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Tron (Film)
Aus Kefk.
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Tron |
| Originaltitel: | Tron |
| Produktionsland: | USA |
| Erscheinungsjahr: | 1982 |
| Länge (PAL-DVD): | ca. 92 Minuten |
| Originalsprache: | Englisch |
| Altersfreigabe: | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie: | Steven Lisberger |
| Drehbuch: | Steven Lisberger, Bonnie MacBird |
| Produktion: | Donald Kushner |
| Musik: | Wendy Carlos |
| Kamera: | Bruce Logan |
| Schnitt: | Jeff Gourson |
| Besetzung | |
| |
Tron ist ein US-amerikanischer Spielfilm der Disney-Studios von 1982 unter der Regie von Steven Lisberger, mit Jeff Bridges und Bruce Boxleitner in den Hauptrollen.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung
In dem Film versucht der Programmierer Kevin Flynn (Jeff Bridges), Beweise zu beschaffen, dass Ed Dillinger (David Warner) ihm einst mehrere von ihm programmierte Computerspiele gestohlen hat und diese als seine ausgegeben hat. Dillinger wurde dadurch Präsident der Computerfirma "Encom". Flynn schreibt Computerprogramme, die im vom MCP (Master Control Program) übernommenen Hauptcomputer der Firma nach den Beweisen suchen sollen. Diese bleiben allerdings immer erfolglos. Was Flynn und auch sonst niemand ahnt ist, dass alle Computerprogramme in einer vom MCP beherrschten virtuellen Realität leben. Und zwar als humanoide Wesen, die ihren Programmierern (genannt User) ähneln.
Freunde von Flynn, Alan Bradley (Bruce Boxleitner) und Lora (Cindy Morgan), wollen ihm, nachdem er ihnen die Geschichte erzählt hat, helfen. Beide arbeiten ebenfalls bei Encom. Alan hat die Idee, ein von ihm entworfenes Programm, „Tron“, zu aktivieren. Dieses Programm würde das MCP überwachen und Flynn könnte in das System eindringen und die Beweise finden, die er benötigt. Bei der Durchführung des Plans geht allerdings etwas schief. Das MCP wehrt sich, als Flynn versucht, sich innerhalb des Firmenkomplexes in die Computer einzuhacken. Flynn wird von einem Laser digitalisiert und im Computer wieder rematerialisiert. Dort wird er sofort gefangengenommen und muss erkennen, dass die Programme das Aussehen derer annehmen, die sie geschrieben haben, und alles vom MCP beherrscht wird. Flynns einzige Hoffnung ist, Tron zu finden und ihn dazu zu bringen, seine Aufgabe als Überwachungsprogramm für das MCP wahrzunehmen.
Indes beauftragt das MCP das Programm Sark (David Warner), Flynn an Spielen teilnehmen zu lassen und ihn spielend sterben zu lassen. Diese Spiele sind nichts anderes als Computerspiele, die die User spielen. Während einem dieser Spiele trifft Flynn auch auf Tron und kann mit ihm und einem weiteren Programm namens Ram fliehen. Auf der Flucht werden sie getrennt und Ram gelöscht. Tron und Flynn machen sich nun getrennt auf den Weg zu einem Terminal, mit dessen Hilfe die Programme Kontakt zu ihren Usern bekommen können.
Tron schafft es, mit Hilfe der zwei Programme Yori (Cindy Morgan) und Dumond (Barnard Hughes) in Verbindung mit Alan Bradley zu treten. Von diesem bekommt er Instruktionen, wie er gegen das MCP vorgehen kann. Auf dem Weg zum MCP treffen Tron und Yori auf Flynn. Zu dritt gelingt es ihnen, bis zum MCP vorzudringen, werden allerdings kurz vorher von Sark aufgehalten. Tron schafft es, Sark schwer zu verletzen. Das MCP bekommt nun Angst um seine Existenz und überträgt alle seine Fähigkeiten auf Sark. Dieser verwandelt sich in einen Riesen und attackiert Tron. Flynn springt, um das MCP abzulenken, direkt in seine Verbindung zur realen Welt. Tron schafft es dadurch, die Schnittstelle des MCP zu unterbrechen. Dies deaktiviert das MCP und ist auch das Ende von Sark. Flynn wird durch seinen Sprung in die Verbindung wieder in die reale Welt herausgeschleudert.
