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Topografische Karte

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Die topographische Karte (schweiz. topografische Karte) ist eine groß- bis mittelmaßstäbige Karte, in der die sichtbaren Gegenstände und Sachverhalte der Erdoberfläche, insbesondere die Geländeformen, entsprechend dem Maßstab lagerichtig und vollständig durch ein System kartographischer Zeichen (Signaturen) wiedergegeben werden.

Wegen ihrer grundlegenden Bedeutung für die Wirtschaft, Verwaltung und Verteidigung eines Landes gehören die Herausgabe, Laufendhaltung und Führung eines flächendeckenden Systems topographischer Karten zu den öffentlichen Aufgaben (amtliche topographische Karten). Topographische Karten werden aber auch – meistens für begrenzte Gebiete – von der Verlagskartographie herausgegeben.

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Topographische Karte

Inhaltsverzeichnis

Aufbau und Karteninhalt

Eine topographische Karte besteht in der Regel aus dem Kartenfeld, dem Kartenrahmen und dem Kartenrand.

Der im Kartenfeld durch Signaturen wiedergegebene und durch Schriftzusätze erläuterte Karteninhalt ist in der Regel in der Kartenlegende oder in einer Zeichenvorschrift (Musterblatt) gliedert zusammengestellt. Er umfasst mindestens die Siedlungen und das Verkehrsnetz, das Gewässernetz, die Bodenbedeckung, die Geländeformen sowie die Verwaltungsgrenzen. Viele topographische Objekte, wie Gemeinden, Gewässer, Berge und Landschaften, sind mit ihren geographischen Namen versehen.

Der Kartenrahmen begrenzt den je nach Abbildungsart quadratischen, rechteckigen oder trapezförmigen Blattschnitt der topographischen Karte. Er enthält insbesondere die Bezifferungen des der Karte zugrunde liegenden Koordinatensystems.

Der Kartenrand trägt in der Regel oben die Bezeichnung des Kartenwerks und den Namen des Kartenblattes. Seitlich und unten sind der Kartenmaßstab und eine Maßstabsleiste sowie zahlreiche weitere Angaben, häufig auch ein Auszug aus der Zeichenerklärung, untergebracht.

Zweck, Anwendungsgebiete

Da topographische Karten, vor allem im großen Maßstabsbereich, die Erscheinungsformen der Erdoberfläche mit hoher Genauigkeit und Vollständigkeit wiedergeben können, eignen sie sich besonders für die Dokumentation wissenschaftlicher Erhebungen, für die Darstellung geothematischer Erkenntnisse, für die Planung von Verkehrswegen, Leitungen und Trassen, für die Verwaltung von Flächen, Gebieten und Regionen und nicht zuletzt für die Orientierung im Gelände. So sind topographische Karten naturgemäß die ideale Grundlage für ihre weitere Ausstattung zu Wander-, Radwander-, Freizeit-und Naturparkkarten sowie zur Ableitung thematischer Karten.

Von den amtlichen topographischen Karten sind in der Vergangenheit alle weiteren topographischen, geographischen und thematischen Karten der öffentlichen Verwaltung und der privaten Landkartenverlage durch Übernahme der Inhalte, neue kartographische Gestaltung und meistens auch Verkleinerung des Maßstabs abgeleitet worden.

Amtliche topographische Karten werden auf gesetzlicher Grundlage aus Steuermitteln hergestellt und dienen vor allem der öffentlichen Daseinsvorsorge und Sicherheit sowie der Landesverteidigung. So stellt z.B. das Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr seinen Kartenbedarf weitgehend aus den amtlichen topographischen Landeskartenwerken sicher. Die geologischen Dienste der Länder geben auf der Grundlage der Landeskartenwerke geologische, hydrogeologische und Bodenkarten heraus.

Quellen, Herstellung

Topographische Karten der Verlagskartographie

Von privaten Landkartenverlagen herausgegebene topographische Karten werden in aller Regel aus amtlichen topographischen Karten geeigneter Maßstäbe durch Umarbeitung einmal abgeleitet und dann auf eigenen Originalzeichenträgern weitergeführt. Selten führen private Verlage großräumige Vermessungen zur Erhebung von topographischen Objekten durch. Wohl aber arbeiten sie z.B. mit Behörden, Naturparkträgern und Wandervereinen zusammen, um von dort geeignete Informationen zum Inhalt ihrer Karten und zu deren Aktualisierung zu erhalten.

Eine besondere, digitale Form der topographischen Karte stellen die von der privaten Verlagskartographie hergestellten Autonavigationssysteme dar. Die darin enthaltenen für die Navigation und Veranschaulichung notwendigen topographischen und kartographischen Daten wurden ursprünglich aus amtlichen topographischen Karten digitalisiert oder aus dem Amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystem ATKIS unter Lizenz entnommen. Die modernen Navigationssysteme beruhen inzwischen weitgehend auch auf eigene topographische, verkehrstechnische und sachbezogene Erkundungen der Unternehmen.

Amtliche topographische Karten

Amtliche topographische Karten werden als Kartenwerke geführt und beruhen auf den Ergebnissen einer exakten Landesvermessung, die hauptsächlich im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Staats wegen durchgeführt wurde. Dabei entstanden die topographischen Karten durch Erkundung und Zeichnung im Gelände mit Hilfe von Messtisch und Kippregel. Noch heute ist bei vielen Menschen der damalige Ausdruck „Messtischblatt“ im Gebrauch, um die Topographische Karte 1:25 000, nicht selten eine topographische Karte überhaupt, zu bezeichnen.

