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Tiefbau (Bergbau)

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Der Tiefbau ist im Untertagebau der Abbau von Rohstoffen in größerer Tiefe, wobei die Grubengebäude ganz oder teilweise unterhalb der am Standort tiefstmöglichen Stollensohle liegt. Dem Tiefbau zuströmendes Grubenwasser kann somit nicht mehr (wie beim Stollenbau) natürlich abgeführt werden, sondern muss mit maschineller Unterstützung an die Erdoberfläche gehoben werden. Auch die Wetterführung im Bergwerk muss bei größerer Tiefe über mechanisch angetriebene Grubenlüfter erfolgen.

Erst die Anwendung der Dampfmaschine zum Antrieb von Pumpen und Lüftern und die Entwicklung leistungsfähiger Pumpen ermöglichten im breiten Rahmen den Vorstoß in größere Teufen und damit den heutigen Tiefbau. Zunächst ermöglichten es diese Maschinen den existierenden Stollenbauzechen, ihren Betrieb als Unterwerksbau auf tiefer gelegene Teile der Lagerstätte auszudehnen. Bei der Einführung des Tiefbaus wurden neuartige Fördertürme entwickelt, die Malakowtürme.

Zu den Pionieren des Tiefbaus zählte Franz Haniel. Unter seiner Mitwirkung wurde ein seigerer Schacht (Victoria) mit einer Teufe von 46 Metern 1808 auf der Zeche Vollmond in Werne (heute Bochum) durch das grundwasserführende Deckgebirge abgeteuft. Die zu hebenden Wassermengen waren zunächst noch vergleichsweise gering, da das oberhalb des Tiefbaus zuströmende Wasser nach wie vor über Stollen abgeführt werden konnte.

Ein weiterer Schritt in der technischen Entwicklung der Tiefbauzechen vollzog sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit dem Bau von Bergwerken im ebenen Gelände. Hier war ständig sämtliches Grubenwasser maschinell abzuführen, was nur durch den Einsatz noch leistungsfähigerer Pumpen möglich wurde. Zahlreiche durch Wassereinbrüche verursachte Unglücksfälle dieser Zeit künden von den mit dem Tiefbau verbundenen Schwierigkeiten. Im Ruhrgebiet war erst mit der technischen Beherrschung des Tiefbaus die Möglichkeit zur Ausdehnung des Ruhrbergbaus aus dem Tal der Ruhr nach Norden gegeben.

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