Durch die Deaktivierung des MCPs sind nun alle Beweise des Diebstahls der Computerspiele durch Dillinger für jeden frei zugänglich. Dillinger wird entlassen und Flynn nimmt dessen Posten als Präsident ein.
Technik
Tron war einer der ersten Spielfilme, in welchem längere computergenerierte Sequenzen eingesetzt wurden. Etwa 30 Minuten Computeranimation wurden, wenn auch gemischt mit Realfilm, verwendet. Auch wenn der Film für die eher hölzerne Leistung der Darsteller und seine inkohärente Handlung kritisiert wurde, so wurde er dennoch als ein Meilenstein in der Geschichte der Computeranimation gefeiert.
Um den Film überhaupt produzieren zu können, wandte sich Disney an die Firma Triple I. Triple I verfügte damals über den Super Foonly F-1, den schnellsten PDP-10-Computer, der bis dato hergestellt wurde. Es war auch der einzige seiner Art, der je gebaut wurde. Zudem wurden auch die Firma MAGI und noch weitere auf Spezialeffekte spezialisierte Firmen in das Projekt eingebunden.
Der Film enthält jedoch viel weniger computeranimierte Bilder als stets angenommen wird. Viele der Effekte, die wie eine Computergrafik aussehen, wurden in Wahrheit mit herkömmlichen optischen Effekten erzeugt. Die Live-Action Szenen im Inneren des Computers wurden mit einer Technik, bekannt als Backlit Animation, hergestellt. Die Szenen wurden zunächst klassisch in schwarz-weiß auf Film aufgenommen. Jedes einzelne Bild wurde dann als nächstes auf einen großformatigen Planfilm mit sehr hohem Kontrast vergrößert und anschließend mit herkömmlichen fotografischen Techniken bearbeitet, coloriert und retuschiert um ihnen ein „technologisches“ Aussehen zu geben. Dieser Prozess war extrem aufwendig und mit viel Laborarbeit verbunden. So etwas wurde später nie wieder für einen Spielfilm wiederholt. Eine Vielzahl von Schichten aus einzeln bearbeiteten kontrastreichen und großformatigen Diapositiven und Negativen wurde für jedes einzelne Bild einer solchen Sequenz benötigt. Es wurden ganze LKW-Ladungen an klassischem Planfilm verarbeitet. Dieser Aufwand für das Nachbearbeiten war um ein vielfaches größer als bei jedem bis dahin konventionell gedrehten animierten Trickfilm.
An den Animationen war auch Tim Burton beteiligt, der damals in den Disneystudios arbeitete.
Marcus Stiglegger stellt Ende 2006 im epd Film fest, dass das, was 1982 noch „sehr befremdlich“ erschien, sich nun langsam als „visionärer Kultfilm“ durchsetzt. [1]
Design
Der Comic-Künstler Jean Giraud (a.k.a. Moebius), entwarf die Haupt-Sets und die Kostüme für den Film. Die meisten Fahrzeuge wurden vom Industriedesigner Syd Mead, entworfen. Syd Mead erlangte mit dem Film Blade Runner Berühmtheit.
In der Computerwelt im Film tragen alle Programme eine Uniform mit farbigen Schaltkreisen. Das ursprüngliche Konzept sah vor, die „bösen“ Programme wie Sark oder das Master Control Programm mit blauen Linien und die guten Programme mit gelben zu kennzeichnen. Aus unbekannten Gründen änderte man das Konzept zu blau für die Guten und rot für die Bösen. Einige der Originalfarben blieben jedoch im Film, vermutlich, weil diese Konzeptänderung während der laufenden Produktion stattfand und verschiedene Szenen bereits fertiggestellt waren. So hat zum Beispiel der Charakter Clu wie die meisten anderen „guten“ Panzerprogramme gelbe Linien auf seiner Uniform, Sarks Panzer-Kommandeure jedoch sind mit blauen Linien versehen.