Die Messtischblätter, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gar nicht, später mit Aufkommen von Eisenbahnbau und Industrialisierung einfarbig veröffentlicht wurden, waren die kartographische Grundlage für die Ableitung zunächst der „Generalstabskarte“ 1:100 000 und später weiterer Kartenwerke.

Im Laufe ihrer Entwicklung wurden die topographischen Landeskartenwerke anfangs durch örtliche Erkundung mit dem Messtischverfahren, dann durch tachymetrische Aufnahmen und schließlich heute durch die analoge oder digitale stereoskopische Auswertung von Luftbildern aktualisiert. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Verursachern topographischer Veränderungen der Landschaft, z.B. beim Siedlungs-, Straßen- und Eisenbahnbau, beim Braunkohletagebau und bei Verwaltungsgebietsänderungen, versuchen die Landesvermessungsbehörden die amtlichen topographischen Karten möglichst aktuell zu halten.

Amtliche topographische Karten in Deutschland

Zusammenarbeit von Bund und Ländern

Die amtlichen topographischen Karten haben in Deutschland eine mehr als zweihundertjährige Geschichte. Ihre Herstellung und Herausgabe gehört heute in die verfassungsrechtliche Zuständigkeit der Länder, die Landesvermessungsbehörden eingerichtet haben und in der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) freiwillig zusammenarbeiten, um die deutschlandweite Einheitlichkeit der Karten weitgehend zu gewährleisten.

Landeskartenwerke

Die amtlichen topographischen Karten werden in Deutschland als topographische Landeskartenwerke in den Maßstäben 1:5 000 bis 1:1 Mio. geführt. Mit dem Bund haben die Länder Verwaltungsabkommen geschlossen, nach denen die Kartenwerke bis 1:100 000 bei den Landesvermessungsbehörden, diejenigen ab 1:200 000 durch den Bund bearbeitet werden, der hiermit das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) beauftragt hat. Bis etwa 1990 wurden die Landeskartenwerke ausschließlich in analoger, gedruckter Form herausgegeben. Seit 1990 werden sie als Digitale Topographische Karten (DTK) im Amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystem ATKIS geführt, aus dem – zum Teil nur bei Bedarf – gedruckte Kartenauflagen abgeleitet werden.

Folgende amtliche topographische Karten werden zurzeit in Deutschland geführt und von den Landesvermessungsbehörden bzw. vom BKG herausgegeben:

  • Digitale Topographische Karte 1:10 000 (DTK10)
  • Digitale Topographische Karte 1:25 000 (DTK25)
  • Digitale Topographische Karte 1:50 000 (DTK50)
  • Digitale Topographische Karte 1:100 000 (DTK100)
  • Digitale Topographische Karte 1:200 000 (DTK200)
  • Digitale Topographische Karte 1:250 000 (DTK250)
  • Digitale Topographische Karte 1:500 000 (DTK500)
  • Digitale Topographische Karte 1:1 Mio (DTK1000)

In einigen Ländern wurde zusätzlich die aus der Liegenschaftskarte abgeleitete und topographisch ergänzte Deutsche Grundkarte 1:5 000 (DGK5) geführt. Topographische Karten in diesem Maßstabsbereich werden heute aus dem Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystem ALKIS abgeleitet.

Blattschnitt, Koordinatensysteme

Die amtlichen topographischen Karten sind im eigentlichen Sinne Kartenwerke, topographische Landeskartenwerke. Diese sind als Rahmenkarten so aufgebaut, dass die Kartenwerke 1:25 000, 1:50 000, 1:100 000 und 1:200 000 jeweils die gleiche Kartenfläche besitzen. Ihre Kartenblätter sind als Gradabteilungskarten nach geographischen Koordinaten beschnitten. Vier Kartenblätter des größeren Maßstabes bilden jeweils ein Kartenblatt des nächstkleineren Maßstabes.

Die amtlichen topographischen Karten weisen sowohl geographische Koordinaten als auch bis 1:200 000 die Koordinaten des Gauß-Krüger-Systems, in jüngerer Zeit auch UTM-Koordinaten aus.

Amtliche topographische Karten der Schweiz

Die Landeskarte der Schweiz ist das amtliche (topografische) Kartenwerk der Schweiz und wird vom Bundesamt für Landestopografie (swisstopo), Wabern bei Bern, produziert und herausgegeben.

Amtliche topographische Karten Österreichs

Die Österreichische Karte (1:25 000, 1:50 000, 1:200 000 und 1:500 000) ist das amtliche (topographische) Kartenwerk Österreichs und wird vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV), Wien, produziert und herausgegeben.

Siehe auch

Thematische Karte, Wanderkarte, Bathymetrische Karte

Literatur

  • Feldmann, Hans-Uli und N. Kreiter: Zur Situation der amtlichen Kartografie in der Schweiz. In: Kartographische Nachrichten, 56. Jahrg., 2006, Heft 5, S. 243
  • Harbeck, Rolf: Zur Situation der amtlichen topographischen Kartographie in Deutschland. In: Kartographische Nachrichten, 55. Jahrg., 2005, Heft 6, S. 297
  • Ogrissek, Rudi (Hrsg.): Brockhaus ABC Kartenkunde. 1. Aufl. VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1983
  • Zill, Viktor, B. Jüptner und R. Mittermaier: Zur Situation der amtlichen Kartographie in Österreich. In: Kartographische Nachrichten, 56. Jahrg., 2006, Heft 6, S. 291

Weblinks

Wikipedia
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