Legende vom Fluch des Pharao die Runde. Viel fabuliert wurde über den Fluch der Mumie, welcher die Entdecker traf und mysteriöserweise viele Mitglieder der Expeditionen Carters innerhalb weniger Jahre dahinraffte, darunter auch den Finanzier der Ausgrabungen in KV62, Lord Carnarvon, der am 5. April 1923 durch eine Infektion verstarb. Die genauen Begleitumstände dieser Todesfälle, mögliche nicht-paranormale Ursachen eines unnatürlichen Todes (bakterielle Infektionen durch Pilze in der Luft der Grabkammer, Moskitostiche) sind im eigenen Artikel zu finden.

Siehe auch

Ägyptologie, Pharao, Fluch des Pharao

Quellen

  1. Christine El-Mahdy: Tutanchamun. Leben und Sterben des jungen Pharao. Goldmann, 2004, ISBN 3442152607
  2. Joachim Rehork, Herausgeber der deutschen Ausgabe: Enzyklopädie der Archäologie. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching ISBN 3-88199-304-5
  3. Manfred Dworschak: Weinbau - Rasterfahndung unter der Erde. Spiegel 23/2006, S. 175

Literatur

  • Bob Brier: Der Mordfall Tutanchamun. Piper, München-Zürich 2000. ISBN 3-492-04159-0
  • Christine El Mahdy: Tutanchamun. Leben und Sterben des jungen Pharao. Goldmann, München 2004. ISBN 3-442-15260-7
  • Howard Carter, Arthur Mace: Tutenchamun. Ein ägyptisches Königsgrab. 3 Bde. Leipzig 1927
  • Hans Werding: Moses war Tutenchamun. ISBN 3-9803892-1-9
  • Nicholas Reeves: The Complete Tutankhamun - The King. The Tomb. The Royal Treasure. Thames & Hudson, London 2000 (Paperback), ISBN 0-500-27810-5
  • Hermann Alexander Schlögl: Echnaton - Tutanchamun. Sammlung Harrassowitz 1993, ISBN 3-447-03359-2
  • J.R. Harris: The Date of the "Restauration" Stela of Tutankhamun (Göttinger Miszellen 5), Göttingen 1973, S. 9-11
  • J. Berlandini-Grenier: Le protocole de Toutankhamon sur les socles du dromos du Xeme pylone à Karnak (Göttinger Miszellen 22), Göttingen 1976, S. 13-20
  • Christian E. Loeben: Abbildungskonkordanz zwischen der englischen und der deutschen Ausgabe von Carters Tutanchamun-Publikation (Göttinger Miszellen 40), Göttingen 1980, S. 69-80
  • Marianne Eaton-Krauss: Tutanchamun als Jäger (Göttinger Miszellen 61), Göttingen 1983, S. 49-50
  • Horst Beinlich: Konkordanz der Tutanchamun-Kataloge (Göttinger Miszellen 71), Göttingen 1984, S. 11-26
  • Gay Robins: Two Statues from the Tomb of Tutankhamun (Göttinger Miszellen 71), Göttingen 1984, S. 47-50
  • Gay Robins: Isis, Nephthys and Neith Represented on the Sarcophagus of Tutankhamun and in four freestanding statues found in KV62 (Göttinger Miszellen 72), Göttingen 1984, S. 21-26
  • Gay Robins: The Proportions of Figures in the Decoration of the Tombs of Tutankhamun (KV62) and Ay (KV23) (Göttinger Miszellen 72), Göttingen 1984, S. 27-32
  • Marianne Eaton-Krauss: Die Throne Tutanchamuns: Vorläufige Bemerkungen (Göttinger Miszellen 76), Göttingen 1984, S. 7-10
  • Nicholas Ch. Reeves: Tutankhamun and his Papyri (Göttinger Misszellen 88), Göttingen 1985, S. 39-46
  • Dieter Kessler: Zu den Jagdszenen auf dem kleinen goldenen Tutanchamunschrein (Göttinger Miszellen 90), Göttingen 1986, S. 35-44
  • Robert Ritner: Unrecognized Decorated Linch Pins from the Tombs of Tutankhamon and Amenhotep II. (Göttinger Miszellen 94), Göttingen 1986, S. 53-56
  • Mary A. Littauer / Joost Crouwel: Unrecognized Linch Pins from the Tombs of Tutankhamun and Amenophis II: A Reply (Göttinger Miszelle 100), Göttingen 1987, S. 57-62
  • Horst Beinlich: Das Totenbuch bei Tutanchamun (Göttinger Miszellen 102), Göttingen 1988, S. 7-18
  • Klaus Köller: Anmerkungen zum "Reliefierten Goldblech des Tutanchamun" (Göttinger Miszellen 133), Göttingen 1993, S. 79-84
  • Boyo G. Ockinga: ti.t Sps.t and ti.t Dsr.t in the Restauration Stele of Tutankhamun (Göttinger Miszellen 137), Göttingen 1993, S. 77
  • Hans Goedicke: Tutankhamun's Shields (Göttinger Miszellen 140), Göttingen 1994, S. 27-36
  • Robert B. Partridge: Tutankhamun's Gold Coffin: An Ancient Change in Design? (Göttinger Miszellen 150), Göttingen 1996, S. 93-98
  • Rosemarie Drenkhahn : Eine Umbettung Tutanchamuns? (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 39), Zabern Verlag Mainz 1983, S. 29-37
  • Jacobus van Dijk / Marianne Eaton-Krauss : Tutankhamun at Memphis (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 42), Zabern Verlag Mainz 1986,S. 35-41
  • Marianne Eaton-Krauss : Tutankhamun at Karnak (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 44), Zabern Verlag Mainz 1988, S. 1-11. ISBN-3-8053-1039-0
  • Hartwig Altenmüller : Papyrusdickicht und Wüste : Überlegungen zu zwei Statuenensembles des Tutanchamun (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 47), Zabern Verlag Mainz 1991, S. 11-19

Weblinks

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<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Wikinews: Tutanchamun war kein schöner Mann – Nachrichten


Zeitgenossen von Tutanchamun (1333-1323)
Hethiter Assyrien Hanigalbat
Suppiluliuma I. (1355–1323) Aššur-uballit I. (1365–1330) Šattiwaza (1350-1320)

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