Namen
Der Name Tron ist laut dem Making-of auf der DVD-Veröffentlichung, eine Kurzform von electronic. Tron ist in der realen Computerwelt einerseits ein Befehl um die Fehlerverfolgung beim debuggen von BASIC-Programmen einzuschalten (TRACE ON), andererseits ein Maschinenbefehl der PDP-10 mit dem Opcode oktal 666.
Der Name des Charakters Clu ist wahrscheinlich eine Anlehnung an die Programmiersprache CLU.
Der Name MCP (Master Control Program) stammt von einem Betriebssystem welches die Burroughs Corporation 1961 mit dem B5000 Mainframe einführte. Das MCP war vor allem verantwortlich für : a master control program to automatically manipulate machine programms, allocate memory, assign equipment and route all information.
Filmmusik
Den Soundtrack zum Film schrieb die Synthesizer-Pionierin Wendy Carlos. Carlos wurde sehr bekannt durch ihr Album Switched-On Bach sowie den Soundtracks für viele andere Filme, wie zum Beispiel A Clockwork Orange oder The Shining. Für Tron verwendete Carlos die seinerzeit State-of-the-art Analog-Synthesizer von Moog, einen GDS Digital-Synthesizer mit komplexer additiver und phasenmodulierter Synthese, das Londoner Symphonie-Orchester unter der Leitung von Douglas Gamley sowie die große Pfeifen-Orgel in der Royal Albert Hall in London. Zwei weitere Tracks wurden von der Band Journey beigesteuert.
- CD-Veröffentlichung: Tron. Original Motion Picture Soundtrack. Music by Wendy Carlos. Walt Disney Records 60748-7, Burbank 2001
Kritiken
- "Der erste US-Spielfilm, der versucht, eine banal-oberflächliche Computerstory in eine adäquate Bildform zu verpacken (...). Ein grellbuntes Spektakel, das teilweise brillant mit Mitteln der Computeranimation, der herkömmlichen Zeichentricktechnik, eines futuristischen Dekors und verfremdender Lichteffekte operiert. Demonstration und Werbung gleichzeitig für die Möglichkeiten des computergestützten Zeichnens." - „Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
- "Außergewöhnlich an diesem ersten computeranimierten Spielfilm sind die Art der Herstellung und die dadurch entstandenen phantastisch anmutenden Bilder." - Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt am Main
Bemerkungen
- ↑ Marcus Stiglegger: Filme_wie_gemalt - Das digitale Kino und seine neuen Weltentwürfe, epd Film 12/2006, Seite 21f.
DVD
- Tron. Deluxe Edition. 2er DVD Set mit vielen Extras. Buena Vista Home Entertainment 2002
Literatur
- Brian Daley: Tron. Das Buch zum gleichnamigen Disney-Film. (OT: Tron). Goldmann, München 1982, ISBN 3-442-23755-6
- Elmar Biebl, Dirk Manthey, Jörg Altendorf et al.: Die Filme von Walt Disney. Die Zauberwelt des Zeichentricks. 2. Auflage, 177 S. Milchstraße, Hamburg 1993, ISBN 3-89324-117-5
Siehe auch
- Tron
- Armagetron (Computerspiel)
- Tron (Computerspiel)
Weblinks
- Tron in der Internet Movie Database
- GLtron – das Lightcycle-Rennen als Open-Source-Spiel für MacOS X, MacOS 9, Linux und Windows
- Fogron – ein von Tron inspiriertes Lightcycle-Rennen für Windows und PocketPC
- rlton – Tron per Fahrrad, GPS und Laptop
