Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Thymos
Aus Kefk.
Thymos (altgriechisch θυμός, thymos, »Lebenskraft«) ist ein Ausdruck für die Gemütsanlage eines Menschen.
In der Antike wurde der (sterbliche) "Thymos" von der (unsterblichen) "Psyche" und vom Nous (νους) deutlich unterschieden. Aus der Verwendung verschiedener Wörter für Teile der menschlichen Person und Persönlichkeit in den homerischen Epen zog etwa Bruno Snell den Schluss, die Menschen hätten in dieser Epoche noch kein Ich-Bewusstsein im Sinne eigenständiger Handlungsfreiheit und Verantwortung besessen, sondern sich entweder von ihrem Thymos oder ihrem Nous, im Zweifelsfall aber von den Göttern gesteuert gesehen. Snells These wurde später von E. R. Dodds und Christopher Gill weitergedacht.
Die antike Medizin vermutete den Sitz des Gemütes im (noch heute danach benannten) Thymus.
Siehe auch
- Kampf um Anerkennung (Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Axel Honneth)
- Ende der Geschichte (Francis Fukuyama)
- Zorn und Zeit (Peter Sloterdijk)
Literatur
- E. R. Dodds, Die Griechen und das Irrationale, 1951
- Hayden Pelliccia, Mind, Body and Speech in Homer and Pindar, 1995
- Christopher Gill, Personality in Greek Epic, Tragedy and Philosophy, 1996
- Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit. Politisch-psychologischer Versuch, 2006
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Thymos, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
