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Transzendentaler Schein

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Der transzendentale Schein bezeichnet einen Ausdruck in der Schrift Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant.

Kant unterscheidet den logischen Schein vom transzendentalen Schein. Der logische Schein "entspringt lediglich aus einem Mangel der Achtsamkeit auf die logische Regel", woran die spätere Entwicklung der formalen Logik und mathematischen Logik anknüpft.

Mit transzendentalem Schein ist eine Folgerungsweise gemeint, die sich nicht aufheben läßt, selbst wenn ihre Nichtigkeit deutlich eingesehen wird. Es handele sich um Grundregeln und Maxime, die gänzlich das Ansehen objektiver Grundsätze hätten, aber auf einer Vertauschung und Verwechslung subjektiver und objektiver Notwendigkeit beruhe, eine Illusion erzeugen, die man nicht vermeiden könne. Als Beispiel dient an anderer Stelle die dem Platonismus und Dogmatismus zugeschriebene Behauptung, die Welt müsse der Zeit nach einen Anfang haben.

Das Dogma der Schöpfung, als das Kant jene These versteht, resultiert demnach aus einer mit ungenügend reflektierten erkenntnistheoretischen Prinzipien vorgehenden Folgerungsweise, bei der noch zu unterscheiden sei zwischen natürlicher und unvermeidlicher Dialektik und einem transzendenten Gebrauch der Vernunft, bei dem die Grenze zwischen empirischem Gebrauch des Verstandes und dem über die Erfahrungsgrenze hinausreichenden Gebrauch verwischt werde. Da Kant sich über die weltanschaulichen Implikationen keiner Illusion hingibt, sie vielmehr als notwendige Erscheinung klassifiziert, wenn sie auch bloß subjektiven und nicht objektiven Charakter besitzen, sucht er sich diesem Dilemma zu entziehen, das er platonisch zu lösen versucht, d.h. durch die Annahme vorgegebener Stammbegriffe des Verstandes behandelt wissen möchte.

Darauf gründet sich das ebenfalls als philosophisch idealistisch zu nennende Konzept, die Dinge an sich selbst seien unerreichbar. Als Schranke resultieren dann das die Daten liefernde Gebiet der Erfahrung, der Gebrauch der Kategorien und die mit Objektivität versehene Dialektik, der zwei unterschiedliche Aufgaben zufallen:

  • als logische Dialektik, so die von Kant gewählte Bezeichnung, löst sie Trugschlüsse auf und widerlegt den Schein transzendenter Urteile
  • als natürliche Dialektik behandelt sie Verirrungen, "die jederzeit gehoben zu werden bedürfen"

Methodologisch betrachtete Kant die Dialektik nicht als Sophisterei, sondern als eine andere Logik und Untersuchungsweise, die die Anwendung logischer Regeln kontrolliere und sich damit in Gegensatz zur Dogmatik stelle, aber das Benutzen logischer Regeln nicht ausschalte.

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