Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Thyreostatikum
Aus Kefk.
(Weitergeleitet von Thyreostatika)
Thyreostatika sind Medikamente, die die Schilddrüsenfunktion hemmen.
Man unterscheidet Substanzen, die die Synthese der Schilddrüsenhorme hemmen (Iodisationshemmstoffe, Thioamide z.B. Carbimazol/Thiamazol (Wirkform), Propylthiouracil) und Substanzen, die den Iodtransport in die Schilddrüsenzelle hemmen (Iodinationshemmstoffe, z.B. Perchlorat). Darüber hinaus haben hohe Dosen von Iod selbst über einen begrenzten Zeitraum einen hemmenden Effekt auf die Schilddrüsenfunktion.
Thyreostatika kommen bei verschiedenen Formen der Hyperthyreose zum Einsatz:
- Morbus Basedow: Autoimmunerkrankung, neigt zu spontanen Remissionen aber auch Rezidiven. Die Behandlung mit Thiamazol wird über 12 bis 18 Monate durchgeführt und soll die Zeit bis zu einer eventuellen Remission überbrücken. Der Beginn der Therapie erfolgt mit einer hohen Initialdosis, die nach Einstellung einer euthyreoten Stoffwechsellage (nach ca 3-6 Wochen) auf eine Erhaltungsdosis gesenkt wird. Die Substitution von Levothyroxin (T4) kann die Stoffwechseleinstellung erleichtern. Die Rezidivquote wird mit bis zu 50% angegeben, im Falle eines Rezidivs erfolgt die weitere Behandlung mittels Radioiodtherapie oder subtotaler/totaler Thyreoidektomie
- Funktionelle Schilddrüsenautonomie: Areale mit nicht bedarfsgerechter, autonomer Sekretion von Schilddrüsenhormonen. Mit spontanen Remissionen ist - im Gegensatz zum Morbus Basedow - nicht zu rechnen, die thyreostatische Therapie zielt auf die Einstellung einer euthyreoten Stoffwechsellage zur Vorbereitung auf Radioiodtherapie/Operation ab.
- Iodinduzierte Hyperthyreose: bei bestehender, latenter Autonomie kann eine einmalige Gabe hochdosierten Iods (z.B. im Rahmen einer Konstrastmittelgabe bei Röntgenuntersuchungen) zum klinischen Bild einer Hyperthyreose führen. Die Therapie ist unter Umständen langwierig und erfolgt mit einer Kombination von Thiamazol und Perchlorat. Eine Prophylaxe vor entsprechenden Untersuchungen ist mit diesen Substanzen möglich.
Unerwünschte Wirkungen der thyreostatischen Therapie:
- Blutbildveränderungen (Agranulozytose, Leukopenie)
- allergische Reaktionen
- Hypothyreose
- Struma
- Magen-Darm-Beschwerden
| Bild:Erste hilfe.svg | Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen! |
