Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Tröpfchenbewässerung
Aus Kefk.
Bei der Tröpfchenbewässerung sind an Schläuchen in regelmäßigen Abständen Auslässe angebracht, die nur geringe, exakte Wassermengen (tröpfchenweise meist 2-4 l/h), weitgehend unabhängig vom Druck in der Rohrleitung, abgeben.
Ursprünglich waren an den Hauptschläuchen dünne Seitenschläuche (Spaghetti) verbunden. Sollte viel Wasser aus den Seitenschläuchen kommen, so wurden diese eingekürzt, was den Reibungswiderstand des Rohres verringerte. Heute begrenzt ein Emitter-Teil mit einem integrierten Labyrinth die ausgebrachte Wassermenge, der Seitenschlauch wird in der Regel nur noch bei der Bewässerung von Einzeltöpfen verwendet.
Der Bewässerungstropf wird mit niedrigen Drücken d.h. 0,7 bis 3,7 Bar gefahren. Im Hangbereich muss darauf geachtet werden, dass nicht alles Wasser im unteren Bereich aus dem Tropfsystem entweicht. Um dies zu vermeiden gibt es mittlerweile auch druckkompensierende Tropfsysteme, welche den Druckunterschied durch die Geländeneigung ausgleichen. In hochwertigen Tropfsystemen sind Membranen integriert, welche erst ab einem bestimmten Druck öffnen und so auch ein Leerlaufen des Tropfrohres an der tiefsten Stelle verhindern.
Zunächst in trockenen Ländern zum Wasser sparenden Einsatz entwickelt, kann dieses Verfahren auch in Mitteleuropa im geschützten gärtnerischen Anbau unter Glas oder unter Folie, und zunehmend beim Weinbau (z. B. in der Wachau), aber auch im Hausgarten und in Parkanlagen Anwendung finden. Neben der exakten Aufbringung des Wassers unter Vermeidung von Verdunstungsverlusten und der damit verbundenen Möglichkeit auch Nährstoffe direkt dem Wasser beizumischen ist ein Vorteil des Verfahrens, dass die Blätter nicht benetzt werden und somit Pilzerkrankungen der Pflanzen nicht weiter gefördert werden.
In ariden und semiariden Gebieten kann es auch bei Tröpfchenbewässerung zu einer gewissen Versalzung des Bodens kommen; allerdings kann wegen der großen Effektivität der Tröpfchenbewässerung mit relativ geringen Wassermengen gearbeitet werden, was die Versalzung minimiert.
Negativ ist, dass Schläuche und Tropfer vor allem bei der Beimischung von Düngemitteln verstopfen können. Dies kann durch vorgeschaltete Filter teilweise verhindert werden. Tropfbewässerungen sind in der Anschaffung kostenintensiver, was sich aber durch die Einsparung von Wasser sehr schnell bezahlt macht.
Im modernen Gartenbau erfolgt der Einsatz von Tropfbewässerungen unter Verwendung weiterer Technik wie Sensoren, Magnetventilen und entsprechender Steuergeräte, welche den Zeitpunkt und die Höhe der Wassergaben regeln.
Die Tröpfchenbewässerung ist eine der meistverwendeten Bewässerungstechniken in Europa.
Siehe: Beregnung, Bewässerung
